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Markus Hövener hatte die niedrig hängenden Früchte neulich in seinem Podcast aufgegriffen und ich nickte zustimmend bei der Warnung, die er zum Ende mitgab. Dasselbe Thema hatte ich jüngst in diversen Kunden-Calls besprochen: Es geht um die Extrameile, die Du gehen musst, wenn Du mit Deinen Quick Wins wirklich an Gewinnen und nicht an Verschlimmbesserungen arbeiten möchtest.

Typische Quick-Win-Indikatoren und passende Maßnahmen

Wenn Du schon historische Daten in der Google Search Console (GSC) hast, dann lassen sich hervorragend Content und/oder Snippet-Optimierungsaufgaben ableiten, die zügig einen positiven Beitrag zu Sichtbarkeit und organischen Traffic versprechen.

  • CTR-Underperformer 👉 Snippet-Optimierung (oder genauer gesagt: Optimierung von Meta Title und Description)

  • Chancenrankings 👉 Arbeit am Content

CTR-Underperformer...

... sind Keyword-Seiten-Kombinationen, die bereits in der Top 10 von Google ranken, aber weniger geklickt werden, als wir anhand der Position erwarten würden. Der Maßstab für die Erwartung können CTR-Studien wie die von Sistrix oder Backlinko sein.

Sind CTR-Underperformer identifiziert, kannst Du mit der Arbeit am Title und der Description die Attraktivität Deines Google-Treffers verbessern, so dass Menschen eher geneigt sind, Dein Ergebnis zu klicken. Beschreib klar, worum es auf der angeteaserten Seite geht und warum sich ein Klick lohnt.

Auch der gemäßigte Einsatz von Sonderzeichen und Emojis kann Dich vom Wettbewerb abheben. Aber Vorsicht: Der Title ist relevant fürs Ranking. Schau, dass Du bei aller Motivation zum Optimieren nicht die wichtigen Keywords aus dem Title kegelst. Bei der Description hast Du dagegen mehr Freiheiten, weil sie außer als Teasertext für Suchende keinem weiteren Zweck dient.

Chancenrankings

Wenn Du zu bestimmten Suchanfragen mit Deinen URLs auf Seite 2 von Google (Position 11-20) oder sogar im unteren Bereich der Seite 1 (4-10) rankst, dann hast Du definitiv schon viel richtig gemacht und Dir eine gewisse Relevanz zum Thema erarbeitet. Die Klicks werden aber immer noch oberhalb Deines Scheitels eingefahren.

Bei den Seite-1-Rankings kann die Snippet-Optimierung zu mehr Klicks führen (s. o.). Der beste Hebel ist aber die Optimierung der rankenden Seite selbst:

  • Ist das Keyword im Title, der H1 oder zumindest in einer der Zwischenüberschriften (H2, H3, etc.) enthalten?

  • Hat die Konkurrenz strukturierte Daten oder wichtige Open Graph Tags, die Dir fehlen?

  • Streifst Du das Thema des Chancenrankings nur am Rande und könntest noch 1-2 Absätze ergänzen?

  • Geben Dir die Fragen aus der People-Also-Ask-Box ("Ähnliche Fragen") Hinweise darauf, welche Fragen Du mit Deinem Inhalt noch beantworten könntest?

  • Punktet der Wettbewerb mit Videos oder schlauen Grafiken?

All das können sinnvolle Ergänzungen sein, die für Dich vielleicht den Durchbruch in die Top-Rankings ausmachen.

Aber Vorsicht: Diese Gefahren lauern bei den vermeintlichen Quick Wins

  • Durchschnittliche CTR-Werte taugen in Deinem Fall nichts, weil das SERP-Layout längst nicht mehr aus "zehn blauen Links" besteht, sondern prominente SERP-Features weniger Klicks für die organischen Ergebnisse übrig lassen. Deine Zeit ist also verschwendet.

  • Du baust das Chancen-Keyword in den Title und die Überschriften ein. Dabei gehen aber die Signale auf das viel wichtigere Keyword verloren, das mit Blick auf Dein Geschäftsmodell, Suchvolumen und Suchintention viel relevanter ist.

  • Oder für das Chancen-Keyword gibt es bereits eine andere Seite auf Deiner Domain und mit Deinen Optimierungsmaßnahmen hast Du jetzt Kannibalisierung aufgebaut.

Wie vermeidest Du diese Fehler?

  • Vergleich Dich mit Dir selbst, um eine für Dich und Deine Branche aussagekräftige CTR-Benchmark zu bekommen. Kevin Indig hat hier bereits über Custom Click Curves geschrieben (Newsletterausgabe 157). Oder Du baust Dir nach dieser Vorlage das passende Bubble Chart (Newsletterausgabe 151).

  • Wenn Du noch kein aussagekräftiges Keywordmapping hast, also eine Tabelle, die abbildet, welche Themen und Keywords auf welcher URL gespielt werden, dann bau Dir zumindest für den Quick-Win-Kontext eins mit GSC-Daten aus der API (zum Beispiel via Search Analytics for Sheets). Mehr dazu gleich.

  • Schau Dir die SERPs an, bevor Du optimierst: Hast Du bei dem aktuellen Layout mit den vorhandenen Features Chancen auf Klicks? Dann leg los. Falls nicht, dann schnapp Dir das nächste Thema.

  • Berücksichtige auch die Snippets und Inhalte der Wettbewerber, um zu verstehen, in welche Richtung Du mit der Optimierung stoßen solltest.

Keywordmapping für Deine Quick-Win-Kandidaten

Lass uns annehmen, dass Du bereits CTR-Underperformer oder Chancenrankings identifiziert hast. Das sind jeweils Kombinationen aus Keywords und URLs. Wenn Du sichergehen möchtest, dass Du die richtigen Seiten mit Blick auf die richtigen Keywords optimierst, musst Du in zwei Richtungen schauen:

  • Welche anderen URLs ranken auch für die Keywords in Deinem Kandidaten-Set?

  • Für welche Keywords ranken all diese URLs (Kandidaten-Set und im letzten Punkt zusätzlich erhobene Seiten) noch?

Wenn Du Dir doppelt genannte Keywords in einer Tabelle farblich hervorhebst und ein paar Filter zum Beispiel für ein Minimum an Impressions setzt, kannst Du mit Blick auf die Performance-Daten aus der GSC schnell entscheiden, auf welcher Seite ein Thema/Keyword am besten gespielt werden sollte.

Schöner Nebeneffekt: Du siehst so schnell bestehende Kannibalisierung. So erfährst Du nicht nur, was Du auf einer Seite optimieren kannst, sondern auch, wo Du andere Seiten vielleicht de-optimieren solltest. Hier ist die Arbeit an Linktexten Gold wert. Wenn Seite B ein Thema streift, das primär auf Seite A stattfindet, musst Du den Text nicht löschen, sondern kannst ihn einfach auf Seite A verlinken und so mit den passenden Ankertexten die Relevanz von Seite A zum Thema stärken.

Wir werfen gerne gemeinsam einen Blick auf Deine Daten und helfen Dir bei der Umsetzung, falls Du den Ansatz spannend findest, aber selbst (noch) nicht dazu kommst. Schreib mir gerne eine Mail!

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