TL:DR;
- Spam schadet nicht nur der Nutzererfahrung und Reputation von SEO, sondern zwingt Suchmaschinen zu Kontrollsystemen, die dann übersteuern können.
- Wir beobachten extreme Spam-Taktiken, wie den Aufkauf von Gaming-Magazinen und den Einsatz von KI-Autoren mit Fake-Profilen zur Erstellung von Casino-Content und Links.
- Diese skrupellosen Akteure nutzen sogar Domains von Wohltätigkeitsorganisationen, um ihre Spam-Netzwerke zu erweitern.
- Erfreulicherweise werden solche unethischen Praktiken nicht langfristig belohnt; viele der betroffenen Websites verlieren ihre Indexierung durch manuelle oder algorithmische Updates.
- Für eine saubere und faire Suchmaschinenlandschaft sind kontinuierliche und effektive Spam-Updates unerlässlich.
Wusstest Du, dass der Begriff Spam ursprünglich aus der verkürzten Verbindung “SPiced hAM” hervorging? Wusstest Du außerdem, dass dessen Synonymität mit Wiederholung bis zum Erbrechen durch Monty Python geprägt wurde? Jetzt weißt Du es.
Spam (die Flut aus unnötigen Inhalten, nicht das Dosenfleisch) hat seinen schlechten Ruf verdient. Nicht nur ist er in Form von beispielsweise E-Mail-Spam unmittelbar nervig, sondern hat negative Folgeerscheinungen. Hast Du Dich schon mal geärgert, dass irgendeine große Brand ohne Spezialisierung auf Dein Produkt vor Dir rankt? Nervige Autoritätsprobleme? Nun: Wenn es keine massiven Spam-Probleme (Content- oder Linkspam) gäbe, dann müssten Google & Co. sich keine aufwändigen Kontrollsysteme ausdenken, die dann Mal übersteuern.
Außerdem sind die Spam-Taktiken ein wesentlicher Grund, weshalb SEO einen schlechten Ruf genießt. Denn wenn diese funktionieren und unnütze Inhalte in den Suchmaschinen ranken, dann wird es den “Optimierern“ gutgeschrieben. Auch wenn das Vorgehen von Spammern mit seriöser Suchmaschinenoptimierung nichts gemein hat. Die Auswüchse dieser Praktiken wurden diese Woche in einem Artikel von Rob Waugh in der PressGazette (Leseempfehlung!) aufgezeigt.
Darin geht es um eine Recherche über Clickout Media, ein Unternehmen, das viele fragwürdige Dinge tut. Zum Beispiel:
- Eine Reihe von Gaming-Magazinen kaufen und die Redakteure durch AI-Journalisten ersetzen.
- Diese AI-Autoren samt Fake-Profilbild als echt verkaufen.
- Nach und nach mehr Content und Links zu Casino-Websites aufzubauen.
Wenn Du jetzt denkst, dass das die Grenzen der guten Sitte überschreitet, geht es auch noch krasser. Für solche Zwecke haben sie auch Domains von Charity-Organisation verwendet. Auch solche, die Familien von Kindern mit schweren Krankheiten unterstützt.
Dankenswerterweise scheint das nicht langfristig belohnt zu werden. Von den erwähnten Magazinen finden sich mehrere nicht mehr im Index wieder. Und das ist gut so. Entweder werden sie durch eine manuelle Penalty erwischt, oder es findet ein algorithmisches Update statt. So wie das von Darius erwähnte Spam-Update letzte Woche.
Mit Blick auf Geschäftspraktiken wie von Rob beschrieben kann ich nur meinen Kollegen Johan zitieren: “Es kann nie genug Spam-Updates geben.“