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Junior Consultant

Während Anita Dir eine Anleitung für die SGE spendiert, bringe ich diese Woche ein paar Neuigkeiten zu Googles AI-gestützen Suchergebnissen mit.

Google berichtete letzte Woche unter anderem folgende Dinge:

  • Die SGE ist ab sofort für Indien und Japan verfügbar (als Teil der Search Labs, also ebenfalls "nur" im Testmodus)

  • Nutzer\*innen im Alter von 18-24 sind mit der Erfahrung der SGE am zufriedensten

  • Der Conversational Mode, also Anfragen zu verfeinern und tiefer einzusteigen, ist sehr beliebt

  • Und ganz wichtig: Links in den generierten Antworten sollen als Quellen erhalten bleiben, da Nutzer\*innen es so einfacher und deutlicher finden, wo welcher Inhalt der Antwort herkommt

Insbesondere vor dem Hintergrund, wie zufrieden junge Erwachsene mit der SGE sind, ist das natürlich spannend: Tendenziell sind jüngere Nutzer*\innen leichtgläubiger, was Featured Snippets und allgemein gut platzierte Suchergebnisse angeht. Etwas kritisch, gerade weil wir wissen, dass KI-Such- und Antwortergebnisse oftmals noch halluzinierte Informationen beinhalten können. Hier ein schönes Beispiel:

Ein Screenshot aus der Google SGE, wo für das Query "countries in africa that start with k" ein Ergebnis generiert wird. Im linken Bereich ist eine Textantwort, darunter ein Bild und im rechten Bereich sind Kacheln mit Verlinkungen zu finden. Die Textantwort schreibt unter anderem "There are no countries in Africa that start with the letter "K". The closest is Kenya, which starts with a "K" sound. [...]"

Datum: 25.08.2023

Laut SGE gibt es also kein afrikanisches Land, dessen Name mit "K" beginnt. Kenia, Kamerun & Co sehen das sicherlich anders. Aber ok, schauen wir uns mal die Quellen an: Der zweite Link führt zu diesem hochwertigen Content. 😅

Ein Screenshot einer der aufgeführten Quellen der SGE Antwort. Auf die Frage welche Länder in Afrika mit "K" anfangen, gibt ChatGPT hier "[...] While there are 54 recognized countries in Africa, none of them begin with the letter "K". The closest is Kenya, which starts with a "K" sound, but is actually spelled with a "K" sound. [...]"

Leider schafft es dieses Beispiel auch in die normale Suche als Featured Snippet. 🫠

ein Screenshot der normalen Google Suche, in der für die gleiche Suchanfrage "african countries that start with k" ein Featured Snippet ausgespielt wird. Die Quelle ist die gleiche, wie im SGE Beispiel. Eine von ChatGPT generierte Antwort, die aussagt, es gäbe keine Länder in Afrika, die mit "K" beginnen. Im nächsten Satz wird dann beschrieben, dass Kenya dem am nähesten käme.

Datum: 25.08.2023

Auch dieses dieses Statement aus Googles Ankündigung finde ich lustig:

"We've also found that people are finding ads either above or below the AI-powered overview helpful, as they provide useful options for people to take action and connect with businesses."

Wir lieben Ads, na klar. 😅 

Das Ding mit den Quellen

Dass es ab jetzt immer Quellenangaben in der Antwort selbst gibt, finde ich sehr wichtig. Wenn man sich an Inhalten anderer bedient, sollte das möglichst immer eindeutig erkennbar sein. Vor dieser Änderung musste man auf einen kleinen Button oberhalb des Karussells klicken und so in eine neue Ansicht wechseln.

Meine These: Das haben wenige verstanden und es wurde nicht genutzt, weil man räumlich außerhalb der Antwort klicken musste. Jetzt ist es erkennbarer. Hier mal ein Vergleich:

ALT

  • Man konnte visuell kaum darauf schließen, dass die Antwort aus den drei Kacheln rechts oben (inkl. Slider-Mechanik, also auch potenziell mehr Quellen) stammt

  • Für direkte Quellenangaben musste man den hervorgehobenen Button klicken

Ein Screenshot aus der Google SGE mit dem Query "credit card risk". Im linken Bereich wird eine Textantwort ausgegeben, die auf unterschiedliche Risiken eingeht. Im rechten Bereich befindet sich ein Karussell mit Quellen und darüber ein kleiner Button (markiert), mit dem man das Corroboration Feature öffnen kann. Die Antwort und die Quellen liegen relativ weit auseinander. Datum 25.08.2023

NEU

  • Jetzt gibt es neben einzelnen Teilen der Antworten die kleinen Dropdown-Haken, die sich anklicken lassen

  • Danach öffnet sich nach unten ein Element (Screenshot #2), in dem die Quellen aufgeführt werden

Ein Screenshot aus der Google SGE mit dem Query "credit card risk". Im linken Bereich wird eine Textantwort ausgegeben, die auf unterschiedliche Risiken eingeht. Hier ist die Antwort strukturierter. Zusätzlich ist neben einzelnen Bestandteilen der Antworten ein Dropdown-Häkchen eingezeichnet. Rechts finden sich Kacheln, mit verlinkten Websites, die man anklicken kann. Datum: 30.08.2023

Ein Screenshot aus der SGE, bei der einer der Dropdown-Haken in der Antwort angeklickt wurde und sich einige Quellenhinweise nach unten ausgeklappt haben, so dass erkennbar ist, welche Quellen für den Abschnitt verwendet wurden. Datum: 30.08.2023

Was ist daran nicht optimal? Es ist nicht sofort erkennbar, dass das ein Quellenhinweis ist. Man könnte auch denken, man findet hier weitere Informationen und so ist es theoretisch ja auch, wenn man auf die verlinkten Websites klickt.

Wenn das so bleiben sollte, werden die meisten mit der Zeit wohl lernen, dass sich hier auch die Quellen der Antwort verbergen. Ich bin damit erstmal zufrieden.

Was müssen wir tun?

Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit der SGE beschäftigt, da Google weiterhin an dieser Integration festhält. Mittlerweile wohl aber mit etwas weniger Druck, da ChatGPT deutlich weniger Traffic bekommt, als noch zum Anfang des Jahres.

Wir müssen wachsam sein, dürfen uns aber auch nicht zu sehr von den wichtigen Dingen in der Gegenwart abhalten lassen, da unklar ist, wann genau die SGE ausgerollt und überhaupt offiziell in Deutschland verfügbar gemacht wird.

Also: Augen auf, mit den Ohren lauschen, aber nicht verrückt machen lassen!

"We suffer more often in imagination, than in reality." (Seneca)

Junior Consultant

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