Wir haben neulich bei LinkedIn die Frage in die Runde geworfen, ob strukturierte Daten ein Content oder ein Technik Thema sind. 81 Personen haben mit abgestimmt.
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58% meinen: Ganz klar, Content!
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26% meinen: Technik, ist doch logisch!
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16% sind einer anderen Meinung
Vielen Dank fürs Abstimmen und ergänzende Erläuterungen dazu!
Es gibt viele SEO-Themen, die sich sehr klar einem Bereich zuordnen lassen. Manchmal ist es aber nicht ganz so eindeutig. Zum Beispiel Titles und Descriptions: Manuelle Betextung erfolgt durch die Redaktion. Implementierung von automatisierten Lösungen ist eher Aufgabe der Entwicklung.
Oder eben die strukturierten Daten: Auch wenn sie im Kern in der Tat ein technisches Thema sind, kommt es hier oft nicht nur auf die Entwicklung an, sondern auf das Zusammenspiel verschiedener Stakeholder aus unterschiedlichen Disziplinen.
Dieser Prozess könnte beispielsweise so aussehen:
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Inhalte sichten: Zu Beginn steht erst einmal die Frage, welche Inhalte es auf der Domain gibt oder noch geben soll.
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Datentypen identifizieren: Basierend darauf kann ein Abgleich erfolgen, welche Structured Data Typen überhaupt relevant sind.
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Backend prüfen: Damit das Markup später automatisiert in den Quellcode purzelt, muss das CMS entsprechend so gestrickt sein, dass es weiß, wie eine Eingabe in dieses oder jenes Feld auf diesem oder jenem Template am Ende zu behandeln ist. Zum Beispiel: Das ist ein Rezept, hier ist die Kalorienangabe, da das Foto und hier die Anleitung. Oder: Das ist ein Event. Hier ist das Datum, da die Uhrzeit, hier der Ort, dort der Titel. Bei Formaten wie FAQ oder How To kann das durchaus anspruchsvoller sein, denn üblicherweise sind die Bestandteil herkömmlicher Beitragsformate und haben kein eigenes Template.
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Markup hinterlegen: Wenn die Templates soweit passen ist die Grundlage geschaffen, diese nun mit dem Markup zu verknüpfen und dafür zu sorgen, dass bestimmte Inhalte aus verschiedenen Feldern am Ende als Markup im HTML landen. Empfohlen ist dabei JSON-LD.
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Inhalte erstellen oder überarbeiten: Je nachdem, wie es um die Inhalte bisher bestellt ist, können diese nun erstellt oder überarbeitet werden. Mithilfe von strukturierten Daten kannst Du beispielsweise auch unterschiedliche Seiten zu einem Thema klar unterscheiden und so Google helfen Deinen content noch besser zu verstehen und entsprechend anzeigen zu können - also: dies ist das Rezept, das ist ein allgemeiner Hintergrundartikel dazu und hier ein News Artikel weil ein Celebrity das neulich auch gekocht hat...
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Implementierung validieren: Natürlich darf eine Validierung nicht fehlen. Dazu gibt es gleich zwei Tools, die nützlich sind: Google Rich Results Test Tool und Schema.org Validator. Achtung: Nicht nur darauf achten, dass es keine Fehler und auch möglichst keine Warnungen gibt - sondern auch mindestens exemplarisch prüfen, dass die Properties auch inhaltlich sinnvoll gefüllt sind. Rein technisch wird beispielsweise ein Event, dass zur gleichen Zeit beginnt und endet, im Tool validieren. Aber aus inhaltlicher Sicht ist es eher unlogisch, dass die Dauer der Veranstaltung so 0 Minuten beträgt.
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Strukturierte Daten monitoren: In der Google Search Console tauchen die strukturierten Daten bei den Enhancement Reports auf - bzw. bei den "Verbesserungen" wenn Du Deine GSC auf deutsch eingestellt hast. Diesen Bereich sollte man also im Auge behalten um bei Problemen direkt reagieren zu können.
Insbesondere die ersten Schritte müssen aber nicht zwangsläufig genau so und in dieser Reihenfolge ablaufen, nur dass jeder Punkt irgendwann abgehakt wird ist wichtig.
Wir sehen also: Die reine Implementierung ist durchaus technisch, genauso wie ein Teil der erforderlichen Voraussetzungen. Aber einfach so im luftleeren Raum, ohne eine grundsätzliche Vorstellung davon, was möglich ist sowie geeignete existierende oder geplante Inhalte, kann die Technik alleine nicht wirklich etwas tun. Zudem ist es mit der einmaligen Implementierung nicht getan. Es gilt, diese kontinuierlich zu monitoren - und auf neue Entwicklungen und Datentypen einzugehen.