Google I/O rauf und runter. Die Ankündigung des Google Shopping Graph in der Keynote hat mich elektrisiert und Hannah händeringend herumwerkeln lassen. Ein eigener Knowledge Graph für Produkte und Shopping. Dabei werden Crawling-Informationen aus Webseiten (Schema, Text, Bild), Videos und (Google) Reviews mit den Daten aus Google Shopping und den Merchant Feeds verknüpft. Der Shopping Graph soll dabei nicht nur für die Suche verwendet werden, sondern auch für Google Lens/Fotos, Youtube und Chrome. Google versucht damit Dein “Shopping Compagnon” zu werden. Wo hast Du offene Warenkörbe? Wo gibt es Rabatte? Gibt es Preisveränderungen von Produkten für die Du Dich interessierst? Google betont bei der Entwicklung, wie wichtig ihnen Verknüpfungen zwischen Produkten und die Connection mit Hersteller-Daten ist.
Randnotiz: 1,7 Mio. Shopify-Kunden können sich jetzt mit wenigen Klicks in Google Shopping listen lassen. Das erhöht den Druck im Shopping-Tab relevant (und füttert Google mit mehr Daten.)
Spannend aus vielerlei Hinsicht:
Strategisch: Google schenkt die Produktsuche nicht an Amazon. Technisch: Warum werden die Produkte separiert von den anderen Daten im Knowledge Graph? Liegt das an a) Shopping Feeds, b) der Verbindung aus organischer Suche und Ad-Features, c) Qualitätssicherung, weil es sich bei Produkten immer um YourMoneyYourLife-Entscheidungen handelt oder d) alles drei? SEO-seitig: Die alte Schema.org-Debatte kommt einem in den Sinn: Ist es eine gute Idee, wenn wir Google die Sachen aufbereiten und Google mit dem Wissen lernt und Nutzerinnen und Nutzer dann eventuell auf Basis unserer Daten zur Konkurrenz schickt? Heute wissen wir: Die Daten selbst verlässlich zur Verfügung zu stellen ist ein Asset.
Aber warum ist das Hannahs Hölle? Hannah hatte diese Woche das zweifelhafte Vergnügen mit mir (noch vor der Bekanntgabe des Shopping-Graphs) strukturierte Daten für Produkte von zwei verschiedenen Shops zu bauen. Mit dem Fokus auf Beziehungen zwischen den Produkten: isSimilarTo, isAccessoryOrSparePart, ProductModel, ProductGroup, …
Wir haben in einem Fall beschlossen, dass es sinnvoll ist, wenn es keine eigene übergeordnete Seite für das Produktmodell gibt, einfach die URL des Herstellers anzugeben (der die Produkte nicht selbst verkauft, dreistufiger Vertrieb in Deutschland - yay). Am Abend danach die Shopping Graph Ankündigung von Google. Im Video der Keynote mit dem bemerkenswerten Satz: Wir versuchen die Produkte mit den Daten und URLs der Hersteller zu verknüpfen. Da haben wir mal wieder den richtigen Riecher gehabt. Überhaupt: Structured Data sieht einfach aus. Bis man versucht, es richtig zu machen. Dann wird das schnell sehr komplex. Aber es kann dann auch Spaß machen. Oder, Hannah?