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Consultant

Vergangenen Dienstag hat Google Mal wieder pünktlich und direkt nach Erscheinen unserer letzten Newsletter-Ausgabe das Rollout des November Core Update angekündigt.

Sollten wir demnächst jemanden von Google in die Finger bekommen, werden wir nochmal mit Nachdruck platzieren, dass sie uns einen großen Gefallen tun, solche Ankündigungen am Montag unserer Zeit rauszuhauen. Es ist immer ärgerlich, wenn wir erst eine Woche später darüber schreiben können.

Wenigstens ist die Meldung noch in dem Sinne aktuell, als dass Google angekündigt hat, dass das Update bis zu zwei Wochen andauern könnte. In der Beschreibung grüßt gefühlt das Murmeltier:

“This update is designed to continue our work to improve the quality of our search results by showing more content that people find genuinely useful and less content that feels like it was made just to perform well on Search.”

Ich lass mich gerne korrigieren, aber ohne nachzusehen war eine Variation von “Bessere Suchergebnisse, weniger Low Quality Sh*t” doch auch Zielsetzung der letzten drei Updates, oder?

Soll kein Vorwurf sein. Es zeigt wohl eher auf, wie schwierig es sein kann, “gute Ergebnisse” zu liefern und im Vorfeld zu definieren, wie man das feststellt. Denn die schon länger angeprangerten Probleme in den Suchergebnissen sind offensichtlich noch nicht behoben.

Anfang November hat Google eingeladen in die heiligen Hallen in Mountain View, Kalifornien. Zu einem “Creators Summit” insbesondere für Inhaber von Seiten, die unter den Helpful Content Seiten gelitten haben.

Das Feedback war, um freundlich zu bleiben, nicht nur positiv. Viele der ‘Creators’ haben sich im Nachgang geäußert. Eine gute Zusammenfassung (und weitere interessante Ausführungen) dazu hat Behrend erstellt.

O-Ton des Summits scheint dabei zu sein:

  • Antworten gab es keine.
  • Es lag nicht an den Webseiten bzw. deren Inhalt.
  • Man soll nicht auf eine Erholung durch Updates hoffen.

Dass die Reaktionen darauf keine Jubelstürme waren, ist wohl nachvollziehbar. Spannend ist auch der Eindruck, dass Google eher interessiert war, Input zu guten Ergebnissen von den Websitebetreibern zu bekommen, als diesen Antworten zu liefern.

Das Thema HCU begleitet die SEO-Branche jetzt schon eine lange Zeit. Natürlich muss Google das in den Griff bekommen, wenn sie Nutzer zufriedenstellen und halten wollen.

Die Frage ist aus meiner Sicht eher, wie sehr das noch in Googles eigener Hand oder der Hände ihrer Entwickler liegt. Das Helpful Content System hat zu Beginn durch Machine Learning gelernt, was ‘helpful’ ist und was nicht, mit rückblickend mäßigem Erfolg.

Als Laie in Sachen KI-Training frage ich mich, ob man nicht einfach genug Beispiele nachkippen müsste, bis das System vernünftig gelernt hat.

Wenn es so einfach wäre, dann hätte man es schon gemacht. Und wenn jemand die Daten hat – Nutzersignale oder Feedback von Quality Ratern – dann Google. Die Tatsache, dass es also immer noch hakt, wirft daher Fragen auf. Aus meiner Sicht die spannenden zwei:

  • Provokant gefragt: Ist Google die eigene KI entglitten?
  • Wiegen andere Faktoren/Systeme einfach schwerer als der Punkt Helpfulness und Googles Problem liegt eher in der Abwägung, bspw. mit EEAT? Oder schlicht einer Überbewertung der Brand?

Gerade letzteres ergibt aus meiner Sicht Sinn. Wir erinnern uns an das Zitat des ehemaligen Google CEOs Eric Schmidt:

“Brands are the solution, not the problem... Brands are how you sort out the cesspool.”

Der Filter gegen den ganzen Schrott muss immer stärker werden, damit der Index keine Müllhalde wird. Wenn die Brand aber als Faktor immer wichtiger ist, wie kann sich der Content selbst noch den Ausschlag geben?

Meine Einschätzung ist, dass es diese Stellschraube ist, an der Google bisher scheitert. Und sehr, sehr vorsichtig ist, weiter zu drehen, bevor der Damm bricht.

Was nicht heißen muss, dass die Einstufung in hilfreich oder nicht schon einwandfrei funktioniert. Sonst würden sie die Creator vermutlich nicht fragen. Ich sehe aber das Problem, dass selbst eine einwandfreie Einordnung noch nicht das Heilmittel sein wird.

Das frustrierende daran für SEOs ist, dass wir selber eigentlich weiterhin nichts tun können außer warten, nach dem Summit sogar mit Brief und Siegel.

Mittlerweile gibt es auch Beispiele für Websites, die begonnen haben sich nach einem Tiefschlag durch das HCU zu erholen. Ein derartiges Beispiel ist Mountain Weekly News. Erholt ist aber auch relativ, weil man weit vom vorherigen Niveau entfernt ist:

Ein Graph aus Ahrefs von Mountain Weekly News, die mit dem Helpful Content Update massiv verloren und sich kürzlich teilweise erholt haben.

Ob weitere Fälle durch dieses Update dazukommen, bleibt abzuwarten. Ich würde nicht die Luft anhalten.

Consultant

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