Zum Hauptinhalt springen
Consultant
TL:DR;
  • Das gängige Problem des News-Einheitsbreis und mangelnden Vertrauens in algorithmische Feeds lösen wir nun, indem Du mit „Preferred Sources“ Deine Nachrichtenquellen selbst aktiv steuern kannst.
  • Durch das Markieren bevorzugter Publisher in den Top Stories verschiebt Google die kuratorische Macht vom Algorithmus zu Dir, wodurch Deine ausgewählten Quellen häufiger in Deinen Suchergebnissen erscheinen.
  • Für Publisher verändert dies die SEO-Dynamik fundamental, da neben dem Artikel-Ranking nun auch die bewusste Wahl der Marke durch Dich über die Sichtbarkeit entscheidet.
  • Dies ist Googles strategische Antwort auf den Wunsch nach mehr Personalisierung und Vertrauen; daher wird der Aufbau einer starken Brand und loyalen Community für Deinen langfristigen Erfolg unerlässlich.
Preferred Sources: Googles neuer Hebel gegen den Algorithmus-Einheitsbrei

Google verändert gerade still und leise eine der wichtigsten Flächen im News-Ökosystem. Nachdem in Discover schon ein Folgen-Button ergänzt wurde, gibt es nun auch etwas Neues auf der normalen SERP: Mit “Preferred Sources” können Nutzer:innen jetzt selbst festlegen, welche Publisher sie häufiger in den Suchergebnissen sehen möchten. Nach dem Start in den USA und Indien wird das Feature inzwischen weltweit und in allen unterstützten Sprachen ausgerollt – am 30. April kam die Mitteilung dazu von Google.

Das klingt erstmal nach einer kleinen UX-Anpassung… Ist es aber nicht.

Denn damit verschiebt Google einen Teil der kuratorischen Macht vom Algorithmus zu den Nutzer:innen und eröffnet Publishern gleichzeitig eine neue Möglichkeit, sich unabhängiger von klassischen Ranking-Schwankungen zu machen.

Was genau ist “Preferred Sources”?

Das Prinzip ist simpel:

Wer nach einem aktuellen Thema sucht und die “Top Stories”-Box sieht, kann dort ein Sternsymbol anklicken und bevorzugte Medien markieren. Diese Quellen erscheinen anschließend häufiger in den News-Modulen oder sogar in einem separaten Bereich “Aus deinen Quellen”. Hier die Google-Doku dazu.

Screenshot der SERP vom 11.5.26 von Hannah Rohde - zu sehen ist die Schlagzeilenbox mit Nachrichten zum HSV Spiel von der Quelle Mopo.de Darunter befindet sich die Box "Aus deinen Quellen" ebenfalls mit Nachrichten der Mopo.

Klicke ich auf das kleine Symbol mit dem Stern, kann ich weitere Quellen hinzufügen:

Screenshot der Liste "Bevorzugte quellen auswählen"

Hier im Screenshot sehen wir bereits: Ich habe als Stichwort “Hamburg” eingegeben und erhalte über die Autocomplete-Funktion eine Liste mit Seiten, die das beinhalten. Reseneo hat diese Listen analysiert und Daten aufbereitet. Dabei schauen sie ebenfalls auf Daten aus dem Google-Leak 2024. Denn die vorgeschlagenen Quellen sind je nach Land unterschiedlich. Reseneo hat einen “Popularitätsindikator für jede Domain erstellt, der es ermöglicht, die Dominanz jeder einzelnen auf ihrem Markt zu erkennen”. Dieser wird für die Top 10.000 Domains je Land angegeben.

Warum Preferred Sources spannend ist

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie austauschbar Newsfeeds geworden sind – bis auf Google Discover natürlich ;) . Viele Nutzer:innen haben das Gefühl, dass Plattformen zwar “relevante” Inhalte ausspielen, aber nicht unbedingt die Quellen, denen sie wirklich vertrauen. Eine dpa-Meldung gleicht der anderen (logisch) und viele neue Seiten, die einem in den Feed gespült werden, sind nur Spam…

Preferred Sources löst genau dieses Problem:

  • Mehr Kontrolle über die eigene Nachrichtenwelt,
  • weniger Zufalls-Traffic aus unbekannten Quellen,
  • stärkere Sichtbarkeit lokaler oder spezialisierter Medien,
  • schnellere Orientierung bei wiederkehrenden Themen.

Gerade lokale Publisher profitieren davon – als Einheimischer kennt man die lokal ansässigen Publisher und vertraut ihnen bei den entsprechenden Themen. Mehrere Medien in den USA werben bereits aktiv dafür, von Leser:innen als Preferred Source markiert zu werden – Beispiel: The Telegraph.

Warum Publisher das ernst nehmen sollten

Für Publisher könnte Preferred Sources eines der relevantesten neuen Search-Features seit Discover werden.

Denn plötzlich zählt nicht mehr nur:

“Wie gut rankt mein Artikel?”

Sondern auch:

“Wie viele Menschen haben meine Marke bewusst ausgewählt?”

Das verändert die Dynamik von SEO fundamental.

Die eigene Brand wird immer wichtiger.

Publisher, die starke Communities haben oder eine klare thematische Autorität aufgebaut haben, erhalten hier einen Vorteil – Beispiel Fußball von oben ;) .

Wer aktiv gelesen wird, kann künftig die algorithmische Volatilität teilweise abfedern, weil Nutzer:innen die Quelle explizit priorisieren.

Was das langfristig bedeuten kann

Preferred Sources kommt nicht zufällig genau jetzt. Google steht massiv unter Druck:

  • AI Overviews reduzieren Klicks (nicht nur) für Publisher.
  • Publisher kritisieren sinkenden Referral-Traffic.
  • Das Vertrauen in algorithmische Feeds sinkt.
  • Nutzer:innen wollen mehr Kontrolle über die Informationsquellen.

Die Antwort von Google:

Mehr Personalisierung + stärkere Publisher-Signale.

Dieser mögliche Eingriff durch Nutzer:innen in die Zusammenstellung der SERPs ist eine große Veränderung. Entwickelt sich Google von einer rein algorithmischen Suchmaschine hin zu einer immer mehr hybriden Plattform, in der

  • Relevanz,
  • Personalisierung,
  • Vertrauenssignale und
  • Nutzerbeziehungen

immer wichtiger werden?

Preferred Sources ist mehr als nur ein kleines neues News-Feature. Es ist ein Signal dafür, dass Markenbindung wieder wichtiger wird.

Die Zukunft gehört nicht mehr nur den besten Artikeln, sondern den Quellen, die Menschen aktiv wiedersehen und lesen wollen.

Consultant

Du hast Fragen zum Artikel, zum Thema oder brauchst einen Tipp für Deine nächsten Schritte? Hier kannst Du Dir einen unverbindlichen Termin in meinem Kalender buchen. Ich freue mich auf Dich!
15-Minuten-Termin mit Hannah reservieren
Das ist ein Artikel aus unserem Newsletter. Wenn Du jeden Dienstag Morgen schlauer werden möchtest, melde jetzt kostenfrei für den SEO-Newsletter an

Kurze, praxisnahe SEO-Tipps – maximal 1× pro Woche. Keine Werbung, kein Spam.

Deine Daten sind bei uns in guten Händen und werden ausschließlich für diesen Newsletter genutzt.