“This is getting out of hand. Now, there are two of them!” – Nute Gunray, Star Wars I, The Phantom Menace
Nicht zwei, sondern zwanzig. So viele Pipelines füttern Discover mit den Inhalten, die wir täglich dort sehen. Das besagt die Auswertung, die Sylvain Deauré & Damien Andell von 1492.vision über drei Monate und Millionen von Snippets in Discover gefahren haben, aufbauend auf den Erkenntnissen von Metehan. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen sie in ihrem Artikel bei SearchEngineLand vor. Ebenfalls einen Blick wert ist der interaktive Explorer, den sie für ihre Daten zur Verfügung stellen.
Grundsätzlich räumt der Artikel mit einer vereinfachten Sichtweise auf “den” Discover-Algorithmus auf. Stattdessen zeichnet er ein vielschichtigeres System, das auch unterschiedliche Ausprägungen nach Sprachen hat. Im Vergleich zu den französischen Ergebnissen der Analyse zeigte sich:
- AI Overviews sind fast ausschließlich im englischsprachigen Discover angekommen.
- Der englische Feed wird deutlich stärker mit Ads bespielt.
- Für EN gibt es einen Verstärker für Videoinhalte bei Discover, der in FR nicht existiert.
- Premier-League-Themen werden in EN diskriminiert, warum ist unklar.
Dabei handelt es sich nur um einen Ausschnitt dessen, was in der gesamten Analyse beobachtet wurde. Ein Deep Dive ist absolut empfehlenswert.
Doch auch in der Kurzform ist es ein wichtiger Reminder, dass nicht nur die klassische Suche ein komplexes System ist. Über die Funktionsweise der Suche haben wir ein Schaubild, das in der Website Boosting eine ganze Doppelseite voll macht. Daher sollte es nicht überraschen, dass auch Discover nicht eine einzige Blackbox ist.
Ein weiteres Finding daraus möchte ich noch hervorheben: Den Einfluss der Pipeline auf die Position des Artikels im Feed. Natürlich sind diese Feeds durch Personalisierung sehr volatil. Dennoch machen sich Unterschiede in der Statistik bemerkbar. So landen Breaking News und click-through-verwandte Inhalte im Schnitt weiter vorne. Dahinter kommt eher “Engagement Content”.
Im Tagesgeschäft können solche “Forschungsfragen” schnell untergehen. Daher Hut ab an die Kollegen für diese Studien.