Heute starten wir eine brandneue Serie in unserem Newsletter: „Wenn ich Head of SEO wäre...“. Hier werfen wir einen Blick auf die Websites ausgewählter Wunschkunden und teilen ein paar gezielte SEO-Ideen, die wir an ihrer Stelle umsetzen würden. Natürlich mit dem typischen Blick aus der Ferne, ohne Zugriff auf die Google Search Console, aber trotzdem mit jeder Menge Insights, die den Unterschied machen könnten! Lass Dich überraschen, welche Unternehmen wir unter die Lupe nehmen und welche kreativen SEO-Tipps wir für deren Websites haben! Viel Spaß beim Lesen!
Als leidenschaftlicher Fußball-Fan schaue ich natürlich auch immer wieder beim Kicker vorbei. Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, wer wohin wechselt, wer die nächsten zwei Monate verletzungsbedingt ausfällt oder ob Luis Suárez wieder einmal einen Gegenspieler gebissen hat.
Doch so toll die Artikel auch sind: Als SEO wandert mein Blick natürlich auch zu anderen Punkten auf der Seite. Zu einigen, weil sie hervorragend umgesetzt sind (siehe weiter unten im Artikel). Zu anderen, weil noch Verbesserungspotenzial besteht.
Grund genug für einen kleinen SEO Quick Check beim Kicker. Und zugleich der Anpfiff einer ganzen Serie, bei der wir uns im Team in den nächsten Wochen immer wieder einmal die Website eines spannenden Wunschkunden vorknöpfen und uns überlegen, was man SEO-seitig (noch) besser machen könnte.
Quasi ein kurzer Blick von außen: Ohne interne Daten und ohne Kenntnisse über die genauen Unternehmensziele oder Hintergründe. Dafür mit einem neutralen, möglichst unvoreingenommenen Blick, getränkt mit der Liebe für SEO.
Vorab: Möchte ich den SEO-Kolleginnen und -Kollegen vom Kicker damit auf die Füße treten? Absolut nicht! Denn die machen offenbar einen überragenden Job, wenn ich mir den Sichtbarkeitsverlauf der Domain ansehe:
Trotzdem sind mir einige Punkte aufgefallen, an denen man aus SEO-Sicht noch ein wenig feilen könnte. Welche das sind? Das erfährst Du jetzt!
Was geht (noch) besser?
H1-Überschrift von der Breadcrumb separieren:
Jeder Artikel beim Kicker hat eine H1-Überschrift. Das ist super. Allerdings wird das finale Element der Breadcrumb hier als H1 verwendet wie hier beim Artikel über einen möglichen Wechsel von VfB-Stürmer Nick Woltemade zum FC Bayern:
Technisch möglich und sicher kein Weltuntergang, nur nicht gerade Best Practice. Zumal es ja eine H2 gibt, die quasi ohnehin identisch mit der H1 ist und sich doch super hierfür anbieten würde. Das würde vielleicht sogar den Schmerz vergessen machen, dass Woltemade offenbar nach München wechseln könnte (und möchte).
Fehlende H1 ergänzen:
Wo wir ohnehin gerade beim Thema H1-Überschriften sind: Auf dem Großteil der Kategorieseiten beim Kicker fehlt die H1-Überschrift komplett. Zum Beispiel bei der URL zur Klub WM. Oder der zur Champions League. Zumindest hab ich keine gefunden.
Hierarchisch unsaubere H-Struktur korrigieren:
Und wir bleiben bei den H-Überschriften, die auf einigen URLs, allen voran den Kategorieseiten wie etwa der Handball-Startseite, ziemlich wild durcheinandergewirbelt wirken. Da folgt auf eine H2 eine H5, bevor es mit einer H4 weitergeht. Ein ganz schön wilder Ritt!
**Selbstreferenzierung im HREFLANG ergänzen:**Ein weiterer Punkt betrifft das HREFLANG-Attribut. Momentan fehlt die Selbstreferenzierung auf Deutsch. Die deutsche Variante wird lediglich als x-Default angegeben:
Probleme scheint es dadurch keine zu geben (oder gegeben zu haben). Aber lieber auf Nummer sicher gehen.
