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TL;DR; Zusammenfassung:

  • Wir erleben eine Schwemme an generischem "Commodity Content", den Google mittels Selective Indexing zunehmend filtert und ignoriert, weil er keinen neuen Mehrwert bietet.

  • Google definiert "guten Inhalt" neu als "Non-Commodity Content", der zwingend einzigartig, spezifisch und authentisch sein muss, basierend auf eigenen Daten, tiefen Einblicken oder echter Erfahrung.

  • Wir müssen uns fragen, ob unsere Inhalte dem bestehenden Informationskorpus wirklich etwas Einzigartiges hinzufügen oder nur für SEO erstellt wurden, denn nur Ersteres hat Bestand.

  • "Non-Commodity Content" entfaltet seine volle Wirkung erst durch eine einwandfreie technische SEO und auch der Einsatz von strukturierten Daten, die Suchmaschinen die semantische Einordnung erleichtern, kann helfen.

  • Konzentriere Dich darauf, echten Mehrwert durch unverwechselbare Informationen zu liefern, anstatt nur bestehende Keyword-Suchvolumen abzudecken, auch wenn diese weiterhin zur Content-Planung dienen können.

Jenseits des Einheitsbreis: Wie Google „Massenware“ filtert oder zumindest vorgibt, es zu tun.

In meinem letzten Newsletter Indexing-Pipeline & Grounding: Ein Framework für Sichtbarkeit berichtete ich, dass Google verlautbaren lassen hat: „Good SEO is Good GEO“. Die Kernbotschaft seitens Google war nicht wirklich neu: Wer die klassische SEO beherrscht, ist auch gut aufgestellt, um in den neuen, KI-generierten Suchergebnissen stattzufinden.

Neu ist aber die Aussage für mich, die ich in letzter Zeit immer öfter höre oder lese; Agenturen kennen sich nur im GEO aus, wenn sie dies als eigene Disziplin anbieten. Diese Aussage kommt nicht von Google, sondern aus der SEO-Szene. Persönlich tue ich mich schwer damit. SEO und SEA können wir super voneinander abgrenzen. Aber SEO und GEO? Der ganze Prozess der Namensfindung war schon anstrengend. Johan berichtete darüber in seinem Artikel GEO, LLMO, AIO, Relevance Engineering, Autoritäts-Management, Chatbot SEO, Ja wie denn nu?. Nun bin ich der Wortklauber, aber ohne die Grundlagen der SEO, finden wir nicht in der GEO statt. Natürlich gibt es Bereiche in der GEO, die sich stark von der SEO unterscheiden, aber beides zahlt am langen Ende darauf ein, dass wir in Suchsystemen auftauchen.

Ein Punkt meines letzten Artikels waren die “Non-Commodity” Inhalte. Google hat auf der Search Central in Toronto suggeriert, dass die strategische Messlatte für das, was überhaupt als „guter Inhalt“ gilt, noch einmal ein Stück höher gelegt wurde. Ein Begriff steht dabei im Mittelpunkt: Non-Commodity Content.

Was auf den ersten Blick wie eine weitere Worthülse aus der Marketingabteilung wirkt, beschreibt bei genauerem Hinsehen etwas, das wir schon länger von Google kennen, das aber im Zeitalter von KI ein völlig neues Ausmaß angenommen hat.

Die Herausforderung: Das Web leidet unter Austauschbarkeit

Seit die Generative KI die Hürde für die Erstellung von Texten massiv gesenkt hat, erleben wir eine Schwemme an Inhalten. Das Problem dabei: Ein Großteil davon ist Commodity Content – einfache, digitale Massenware. Es handelt sich um jene typischen, generischen Ratgebertexte, die lediglich den bestehenden Konsens im Netz zusammenfassen. Sie sind handwerklich oft fehlerfrei, bieten aber keinen neuen Mehrwert für den User.

Google reagiert darauf inzwischen sehr restriktiv, wie JC Chouinard in seiner Dokumentation zu den Slides der Search Central aufgreift. Google setzt verstärkt auf Selective Indexing: Inhalte, die als austauschbare Massenware eingestuft werden, schaffen es oft gar nicht mehr in den Suchindex. Sie werden zwar gecrawlt, aber ignoriert, weil sie dem Nutzer kein neues Wissen bieten. Ab einem gewissen Punkt unterlässt Google sogar das Crawling dieser Seiten innerhalb unserer Domain, wenn wir zu viele anbieten.

