Zum Hauptinhalt springen
Consultant

Es ist Dienstagmorgen. Du hast gestern den ganzen Tag an der Erstellung eines wunderschönen Inhalts in Form eines PDFs gesessen. Das gute Stück überprüfst Du nun noch einmal, während Du Deinen hochverdienten Kaffee trinkst. Sieht gut aus! Du hast nützliche Informationen zusammengetragen, tolle Bilder gefunden, eine aufwendige Infografik gebaut und musst das Dokument jetzt nur noch auf Deine Website laden. Du findest Dich hierin wieder? Dann sage ich nun: “Stop!”

Keine Sorge, den Kaffee darfst Du in Ruhe trinken, aber warum Du das PDF nicht hochladen solltest, sondern die Elemente lieber einzeln auf Deine Website stellst, erzähle ich Dir jetzt:

Infografiken und Bilder sind toll - in einem PDF versteckt aber leider vergebene Liebesmüh, denn der Googlebot indexiert diese leider nicht. Je nach PDF liest der Googlebot den Text eventuell nicht, beispielsweise wenn es sich um einen Scan handelt. Wenn ein PDF gut formatiert ist und der Text auslesbar ist, werden PDFs auch indexiert, aber hey - sicher ist sicher!

If the text is embedded as images, we may process the images with OCR algorithms to extract the text..

Auch PDF-Inhalte können zu Duplicate Content Problemen führen. Hierbei musst Du also beispielsweise darauf achten, die Canonicals korrekt zu setzen. Im Fall von PDFs ist ein reguläres Canonical Tag wie wir es aus HTML-Dokumenten kennen nicht möglich, aber es gibt ein sogenanntes X-Canonical, welches über den HTTP-Header gesetzt werden kann. Wenn es den Inhalt (mehr oder weniger) 1:1 auch irgendwo als HTML-Inhalt gibt, könnte diese URL als Original referenziert werden.

PDFs können der Ladezeit schaden, wenn sie nicht optimiert und komprimiert sind. Und die ist, wie wir alle wissen, ein wichtiger SEO Hebel.

Weiterhin zu beachten ist das Thema der Verlinkung - Links in PDF-Dateien können Page Rank übertragen, die Links können aber nicht als “nofollow” gekennzeichnet werden - was Du aber manchmal ja mitunter gern tun würdest.

Mobile friendly sind PDFs meistens nicht - ich zumindest versuche erst garnicht mir auf meinem Smartphone PDFs anzugucken. Ranzoomen, hin und herschieben, huch in der Zeile der Tabelle doch verrutscht - puh, nein danke!

Wo wir gerade schon beim Thema mobile sind - es hat nicht jeder unbegrenzt Datenvolumen. Und wenn Dein Nutzer dann vielleicht irgendwo in der Pampa ein PDF mit 1 MB herunterladen soll um etwas zu lesen... nunja, macht das auch nicht jeder sondern springt vielleicht doch lieber auf eine andere Seite - und das willst Du natürlich nicht.

Da wären wir auch direkt beim nächsten Punkt - wo ist denn Dein Nutzer, wenn er sich Dein PDF anschaut? Genau! Nicht mehr auf Deiner Seite - willst Du das? Nein ;)

Hierbei möchte ich noch erwähnen, dass es auch durchaus Nutzer gibt, die nicht merken, dass sie sich ein PDF runtergeladen haben - die klicken dann mitunter immer und immer wieder (irgendwann dann ziemlich genervt!) auf einen Link weil sie denken, dass sie doch eigentlich irgendwo hingelangen müssten… auch die verlassen die Seite dann eventuell, weil sie nicht zu ihrem gewünschten Ziel kommen.

Und glaub mir, es wird sie auch später nicht freuen, wenn sie 15 mal das selbe Dokument in ihrem Download-Ordner finden und (wenn es ganz mies gelaufen ist) auf dem Dokument nicht einmal ersichtlich ist, woher es eigentlich kommt.

Stichwort Accessibility - Bedenke dazu bitte einfach die folgenden Punkte:

  • Kann jeder das PDF-Dokument öffnen?
  • Kann jeder das Dokument lesen?
  • Um auch für Screenreader beispielsweise zu funktionieren, müssen die PDFs bestimmten Standards wie WCAG 2.0, WCAG 2.1, HHS oder PDF/UA entsprechen - tut das Dein Dokument? Die meisten PDF-Dokumente tun es leider nicht. Versuch einmal ein PDF Dokument als normales Dokument zu konvertieren und schau Dir an, was für ein Chaos da meistens bei rauskommt - so ist es leider auch für Personen, die auf entsprechende Programme angewiesen sind.
  • Auch das automatische Übersetzen von Websites funktioniert für PDFs leider nicht. Lässt sich ein Franzose also Deine Seite übersetzen, kann zumindest der Inhalt des PDFs nicht direkt nachvollzogen werden. Wenn Du also Deine Produktdetailseite nur als PDF hochlädst, wird der Franzose Dein Produkt wahrscheinlich nicht kaufen, weil er nicht weiss, was drin ist oder was Dein Produkt tolles kann.

Auch das Stichwort Tracking solltest Du im Kopf haben, bevor Du etwas als PDF auf Deiner Seite hochlädst - mein lieber Kollege Justus, der absolute Tracking-Experte meint dazu

“Anders als in normalen HTML Dokumenten ist Webanalyse per JavaScript in PDFs nicht möglich und serverseitige Lösungen sind erheblich komplizierter umzusetzen – bei gleichzeitig deutlich kleinerem Funktionsumfang.”

Ganz verteufeln möchte ich die armen PDFs natürlich nicht - es gibt durchaus Dokumente, bei denen es sinnvoll ist, sie dem Kunden zur Verfügung zu stellen. Hierbei denke ich beispielsweise an Aufbauanleitungen für Dein Produkt oder ein Formular, welches Du herunterladen und ausfüllen kannst.

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du PDFs auf Deiner Website?

Consultant

Das ist ein Artikel aus unserem Newsletter. Wenn Du jeden Dienstag Morgen schlauer werden möchtest, melde jetzt kostenfrei für den SEO-Newsletter an

Kurze, praxisnahe SEO-Tipps – maximal 1× pro Woche. Keine Werbung, kein Spam.

Deine Daten sind bei uns in guten Händen und werden ausschließlich für diesen Newsletter genutzt.