Autoren im Artikel und in den strukturierten Daten auszeichnen:
Bei den Artikeln des Kickers fehlt aktuell eine vollständige Nennung der Autorinnen oder Autoren des Beitrags. Meist sind sie nur als winzige Kürzel am Ende des Artikels zu sehen. Zumindest bei denen, die ich mir angesehen habe.
Und auch in den strukturierten Daten ist kein separater Autor beziehungsweise keine separate Autorin angegeben, sondern einfach der Kicker an sich:
Da der Kicker schon eine sehr starke Marke ist, ist das zwar kein Muss, wäre aber mit Blick auf E-E-A-T natürlich dennoch ein schönes Detail, um hier noch mehr zu tun als das bare minimum.
Trotzdem wäre es schön, wenn es Profile für Autorinnen und Autoren gäbe.
Das sieht bereits wunderbar aus
So, jetzt hab ich aber genug gemeckert und darüber gesprochen, was der Kicker noch besser machen kann. Zeit, sich nun auch einmal die Punkte anzusehen, die bereits super umgesetzt sind:
Interne Verlinkung im Main Content – mit idealen Ankertexten:
Sehr erfreulich und sicher auch ein Garant für den Erfolg des Kicker: Die interne Verlinkung aus dem Main Content von Artikeln zu thematisch passenden Artikeln oder URLs:
Hab ich die gesamte Seite gecrawlt und ausgewertet? Nein. Aber was ich beim Durchsehen so entdeckt habe, war auf alle Fälle wohl durchdacht und ohne irgendein “Hier mehr” oder “Gibt es hier”. Tip top!
Responsive Bilder in modernen Formaten und mit Alt-Text:
Wird ja gerne übersehen oder vernachlässigt. Nicht so beim Kicker. Bis auf einige Ausnahmen sind die Bilder mit
Titles und Descriptions auf Kategorieseiten gepflegt:
Weiterer Volltreffer: Die Titles und Descriptions auf den Kategorieseiten sind allesamt gepflegt und laden tatsächlich zum Klicken ein. Ein Call to Action ist auch meist mit dabei. Wunderbar! Nur bei der Handball-Startseite hat sich in der Description ein “Hier Basketball erleben” statt “Hier Handball erleben” eingeschlichen. Upps:
Artikel korrekt mit dem Article-Markup ausgezeichnet:
Ist ja eigentlich ein Klassiker, wird aber hin und wieder trotzdem vergessen. Umso erfreulicher, dass der Kicker seine Artikel auch passend mit dem Article-Markup auszeichnet. Insofern gibt es auch hier nichts zu meckern.
Natürlich gibt es noch viele weitere Punkte, die der Kicker sehr gut macht. Aber um meinen Artikel nicht in einen Roman zu verwandeln, belassen wir es erst einmal dabei.
Worte zum Schluss
Der Kicker macht bereits vieles richtig. Sowohl in der SEO-Arbeit als auch generell. Nicht umsonst geht es mit der Sichtbarkeit seit Jahren stetig nach oben. Und so zählt die Domain verdientermaßen zu den Top 100 der erfolgreichsten deutschen Websites (Platz 56 bei der Sichtbarkeit).
Trotzdem zeigt sich: Selbst bei den Big Boys gibt es nach wie vor einige Baustellen, an denen man einmal schrauben sollte. Im Fall vom Kicker hat allen voran die H-Struktur noch reichlich Potenzial und auch das fehlerhafte HREFLANG sollte korrigiert werden.
Wird das den Traffic verdoppeln? Natürlich nicht. Aber auch in dieser Größenordnung können sich Nuancen bemerkbar machen. Warum also nicht nutzen? Hinzu kommt sehr viel (penetrante) Werbung, die vor allem auf Desktop die Seite ordentlich durchschüttelt. Aus wirtschaftlicher Sicht natürlich nachvollziehbar. Immerhin muss man sich finanzieren. Aus User-Sicht reichlich nervig.
Abgesehen davon ist der Kicker aber ein Volltreffer. In diesem Sinne: Wird Zeit, dass die Bundesliga wieder losgeht.