Natürlich alle drei, aber der Löwenanteil liegt beim Consultant. Aber schon die Agentur legt den Grundstein dafür. Auch der Kunde wird in die Pflicht genommen, allerdings muss der Berater aktiv werden. Was der Consultant tun kann, um eine langfristige und nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen hat Robin Lord in seinem Artikel "Forming good client relationships - 11 actionable tips for consulting success" toll herausgearbeitet.
Zugegeben, dieser Artikel hat keinen direkten Bezug zum SEO, lässt sich aber super auf die täglichen Herausforderungen auf das Consulting im SEO übertragen. Vielleicht lässt er sich sogar besonders gut auf das SEO Consulting übertragen, da häufig folgende Konstellation vorliegt:
Zwei Experten stehen sich gegenüber, aber haben von dem jeweiligen Fachgebiet des anderen nur begrenzt Ahnung. Gleichzeitig ist man sehr stark aufeinander angewiesen, um das Projekt voranzubringen. Klar, das gibt es auch in anderen Bereichen außer SEO, das steht völlig außer Frage. Und natürlich gibt es auch die Konstellation, wo alle beteiligten Experten in allen Bereichen des Projektes sind, aber auch hier passen die Tipps von Lord.
Der gesamte Artikel ist absolut lesenswert. Er hält Bekanntes bereit, was man sich aber immer mal wieder ins Gedächtnis rufen sollten und auch neue, spannende Aspekte. Ich habe für Dich meine Top 3 aus den 11 zusammengetragen:
Tipp 4: Du musst nicht alles wissen, aber Du solltest eine Lösung finden können
Ein Grundsatz, den ich aus dem rechtswissenschaftlichen Studium kenne. Sinngemäß, Du musst nicht alles wissen, Du musst nur wissen, wo es steht.
Der Impact ist enorm und für alle Seiten positiv. Der Kunde bekommt zu jeder Zeit eindeutigen Aussagen und man selber läuft nicht Gefahr durch gefährliches Halbwissen falsche Empfehlungen zu geben.
Vor allem führen diese "blind spots" zu einer nachhaltigen Vertrauensbildung, da der Kunde weiß, dass er entweder eine valide Aussage bekommt oder sein Berater sich verlässlich kümmert, diese zu beschaffen.
Tipp 6: "Remember: the right answer doesn't have to make your agency money"
Hier braucht man nicht mehr viel ausführen. Am langen Ende zahlt sich dieser Grundsatz meistens durch eine langfristige Beratung aus. Beratung ist eben nicht, ein weiteres Produkt aus seinem Portfolio zu verkaufen, sondern die Beratung an sich ist ja das Produkt.
Tipp 9: Den Kunden um Feedback bitten
Lord sagt, dass dies nicht einfach sei. Das kann ich an dieser Stelle nicht unbedingt teilen, da ich es nicht schwierig finde.
Das mag eine Typfrage sein oder ich habe großes Glück mit meinen Kunden, wo dieser Prozess wunderbar auf Augenhöhe funktioniert. Wo ich aber mit Lord übereinstimme, egal ob man es schon ausprobiert hat oder nicht, es zahlt sich wirklich aus.
Ich habe mir mittlerweile angewöhnt bei potenziellen Kunden, mit denen es nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen ist, Feedback einzuholen, woran es lag. Hier ist die Hürde schon deutlich höher und es ist nicht immer angenehm und meistens bleibt der Input aus. Aber, wenn welcher zurückkommt, ist er super wertvoll und bringt mich ein Stück weiter voran als Berater.
Das waren meine Top 3, aber ich möchte noch schnell einen Anhang reinschmuggeln, denn Lord sagt, so gut wie alles gehört in den Anhang.
Gebe ich Arbeitsergebnisse an den Kunden, müssen diese natürlich den Anforderungen entsprechen. Meistens definiert der Kunde ja aber keine präzisen Anforderungen, sondern erwartet den passenden Output vom Berater. Ich werde an geeigneter Stelle die vorgeschlagene Gliederung ausprobieren:
-
Table of contents, labelled and hyperlinked
-
What was the question/problem you needed to answer? (one paragraph, max)
-
What is the answer? (one paragraph, max)
-
Any other key findings and any important caveats the client needs to know (including things you've ruled out that they asked you to look into)
-
Key calculations/methodology (including any less crucial dead ends)
-
Data sources (this could be combined with the methodology if it's confusing to read in this way)
In Summe ein gelungener Artikel, der dazu anregt selber noch einmal zu reflektieren, was man in seiner Kundenarbeit besser oder anders machen möchte in diesem Jahr. Aber auch gute Impulse setzt, was man perspektivisch von seinen Kunden erwartet bei einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe.