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Junior Consultant

Wenn es um Themencluster geht, steht meist die Pillar Page im Vordergrund. Logisch, schließlich ist sie das zentrale Element. Sie wird geschniegelt und gebügelt, bis sie funkelt und glänzt. Vielleicht deshalb, um sich nicht mit dem “leidigen” Thema der internen Verlinkung auseinandersetzen zu müssen. Neben all der feinen Nuancen gibt es im Kern zwei Ansätze:

  • Vertikale Verlinkung (↕): Pillar Page → Cluster-Inhalt
  • Horizontale Verlinkung (↔): Cluster-Inhalt → Cluster-Inhalt

In der Praxis sind diese Arten meist kombiniert (mehr zum Thema interne Verlinkung bei Themenclustern findest Du übrigens in folgendem Artikel von mir). Was auch der richtige Weg ist! Trotzdem lohnt sich ein Blick darauf, wo der Fokus der Verlinkung liegen sollte. Oder anders formuliert: Reicht der Weg über die Pillar Page oder sollten wir Cluster-Seiten auch direkt horizontal miteinander verlinken?

Beides hat – wie so häufig – Vor- und Nachteile.

Vertikale Verlinkung (Pillar-Page → Cluster-Seiten)

Beispiel: Wohnzimmer Inspiration → Inspiration für Wohnzimmer im Landhaus-Stil

Beim Fokus auf die vertikale Verlinkung landen die Linkpower und der Traffic vor allem bei der Pillar Page. Gerade bei hart umkämpften Keywords – was bei Shorthead-Keywords häufig der Fall ist – lohnt es sich natürlich, möglichst viel Linkpower auf die Pillar Pages zu pumpen, um nicht auf der zweiten oder dritten Seite herumzudümpeln. Und auch für Nutzerinnen und Nutzer wird die hierarchische Struktur dadurch meist schnell deutlich.

Das Risiko dabei: Verzichtest Du weitestgehend oder gar komplett auf direkte Links zwischen den Cluster-Seiten, wird es viel zu häufig passieren, dass Deine Besucherinnen und Besucher plötzlich vor einer Sackgasse stehen. Und nicht jeder will dann noch einmal zurück zur letzten Kreuzung, um dort die nächste Abzweigung zu nehmen – das nervt. Und was nervt, ist bekanntlich nicht gut für die User Experience.

Horizontale Verlinkung (Cluster-Seite → Cluster-Seite)

Beispiel: Inspiration für Wohnzimmer im Landhaus-Stil → Inspiration für Wohnzimmer im Industrial-Stil

Kommen wir nun zur horizontalen Verlinkung, also der zwischen verschiedenen Cluster-Inhalten. Durch direkte Verlinkungen zwischen verwandten Cluster-Seiten verbesserst Du nicht nur die User Experience, sondern auch die thematische Vernetzung Deiner Website. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzerinnen und Nutzer länger bleiben und Google besser erkennt, wie Deine Inhalte überhaupt zusammenhängen. Definitiv eine positive Sache.

Nur solltest Du es damit definitiv nicht übertreiben! Zu viele Querverlinkungen wirken nämlich schnell chaotisch und verwirren Besucherinnen und Besucher eher, als dass sie helfen. Quasi wie die “sehr übersichtliche” Beschilderung bei einer Baustelle in der Großstadt. Viel Spaß, wenn Du als Nutzerin oder Nutzer entscheiden sollst, ob Du Thema A, B, C, D oder E wählst.

Die horizontale Verlinkung ist übrigens eher die anstrengendere der beiden, weil man sich hier tatsächlich richtige Gedanken darüber machen muss, von wo aus und wohin nun verlinkt werden soll (oder auch nicht). Eine Möglichkeit, sich das Leben hier leichter zu machen, ist natürlich, die Verlinkung (weitestgehend) zu automatisieren. Entweder durch Tags oder durch Embeddings. Das würde aber an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

Ein paar knappe Tipps gefällig?

  • Prüfe, ob Nutzerinnen und Nutzer direkt von einem Thema logisch zum nächsten gelangen können (hierfür ist wichtig, dass Du eine Topical Map, über die ich gerne auch mal einen eigenen Artikel schreiben kann, oder zumindest einen Überblick über Deine Themen hast).
  • Analysiere, welche Cluster-Inhalte Deine User häufig in Kombination besuchen (zum Beispiel mit Google Analytics) und verlinke entsprechend.
  • Nutze sprechende Ankertexte, die Nutzerinnen und Nutzern klar machen, warum der Klick lohnt. Beispiel: Statt „mehr Infos hier“ besser „Tipps für einen perfekten Rasenschnitt“.
  • Vermeide erzwungene oder übertriebene Verlinkungen. In einem Artikel über Wandern in den Bergen musst Du nicht krampfhaft auf einen Artikel über einen Strandausflug mit Kindern verlinken – überspitzt dargestellt. Und Du musst auch nicht 20 Links unterbringen. Weniger ist oft mehr.
  • Teste regelmäßig und passe die Links entsprechend dem Nutzerverhalten an.

Worte zum Schluss

Ich hab es eingangs schon angedeutet: Die Kombination beider Arten ist der Königsweg! Eine klare vertikale Struktur ist Pflicht, ergänzende horizontale Verlinkungen zwischen Cluster-Seiten sind die Kür. Damit machst Du sowohl Nutzerinnen und Nutzer als auch Google glücklich.

Aus meiner Sicht liegt die wahre Stärke vor allem in den gekonnten Verlinkungen zwischen den Cluster-Seiten. Zurück zur Pillar Page zu verlinken, kann im Grunde jeder. Aber zwischen den Unterthemen? Das ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Auf alle Fälle ist es wichtig, dass Deine User und die Customer Journey immer im Mittelpunkt stehen. Ziel sollte niemals sein, auf Biegen und Brechen Verlinkungen einzubauen, sondern vielmehr, sie gezielt dort zu platzieren, wo sie wirklich Sinn ergeben. Deshalb: Augen offenhalten und verlinken, wenn es passt. Nicht nur für Google, sondern vor allem für Deine User.

Als groben Richtwert empfehle ich (neben dem Link auf die Pillar Page) übrigens 2 - 3 Links auf verwandte Cluster-Inhalte. Darüber hinaus heißt es natürlich: Testen, testen, testen und… testen!

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