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Du hast vielleicht gelesen, dass Webkit am 16.7.2024 Private Browsing 2.0 angekündigt hat.

Ein großer Erfolg für die Privatsphäre von Apple Nutzern und ein weiterer Sargnagel für die Webanalyse? Ist Attribution damit endgültig so tot, wie Rand Fishkin es auf der SMX München nicht nur in seinem Keynote-Titel prophezeit hat?

Nein. Aber sie wird dadurch natürlich noch ungenauer.

Erstmal betreffen die Anpassungen Safari-Nutzer, die im privaten Modus surfen. Im privaten Modus ist die Wiedererkennung von Nutzern sowieso schon eingeschränkt.

Safari-Nutzer können das auch für das normale Browsing aktivieren, aber auch dann wird die Attribution nicht völlig unterbunden.

Was macht Webkit jetzt in privaten Fenstern und was bedeutet das für Dich?

Eindeutige IDs wie gclid und fbclid werden blockiert

Das sorgt dafür, dass nicht mehr einzelne Klicks zugeordnet werden können. Google und Meta können schlechter ihre Algorithmen füttern. Aber utm_source, utm_medium und Kampagnenparameter, die mit eindeutigen IDs einzelne Nutzer oder Klicks nachverfolgbar machen, bleiben unangetastet.

Das finde ich nicht weiter tragisch. Die Attribution durch Google oder Meta ist sowieso mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist für Meta und Google nicht die Maximierung der Effizienz Deiner Anzeigen das Optimierungsziel, sondern die langfristige Maximierung Deiner Werbeausgaben (also deren Umsatz).

Wenn Du Dich also auf Googles oder Metas Klick IDs verlässt, solltest Du Deine alten, eingemotteten UTM-Parameter abstauben und wieder in den Prozess einbinden.

Bekannte Tracking-Skripte werden blockiert

Das ist für ein Standard-Setup schon schmerzhafter. Wenn die Skripte gar nicht erst geladen werden, dann wird natürlich auch nichts mehr gemessen.

Im Zweifel verlierst Du das komplette Tracking (von Safari-Nutzern in privaten Fenstern).

Wenn Du einen Serverside-GTM oder Ähnliches einsetzt, bist Du allerdings fein raus. Außer Du warst bei der Einrichtung faul und hast CNAME-Records genutzt.

Wenn das System über A/AAAA-Records auf Deinem Server und Deiner Subdomain liegt, dann läuft das Tracking wie gewohnt weiter (Das habe ich auf Domains, bei denen ich das Setup kenne, mit aktuellen Safari-Versionen geprüft).

Begrenzung der Cookie Lifetime

Mit Javascript (oder CNAME-Cloaked Servern) wird die Cookie Laufzeit auf 7 Tage begrenzt.

Ein weiterer Punkt für Serverside-Tracking. Damit kannst Du 1st-Party-Cookies weiterhin mit längeren Laufzeiten setzen. Zumindest wenn Dich eine Attribution für Kanal-Kontakte, die Wochen zurückliegen, überhaupt interessieren.

Wenn Du eine eher schnelllebige User-Journey hast, und/oder Stammnutzer in der Regel mindestens wöchentlich vorbeischauen, ist der Effekt auch ohne Serverside-Tracking überschaubar.

Unterbindung zwielichtiger Techniken

Wenn Dein Tracking halbwegs legal ist, dann ist das für Dich nicht relevant.

Komplexes Fingerprinting, das genaue Verfolgung von Nutzern ohne deren Einwilligung erlaubt, oder die Browser History für Tracking zu nutzen, sollten meiner Meinung nach von allen Browsern immer per Default unterbunden werden.

Wessen Tracking-Setup dadurch zusammenbricht, hat es nicht anders verdient.

Alles in allem ist Attribution von Tracking-Daten zur Bewertung von Online-Marketing-Maßnahmen weiterhin weitgehend möglich, selbst wenn andere Browserhersteller nachziehen.

Automatisierte Algorithmen von Google, Meta und Co. verlieren aber die Nachverfolgung eindeutiger Klicks. Während Apple beim Tracking für die eigene Plattform theoretisch auf Apple Geräte IDs zurückgreifen kann.

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