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Head of Operations & Quality

TL:DR;

  • Ein vermeintliches Google Core Update für Anfang März 2026 entpuppte sich als KI-generierte Falschinformation, die sich unkontrolliert im Netz verbreitete. Am Ende des Monats gab es aber dann doch ein offiziell bestätigtes Spam als auch Core Update.
  • Durch AI-gesteuerte Aggregatoren, die ungeprüft Inhalte übernahmen, verselbstständigte sich die Lüge und täuschte sogar Googles eigene AI Overviews.
  • Die Falschmeldung gewann an Glaubwürdigkeit, da sie eine einfache Erklärung für die zu dieser Zeit real beobachteten SERP-Volatilitäten bot.
  • Überprüfe die Existenz von Google Updates immer im Google Search Status Dashboard; Tracking-Tools zeigen Bewegungen, aber keine Ursachen.
  • Konsumiere SEO-Fachmedien kritisch, prüfe stets Primärquellen und lasse Dich nicht von der oft fehleranfälligen Social-Media-Bubble anstecken.
  • Bleibe bei Ranking-Schwankungen ruhig, vermeide Kurzschlussreaktionen und analysiere stattdessen gezielt die betroffenen Seiten und Keywords.
Das Update, das es nie gab (und was wir daraus lernen)

Hast Du es auch mitbekommen?

Ein angebliches Google Core Update für März 2026 sorgte in den letzten beiden Wochen für reichlich Diskussionen. Ja, in den SERPs war einiges an Bewegung drin. Und so wurde in LinkedIn und einigen (meist englischsprachigen) Medien davon berichtet.

Der Witz dabei war nur: Dieses Update gab es überhaupt nicht.

Der britische SEO Jon Goodey hat uns allen einen Spiegel vorgehalten und gezeigt, wie anfällig das Netz für KI-generierte Falschinformationen – sogenannten “AI Slop“ – geworden ist. Das Ganze begann als Unfall seiner automatisierten Newsletter-Pipeline: Sein KI-Tool fasste eine angebliche Branchen-News zusammen und halluzinierte völlig selbständig ein komplettes “März 2026 Core Update“ herbei. Die tatsächliche Quelle hinter dem verarbeiteten Link? Ein schlichtes Foto von einem Paar Turnschuhen (Adidas Gazelles).

Anstatt den Fehler sofort zu löschen, entschied sich Goodey bewusst für ein Experiment: Er ließ den KI-halluzinierten Post einfach online, um zu sehen, was passiert.

Das ist der Link zum Newsletter-Post.

Willkommen in der Dead Internet Theory

Was danach geschah, ist erschreckend. Da viele News-Portale heute KI-gesteuerte Aggregatoren nutzen, schrieb hier sprichwörtlich eine KI von der anderen ab. Internationale Portale wie Techbytes veröffentlichten die Meldung ungeprüft als Fakt. Dabei verselbstständigte sich die Falschinformation und wurde immer weiter ausgeschmückt: Die Systeme erfanden munter eigene Rankingfaktoren wie “Gemini 4.0 Semantic Filters“ oder eine “Discover 2.0 Engine“ dazu, die im Ursprungspost gar nicht standen.

Der absolute Höhepunkt: Sogar Googles eigene AI Overviews fielen auf den Schwindel herein und präsentierten die Falschmeldung als Fakt auf Seite 1.

Warum der Fake so gut funktionierte

Die Lüge war deshalb so glaubhaft, weil sie zu den Beobachtungen in der Praxis passte. Zu dieser Zeit gab es tatsächlich starke Volatilitäten in den SERPs. Die Fluktuation war real. Man suchte nach einem Grund und der Fake lieferte ihn bequem auf dem Silbertablett.

Wer die ganze Geschichte nochmal im Detail nachlesen will, dem sei der LinkedIn-Post von Jon Goodey empfohlen.

Was Du das nächste Mal machst, wenn Du von einem Google Update hörst

Solche Cases sind ja immer zu etwas gut. Man kann daraus etwas lernen.

Wenn Du also das nächste Mal mitbekommst, dass jemand das nächste Google Update als Argument für SERP-Volatilitäten in den Ring wirft, mach bitte Folgendes:

Die Pointe zum Schluss

Am Ende gab es dann übrigens doch noch ein echtes Update. Nur eben ein anderes – und leicht verzögert. Am 24. März 2026 hat Google offiziell ein Spam Update angekündigt. Das ist nun auch schon wieder vorbei – als kürzestes Update überhaupt hat es nicht einmal 24 Stunden angehalten und war am 25. März bereits beendet.

Und kurz nachdem ich diesen Artikel fertig geschrieben hatte, kam das Core Update dann doch. Am 27. März 2026 rollt Google da mal wieder was aus und gibt den Hinweis, dass das Ganze bis zu 2 Wochen dauern kann, bis alles finalisiert ist.

Wenn es bei Deiner Website also gerade zu Ranking- und Traffic-Schwankungen gekommen, könnte es damit zusammenhängen. Muss es aber nicht.

So oder so empfehle ich Dir: Ruhig bleiben. Das meiste, was man in Panik unternimmt, schadet am Ende mehr, als dass es nützt.

Wenn Du den Eindruck hast, dass Deine Seite betroffen ist, vermeide Kurzschlussreaktionen:

  • Keine größeren Content-Änderungen an betroffenen Seiten
  • Keine technischen Großbaustellen aufmachen
  • Keine voreiligen Schlüsse aus noch sehr volatilen, kurzfristig schwankenden Daten ziehen

Besser ist es, wenn Du in die Analyse gehst: Welche Seiten und welche Keywords sind wirklich betroffen? Wo hast Du Sichtbarkeit verloren, wo ggf. aber auch gewonnen? Gibt es hier ein Muster?

Und wenn Du dafür keine Zeit hast oder trotz allem dennoch grad im SEO-Panikmodus bist, nimm gern Kontakt mit uns auf. Wir stehen auch spontan für SOS-Hilferufe zur Verfügung.

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