Achtung, Achtung. Die nächste Fahrt geeeeeeeht Rrrrrrßckwärts!
Doch bevor Euch jetzt die frisch gebrannten Mandeln wieder hochkommen, lasst uns darĂźber reden, was wir trotz Rezession so tun kĂśnnen.
Dan Taylor hat auf Search Engine Land einen groĂartigen Artikel mit dem Titel How to manage SEO campaigns during economic downturns geschrieben, den ich Euch unbedingt ans Herz legen mĂśchte. #ToughTimesAhead
Auch wenn ich mit dem Kampagnendenken in Bezug auf SEO so gar nicht einverstanden bin, sondern SEO als langfristige Strategie betrachte (Machen die Meisten, auch Dan im Absatz "Positioning for post-recession" -> aber why the heck dann dieses Kampagnengelumpe?) bringt der Artikel einige wichtige Betrachtungsweisen mit sich.
In einer Rezession wird bei Konsumenten Ăźblicherweise der Fokus auf die wirklich essentiellen Dinge des Lebens gelegt. Weniger Luxus, weniger unnĂśtige oder verschiebbare Ausgaben. Auch Firmen reduzieren die vermeintlich weniger wichtigen Ausgaben und drehen zum Beispiel ihre Marketing Spendings herunter. Gerne wird hier zuerst der Sparstrumpf ĂźbergestĂźlpt.
Beliebte Argumentationsversuche:
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"Die erarbeiteten Rankings fallen uns schon nicht weg."
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"Die Wettbewerber drehen Ihre Ads ja auch herunter."
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"Eine kurze Pause wird schon nicht schaden."
Dan fĂźhrt an, dass in 2009 der gesamte US Markt einen Einbruch von 13% hatte. FederfĂźhrend im Bereich Radio und Magazinen mit 22% und online "nur" mit 2%.
Dass diese SparmaĂnahmen nicht zwingend hilfreich sein mĂźssen, zeigt die Argumentationskette fĂźr die Nicht-Reduktion der Ausgaben. Die fĂźnf wichtigsten Marketing Grundsätze, die Dan aus Recherche in Fachmedien wie dem International Journal of Business, Social Science, dem Harvard Business Review, Wirtschaftsexperten und der Financial Times ableitet sind:
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Smartere Ausgaben und Investitionen
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Den Erhalt der eigenen Kundenbasis sicherstellen
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Die Schwäche der Wettbewerber als Hebel nutzen
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Marktbeobachtung um die Ausgaben je nach Verhalten anzupassen
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Halte Deine Ausgaben auf dem Minimum (also nicht abschalten) und investiere smarter (sollten wir das nicht eigentlich immer?)
Die IPA (Institute of Practitioners in Advertising) in UK startete 2020 sogar eine Ads-Kampagne ßber die Power von Werbung während einer Rezession.

Und in Bezug auf SEO?
Grundsatz ist hier erstmal die Ausgaben nicht zu reduzieren. (Pheeeew! Das ging ja nochmal gut...)
Aber: SEO Aktivitäten sollten definitiv auf den Prßfstand gebracht werden. Insbesondere bei anstehenden Vertragsverhandlungen. Fokus der Aktivitäten muss die Wirkung sein.
Sollte es meiner Meinung nach grundsätzlich, aber hier geht es eher um die noch schlauere Priorisierung. Tipp: Sprecht mehr mit den Entwicklern, wenn ihr Aufgaben zur Umsetzung formuliert und challenged deren Zeitschätzung. Eventuell lässt sich etwas Entwicklungszeit sparen oder aufsplitten in die Version "jetzt" und "nach der Rezession die Sahnehaube".
Spannend ist auch Dans Verweis auf die Auswirkungen der Rezession in 2008 oder natĂźrlich auch auf die der Pandemie in Bezug auf digitales Marketing.Â
Davon kann man sicher lernen und versteht die Mechaniken besser einzuschätzen.
Kundenansprache anpassen
Da auch das Geldsäckel der Kunden enger geschnßrt ist, ergibt es Sinn, die angebotenen Produkte und Dienstleistungen offen als "essentiell" oder "luxus" zu kennzeichnen. Sicher brauche ich bei knapper Kasse jetzt nicht das neueste iPhone, wenn es das alte mit Spiderapp noch tut, aber... wenn die Zeiten hart sind, dann mÜchte man sich auch mal etwas gÜnnen oder sich fßr die sonstigen Entbehrlichkeiten belohnen. Umgekehrt ist die Kommunikation von "denk nicht drßber nach... das brauchst Du in jedem Fall" ebenso hilfreich.
Opportunitäten besser analysieren und Wettbewerber ins Visier nehmen
Während die meisten Unternehmen in einer Rezession darauf fokussiert sind, auf Sparflamme die Schätze zusammenzuhalten, kann das genau der richtige Zeitpunkt fĂźr Dein ĂberholmanĂśver sein. Denn wenn alle sparen, ändert sich ganz vielleicht wirklich nichts an den Rankings - wenn Du aber genau dann durchstartest, kann es vielleicht deutlich einfacher werden, Deine Rankings zu optimieren.
Aber auch aus Kundenperspektive ergibt es wenig Sinn: Die Werbeaktivitäten werden genau dann abgeschaltet während die Kunden auch im Spar-Modus unterwegs sind und eher bereit sind zum Sparen und dafßr auch mal links und rechts vom ßblichen Klopapier-Dealer zu schauen.
Last but not least
SEO ist eine Marathon-Disziplin, d.h. Du bist besser vorbereitet auf den Moment, wenn alle wieder anfangen loszulaufen.
Long story short
Vielleicht doch lieber nen kleinen Vorsprung ausbauen, während der Rest auf der faulen SEO-Haut liegt.