TL:DR;
- Obwohl Google eine grundlegende Transformation der Suche bis 2027 ankündigt, betont es gleichzeitig die anhaltende Relevanz klassischer SEO-Grundlagen wie technische Sauberkeit, gute UX und einzigartigen Non-Commodity-Content.
- Technische SEO, Geschwindigkeit und das Beheben von Vertrauensverlusten sind essenzielle Voraussetzungen, um überhaupt erst in der Crawling- und Indexing-Pipeline von Suchmaschinen zu bestehen.
- Wir können KI-Antworten maßgeblich beeinflussen, indem wir unsere Präsenz im Index sicherstellen und unsere Inhalte durch klare, belegte Aussagen zitierfähig machen.
- Der Schlüssel liegt in exzellenten Non-Commodity-Inhalten und der effektiven Nutzung des Groundings als operativer Hebel, um als Wissensquelle für KI-Systeme zu dienen.
- Du musst verstehen, dass die Rolle der Indizes sich wandelt, um KI-Systemen als Wissensdatenbank zu dienen, doch die Indexierungs-Pipeline bleibt weiterhin Dein primärer Weg zur Sichtbarkeit.
Sundar Pichai, CEO von Google und Alphabet, sagt, die Suche wird sich 2027 grundlegend wandeln. Sie wird zum Agent-Manager.
Google wiederum verkündete jüngst auf der Search Central Live: "Good SEO is good GEO." Google empfiehlt, diese Punkte zu befolgen:
- Befolge die SEO-Grundlagen.
- Nutze strukturierte Daten.
- Sorge für eine großartige User Experience.
- Wichtig sind einzigartige, authentische Inhalte, die keine austauschbare Massenware sind – sogenannte Non-Commodity-Inhalte.
Ich bin ein großer Freund dieser Aussage. Das heißt nicht, dass ich meine Augen vor dem Wandel der Zeit verschließe, sondern dass ich pragmatischen Realismus an den Tag lege. Wir finden in KI-Antworten nur statt, wenn wir erfolgreich die Crawling- und Indexing-Pipeline durchlaufen. Damit haben wir unser Ziel noch nicht erreicht, aber das ist die Minimalanforderung.
Wir haben aktuell den Fall, dass nach einem URL-Wechsel inkl. Weiterleitung und Änderung des Inhaltes vermutlich eine Neubewertung der URLs stattgefunden hat. Im Ergebnis tauchten wir nicht mehr in den AIOs auf, waren vorher aber konstant vertreten. Es kann gut sein, dass die URLs ihren Trust wieder aufbauen. Hier müssen wir noch ein bisschen Geduld aufbringen. Es stellt sich aber die Frage, ob wir den Trust besser erhalten oder auf die neuen URLs hätten übertragen können. Dieses Thema ist nicht erst mit der GEO aufgekommen, sondern beschäftigt uns schon Jahre. Google verschärft allerdings zunehmend die Regeln.
Pichai selbst führt an, dass Geschwindigkeit und technische Sauberkeit zur Mindestvoraussetzung werden. Mit dem Zusatz, dass die CWV nur der Anfang sind. Auch wenn Google uns einiges in der Vergangenheit verziehen hat, war und ist jetzt umso mehr technische SEO ein relevanter Baustein.
Und das ergibt auch Sinn, wenn wir uns unser Framework für das Auftauchen in KI‑Antworten anschauen und uns der Frage annehmen: Was können wir wie beeinflussen?
- Das Training können wir kaum beeinflussen, weil wir nicht wissen, welches Modell wann mit welchen Daten trainiert wird.
- Den System-Prompt können wir nicht beeinflussen, solange wir nicht in den Firmenzentralen von Google, OpenAI, Anthropic etc. arbeiten.
- Query-Fanout-Selection: Ob und wie das Modell nach zusätzlichem Wissen sucht, können wir nicht beeinflussen.
- Präsenz in der Query-Fanout-Grounding-Antwort. Das können wir beeinflussen: Indexabdeckung, Ranking, gelegentlich: Product Feeds.
- Verwendung unseres Inhaltes als Zitat: Das können wir beeinflussen über das Snippet mit einer klaren Aussage.
- Zusammenstellung der Antwort durch das Chat-System / Synthetisierung der Antwort. Können wir versuchen, zu beeinflussen durch klare, belegte Aussagen im Content.
Am langen Ende sind die Technik und hervorragende Non-Commodity-Inhalte der Schlüssel. Johan führt in seinem Artikel "Die eine Sache mit dem größten Impact auf GEO" Grounding als einen starken operativen Hebel an, mit dem wir in KI-Antworten punkten können und zeigt detailliert, wie wir das angehen. Unsere Aufgabe als SEOs ist es, sicherzustellen, dass Google, aber auch jede andere Suchmaschine uns in den Index aufnimmt. Zugegeben, die Rolle der Indizes ändert sich in Zukunft. Sie werden immer mehr zu einer Wissensdatenbank für KI-Suchsysteme. Der Weg dorthin bleibt (zumindest aktuell) derselbe: die Indexing-Pipeline.
Die Aufnahme in den Index ermöglicht überhaupt erst, dass wir mit guten Inhalten im Grounding stattfinden. Das ist das, was wir gerade beeinflussen können. Natürlich wandelt sich das Spielfeld enorm, aber die Regeln sind aktuell dieselben. Auch wenn der Schiri einen schlechten Tag hat.