Zum Hauptinhalt springen

Canonical-Tags sind eines der wichtigsten Tools, um Suchmaschinen zu kommunizieren, welche URL eigentlich ranken soll, sofern unterschiedliche Versionen davon im Umlauf sind.

Barry Schwartz wies uns darauf hin, dass Google seine Dokumentation zu Canonicals aufgefrischt hat. Im Kapitel zum Crawling und Indexing gliedert sich der Canonical-Abschnitt nun in drei Seiten:

Wie die Canonical Dokumentation zuvor aussah, verrät ein Blick in die Wayback Machine im web.archive.com.

Persönlich hat mir die alte Version besser gefallen, bei der die wichtigsten Aspekte zu Canonicals auf einer Seite zu finden waren, statt sie über drei verschiedene zu verteilen.

Doch Google geht hier mit dem SEO-Trend und splittet die Texttapete – ähm, die holistische Seite – in ein Cluster mit spezifischen Seiten für Longtail-Keywords auf, die jeweils eine andere Suchintention bedienen.

Wir sehen im Beratungsalltag häufig Fälle, in denen das Zusammenspiel aus Canonical-Tags, Sitemaps, Redirects und HREFLANG-Tags ein widersprüchliches Bild abgibt. Google nimmt das angegebene Canonical als gut gemeinten Hinweis an, misst ihm aber nicht das Gewicht einer Direktive bei und entscheidet sich oft für eine andere URL als die im HTTP-Header oder im HTML angegebene.

Oft aus nachvollziehbaren Gründen. So fragt Google-Sprecher Gary Illyes zum Beispiel rhetorisch auf Linkedin:

"You have a rel=canonical pointing from A to B, but A is HTTPS, it's in your hreflang clusters, all your links are pointing to A, and A is included in your sitemaps instead of B. Which one should search engines pick as canonical, A or B?"

Das Inspection Tool in der Google Search Console verrät Dir dann auch, für welche URL sich Google entschieden hat.

Screenshot mit "User-declared canonical" vs. "Google-selected canonical" im GSC-Page-Test / Inspection Tool

Nicht immer lässt sich die Logik hinter Googles Entscheidung ergründen, aber in den meisten Fällen sind wir zuvor einfach nicht eindeutig genug gewesen, welche Seite in den Suchergebnissen ranken soll.

Typische Canonical Fails, die wir aus dem Alltag kennen:

  • Die kanonische URL wird per 301 weitergeleitet

  • Ein Canonical zeigt von der HTTPS-Version weg auf die HTTP-Version

  • In der Sitemap tauchen sämtliche Versionen einer Seite auf, statt nur der kanonischen

  • Zwei Versionen eines Dokuments zeigen jeweils per Canonical auf sich selbst

  • Das HREFLANG-Tag einer Sprachversion zeigt auf eine URL, die selbst wieder per Canonical auf eine andere URL verweist

  • Und da sind die Issues aus Google Dokumentation noch nicht mal dabei

Je klarer die Signale wirken, desto eher wird sich Google für das Canonical entscheiden, das Du gesetzt hast. Jedes Signal wirkt kumulativ – oder wie Gary Illyes sagt:

"You can stack canonicalization signals to strengthen that hint."

"If you just change the URLs from A to B in your sitemaps and hreflang clusters, combined with that rel=canonical it might already be enough to tip over canonicalization to B. Change the links also, and you have an even greater chance to convince search engines about your canonical preference."

Wie sieht's bei Dir aus? Bist Du schon mal im Canonical-Gestrüpp ins Stolpern geraten? Hast Du die Ursache gefunden? Oder sollen wir mal die Heckenschere ansetzen?

Du hast Fragen zum Artikel, zum Thema oder brauchst einen Tipp für Deine nächsten Schritte? Hier kannst Du Dir einen unverbindlichen Termin in meinem Kalender buchen. Ich freue mich auf Dich!
15-Minuten-Termin mit Jolle reservieren
Das ist ein Artikel aus unserem Newsletter. Wenn Du jeden Dienstag Morgen schlauer werden möchtest, melde jetzt kostenfrei für den SEO-Newsletter an

Kurze, praxisnahe SEO-Tipps – maximal 1× pro Woche. Keine Werbung, kein Spam.

Deine Daten sind bei uns in guten Händen und werden ausschließlich für diesen Newsletter genutzt.