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Geschäftsführender Gesellschafter
Das Wichtigste in Kürze
  • Wir stellen fest, dass viele sich zu stark auf die automatisierte KI-Content-Produktion verlassen, was unweigerlich zu "AI Slop" und einer gefährlichen "Masse statt Klasse"-Falle führt.
  • Google bekämpft minderwertigen KI-Content mit aktualisierten Richtlinien, die explizit eine menschliche Überprüfung und den "People-first"-Ansatz für alle Content-Elemente fordern.
  • Die Google Quality Rater Guidelines bewerten Inhalte nun streng nach Aufwand, Originalität und Korrektheit, wobei fehlender eigener Aufwand, mangelnde neue Perspektiven oder gar gefälschte Autorenseiten zur Abwertung führen.
  • Wir warnen vor der "Custom-GPT-Falle", bei der die automatische Artikelerstellung zur Qualitätsminderung führt, und der Illusion, dass zukünftig KI-Wasserzeichen in Texten einfach umgangen werden können.
  • Gib Deinem Content mehr Liebe und Einzigartigkeit, nutze KI als wertvolles Assistenz-Tool für Recherche und Struktur, aber behalte stets die vollständige menschliche Kontrolle und schalte den Auto-Piloten aus.


Low Quality Stempel vermeiden

Sei ehrlich, Du hast es auch schon getan! KI-Content nur grob geprüft oder auf die automatisierten Checks vertraut und raus damit ins Netz. Auf der Gegenseite wird dann von der KI sowieso zusammengefasst, warum also nicht gleich den ganzen Content-Produktionsapparat auf Auto stellen. Am Ende noch ein bisschen so klingen lassen wie Marianne Mustermann, denn die spart ja dadurch nun gewaltig Zeit bei der Veröffentlichung ihrer Artikel. Waaaaaaaait a minute…

Der geschätzte SEO-Kollege JR Oakes hat auf LinkedIn über ein paar spannende Updates in der Google Search Central berichtet, die dem AI-Slop den Kampf ansagen.

Google hat seine Richtlinien aktualisiert und beschreibt die Spielregeln wie folgt "Using generative AI content" & "Creating helpful, reliable, people-first content".

Ohne menschliche Kontrolle entsteht schnell der ungewünschte "AI Slop". Gibt es übrigens nicht nur in Textform, siehst Du als tolles Bild an jedem Vereinsheim, an jeder Dönerbude, in unzähligen Plakaten und WhatsApp-Bildchen. Zugegeben… besser als Comic Sans MS, aber immer noch nicht schön.

Der Mensch muss ans Steuer: Wer KI nutzt, produziert ohne menschliche Kontrolle schnell sogenannten "Slop" – also minderwertigen KI-Müll. Eine menschliche Prüfung ist absolute Pflicht. Und ganz wichtig: Das gilt nicht nur für den Fließtext, ,sondern auch für die Description!

Google verlangt, dass der Main Content nicht nur aus ein paar Absätzen und einem Stock-Image besteht. Auch Seitentitel, integrierte Tools (Rechner etc.) und User Generated Content (UGC) gehören dazu und müssen den "People-first"-Ansatz erfüllen. Explizit werden auch Meta-Daten und Descriptions genannt.

Passend dazu gab es ein Update der Google Quality Rater Guidelines. Übrigens eine nette Nachtlektüre für alle Redakteure. Neu ist die Bewertung der Inhalte nach:

  • Aufwand: Stumpfes Feed auslesen und daraus massenhaft KI-Texte generieren ohne redaktionelle Prüfung wird mit "little to no effort" geflaggt. Auch Quellenangaben sind dabei kein Ablassbrief.
  • Originalität & Talent: Kein Leser braucht Content, den es schon tausendfach im Netz gibt. Neue Informationen und/oder neue Perspektiven sind gefragt. Gleichzeitig wird Wert auf klare Schreibe, gut produzierte Videos und funktionierende Seiten-Tools gelegt. Man muss zwar nicht für jedes Thema ein absoluter Fach-Nerd sein, aber die Basics müssen sitzen.
  • Korrektheit: Informationen müssen faktisch stimmen. (Hurra! Das sollte sich überall durchsetzen!) Bei YMYL-Themen (Your Money or Your Life) gibt es dabei gar keinen Spielraum. Hier muss der Content auf Experten-Niveau sein.

Richtig spannend und ein Obacht in so manches Redaktionshaus… Autoren faken ist eine Red Flag. KI-generierte Bildchen für Autoren, ausgedachte Namen und/oder gefälschte Credentials werden direkt als Täuschung eingestuft. Setzen 6! Die Rater sind angewiesen, das als klares Signal für eine Low-Quality-Page zu werten.

Was mir dazu aus dem Berateralltag einfällt ist die Custom-GPT-Falle, die viele gerade für sich entwickeln oder bereits entwickelt und in der Redaktion etabliert haben. Redaktionsrichtlinien und SEO-Redaktions-Checklisten werden als eigene kleine Apps oder Custom GPTs in die Chat-Systeme gebastelt. Das ist zur reinen Qualitätssicherung eine super Sache, aaaaaaber gerne verlockt der miteingebaute "Schreib mir den Artikel anhand dieser Checkliste direkt neu"-Button. Menschen nehmen das dankbar an und zack biste in der Masse-statt-Klasse-Falle.

In diesem Zusammenhang auch wichtig sind die kommenden LLM-Wasserzeichen. "Ach, ich schreibe den KI-Text einfach ein bisschen um, dann merkt das keiner", wird nicht so einfach funktionieren.

Anbieter von KI-Tools werden durch den EU AI Act dazu gezwungen, Wasserzeichen in generierte Inhalte einzubauen. Vielen ist überhaupt nicht bewusst, wie diese Wasserzeichen auf Textebene funktionieren. Gut, ist auch ein bisschen komplizierter, aber das Video oben fasst es gut zusammen, finde ich.

Long story short: mehr Liebe und Einzigartigkeit in Deinen Content. Lass Dir gern von Assistenten bei Recherchen und Gliederung helfen. Lass Deine Checklisten und Richtlinien drüberbügeln, aber behalte die Kontrolle und lass den Auto-Piloten ausgeschaltet.

Geschäftsführender Gesellschafter

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