Helpful Content im Pelz des Non-Commodity Inhalts

Auch Shaun Anderson berichtet von der Search Central. Kurz gesagt, schreibt er: „Non-Commodity Content“ ist der neue Maßstab für Helpful Content, ohne dass man es explizit auf der Bühne sagen möchte.

  • Unique (Einzigartig): Der Inhalt muss auf eigenen Daten, proprietären Studien oder einer Perspektive basieren, die nicht durch das bloße Zusammenfassen bestehender Quellen repliziert werden kann.
  • Specific (Spezifisch): Weg von der oberflächlichen Allgemeingültigkeit, hin zum konkreten Einzelfall und tiefen Fallstudien.
  • Authentic (Authentisch): Die Inhalte müssen von echter Fachkompetenz und nachweisbarer Erfahrung aus erster Hand (First-Hand Experience) zeugen.

Googles Definition ist nicht neu

Im übertragenen Sinne fragt Harry Clarkson-Bennett, ob Non-Commodity-Content ein weiterer Versuch von Google ist, alten Wein in neue SEO-Schläuche zu gießen. Der Artikel ist nicht weltbewegend, aber ich mag seine Grundgedanken.

Clarkson-Bennett bringt es nämlich über Googles Information Gain Patent auf den Punkt. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du einen Inhalt erstellen sollst oder nicht, stelle Dir zwei Fragen:

  1. Erstellen wir das hier nur für SEO?
  2. Fügen wir dem bestehenden Informationskorpus irgendetwas Einzigartiges hinzu?

Wenn Deine Antwort auf die erste Frage „Ja“ und auf die zweite „Nein“ lautet – dann wirf den Textentwurf direkt in die Tonne („throw it straight in the bin“).

Das Zusammenspiel von Content und Technik

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zum Thema „Good SEO is Good GEO“. Wenn wir erstklassigen, eben nicht austauschbaren Content erstellen, müssen wir auch dafür sorgen, dass die Suchmaschine – und damit auch die LLMs diesen ohne Reibungsverluste verarbeiten können. Spannend ist, dass Google auf der Search Central auch sagt, dass der saubere Einsatz von strukturierten Daten (Schema Markup) in der GEO auch helfen kann. Ich kann bis hierhin den Aufschrei hinter dem einen oder anderen Rechner hören. Aber vielleicht ist der Blick hier auch zu schwarz/weiß.

Natürlich sind strukturierte Daten kein Allheilmittel, das minderwertigen Content aufwertet. Aber sie helfen, menschliche Erkenntnisse und spezifische Daten in eine standardisierte, maschinenlesbare Form zu bringen. Wenn sehr gute Inhalte und saubere technische SEO Hand in Hand gehen, erleichtert das den Systemen die semantische Zuordnung und erhöht unsere Performance in der GEO.

Fazit für die Praxis

Die wichtigste Erkenntnis aus den aktuellen Entwicklungen ist für mich: Schreib Content nicht mehr nur, um Keyword-Suchvolumen abzudecken, sondern stell stattdessen sicher, dass jeder Inhalt Informationen vermittelt, die nicht schon von zig anderen Seiten wiedergekäut wurden. Eine Diskussion, die ich mit Johan schon lange geführt habe. Wobei Johan derjenige ist, der schon seit Jahren sagt, lass uns das Suchvolumen nicht zu hoch bewerten. Das Thema ganzheitlich zu behandeln ist viel wichtiger. Was soll ich sagen, er hatte recht und spätestens jetzt sind wir an diesem Punkt angekommen. Trotzdem helfen uns Trends und ggf. auch Suchvolumen bei der Content-Planung und Priorisierung, nicht nur in der SEO-Abteilung, sondern über alle Marketing-Teams hinweg.

Du siehst, zu 100% mag ich mich vom Suchvolumen noch nicht lösen, wie ist es bei Dir? Eine mittlerweile irrelevante Metrik oder eine Option, um eine Brücke zu anderen Fachabteilungen zu bauen?

Du hast Fragen zum Artikel, zum Thema oder brauchst einen Tipp für Deine nächsten Schritte? Hier kannst Du Dir einen unverbindlichen Termin in meinem Kalender buchen. Ich freue mich auf Dich!
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