- Google verkündet "Preferred Sources" in AI Mode und AI Overviews zu integrieren, wodurch Inhalte dieser Quellen "eher" in generierten Antworten erscheinen.
- Google meldet bereits über 300.000 registrierte bevorzugte Quellen und eine doppelt so hohe Klickrate, obwohl die genaue Beeinflussung der Ergebniszusammenstellung unklar bleibt.
- Diese Entwicklung, ergänzt durch das "Highly cited"-Label und ein bevorzugte Quellen nutzendes Karussell, individualisiert die Suchergebnisse stark und zersetzt die Vorstellung einer objektiven Suche.
- Du musst überprüfen, wie Du Deinen Erfolg misst, da traditionelle Metriken durch diese weitreichende Individualisierung zunehmend an Bedeutung verlieren.
Wir kommen aus den Schlagzeilen gar nicht mehr raus. Nach der Google I/O und dem Core Update kommt nun das nächste Announcement: Die bereits heiß diskutierten bevorzugten Quellen werden auch im AI Mode und den AI Overviews integriert. Seit der Veröffentlichung des Statements am 27. Mai ist dieses Feature nach Googles Aussagen ausgerollt. Aussehen kann das am Ende dann so:
Quelle: Google, Hervorhebungen durch Autoren
Wenn man die Quellen für eine generierte Antwort anzeigen lässt, wird mit einem Label hervorgehoben, dass es sich um eine als bevorzugt gemerkte Quelle handelt. Auf die spannendere Frage, nämlich wie die Bevorzugung einer Quelle die Zusammenstellung der Ergebnisse beeinflusst, geht der Artikel natürlich nicht ein. Wenn wir analog zu den Schlagzeilen-Elementen denken, dann bedeutet es auch hier, dass die Inhalte der bevorzugten Quellen “eher” angezeigt werden.
Wenn man Google Glauben schenken darf, wird das Feature auch gut angenommen. Herangezogen um das zu belegen werden Zahlen wie über 300.000 als bevorzugt eingetragene Quellen und eine doppelt so hohe Klickrate für die preferred Sources.
Eines ist aber klar. Die Individualisierung der Ergebnisse und damit die Vorstellung einer ‘objektiven’ Suche wird schrittweise abgebaut. Die Vergleichbarkeit mit Wettbewerbern anhand lang gesetzter Metriken schwindet weiter. Ein erneuter Reminder, Dir zu überlegen, wie Du Deinen Erfolg messen kannst und möchtest.
Neben den Preferred Sources gab es im gleichen Artikel aber noch weitere Ankündigungen, auch für ein weiteres Label. Das ‘Highly cited’-Label soll im Snippet von Artikeln auftauchen, die häufig referenziert werden. Meine Gedanken wandern dabei direkt zu DPA-Artikeln – zum Glück wird umgekehrt nicht gelabelt, dass dieser Artikel eigentlich nur einen anderen schon oft zitierten Artikel wiedergibt. ;) Gerade für Qualitätsmedien mit investigativen Recherchen oder originären Artikeln aber ein kleiner Silberstreif am Slop-Horizont.
Zu guter Letzt wurde auch ein neues Karussell angekündigt. Ja, auch darin werden preferred Sources eher angezeigt. Es geht in dem Feature darum, “initialen Kontext und eine Bandbreite an Optionen” (freie Übersetzung von mir) für das Thema der Suchanfrage anzuzeigen und betrifft scheinbar vor allem Anfragen mit aktuellen Nachrichtenlagen.
Mit der auf der I/O angekündigten SERP-Revolution bin ich etwas überrascht, dass noch so detailliert an der Präsentation der Ergebnisse geschraubt wird. Aber da es im Rahmen der AIOs ist, geht hier wenigstens ein kleines Fenster für Publisher auf, mehr als nur ein Quellenlink zu sein. Es wird also zum Glück nicht langweilig.