Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf und die Zeiten der prallen Google-Schecks durch MFA-Konten sind längst im SEO-Staub der Geschichte verfallen. Jetzt geht es Google und anderen Online-Riesen im Land Down Under möglicherweise gewaltig an die Geldspeicher.
Die (Werbe-)Einnahmen durch die Verbreitung journalistischer Inhalte auf den Plattformen sollen in Australien gesetzlich angeordneten Nutzungsgebühren unterliegen. So möchte die Regierung Australiens sicherstellen, dass Gelder an den Urheber der Inhalte zurückfliessen. Als Begründung werden gerechte Wettbewerbsbedingungen und Sicherung von Arbeitsplätzen im Journalismus genannt. In Frankreich hat man sich auf Drängen der Kartellbehörde bereits mit einigen Publishern “geeinigt”. An vielen Stellen können wir lesen, dass Google hier eingeknickt sei. Allerdings regelt das Agreement vor allem den Zugang französischer Publisher zu Individualvereinbarungen zur Vergütung auf Basis von Google Showcase. Etwas, was auch vielen deutschen Publishern bereits möglich ist. Französische Verlage erhalten im Rahmen dieser Vereinbarung also einen Anspruch darauf einen Deal mit Google aushandeln zu dürfen, so wie es viele Verlage in Deutschland und Brasilien schon gemacht haben. Aus meiner Sicht: Google: 1, Frankreich: 0.
Australien legt aber noch eine nicht zu unterschätzende Bedingung oben drauf. Damit es auch wirklich transparent nachvollziehbar ist, wie viel Kohle jeder Online-Riese zahlen muss, sollen diese auch noch offenlegen, welche Einnahmen durch die Inhalte generiert wurden. Offenbar hat man schon vermutet, dass das eher nicht so gut ankommt und hat für Zuwiderhandlungen direkt empfindliche Strafen mit eingeplant. Insgesamt schon ziemliche Daumenschrauben und vor allem Eingriffe ins Allerheiligste. Wer von uns möchte nicht gern wissen wieviel Geld sich aus einem guten Inhalt am Ende der Traffic-Nahrungskette generieren lässt?
Google signalisiert zwar Verhandlungsbereitschaft, droht aber gleichermaßen mit der kompletten Dienstverweigerung. Debatten zum Thema Leistungsschutzrecht wurden in Deutschland mit Google bereits mehrfach probiert. Das für SEOs einprägsamste Spielchen hatte in 2014 wohl Axel Springer verloren und auf einen Schlag alle Snippets gelöscht bekommen.
Unserer Meinung nach ist es zu einfach hier nur die Online-Riesen zur Kasse zu bitten, denn den Traffic nimmt ein jeder Publisher doch dankend an. Es muss also eine Regelung geben, die beide Seiten fair gegeneinander aufrechnet. Em Ende steht der Leser und der hat keine Lust auf tausende von Abo- und Bezahldiensten wäre aber sicher dafür bereit für konstante, inhaltliche Qualität seinen Beitrag zu leisten so wie Christoph das hier auf Facebook zum wiederholten Male andeutet.
