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Werkstudentin

Kennst Du das Gefühl, dass Du am Vormittag noch hochkonzentriert bist, Entscheidungen triffst wie ein Boss und am Nachmittag plötzlich selbst beim Kaffeeautomaten ins Grübeln kommst, ob Du überhaupt noch Koffein brauchst? Dieses Phänomen hat einen Namen: Entscheidungsmüdigkeit, oder im Englischen: Decision Fatigue.

Das Konzept stammt ursprünglich aus der Selbstkontrollforschung. Unser Gehirn verfügt, vereinfacht gesagt, über einen begrenzten Vorrat an mentaler Energie, um willentliche Entscheidungen zu treffen. Psycholog:innen wie Kathleen Vohs und Roy Baumeister konnten in mehreren Studien zeigen: Je mehr Entscheidungen wir treffen, desto mehr erschöpfen wir diese Energie.

Das beginnt schon morgens beim „Was ziehe ich heute an?“ oder „Checke ich zuerst meine Mails oder mache ich direkt mit dem Audit weiter?“ Und je mehr Entscheidungen wir im Laufe des Tages treffen, egal wie groß oder klein diese sind, desto mehr nimmt unsere kognitive Leistungsfähigkeit ab. Wir werden schlichtweg müde davon.

Was passiert dann?

  • Wir treffen impulsivere oder bequemere Entscheidungen.
  • Wir vermeiden Entscheidungen komplett.
  • Wir geben schneller auf oder lassen uns ablenken.
  • Wir machen mehr Fehler. Nicht, weil wir unfähig wären, sondern weil unser Gehirn in den Energiesparmodus schaltet.

In einer oft zitierten Studie von Danziger et al. (2011) zeigten sich drastische Unterschiede bei richterlichen Entscheidungen im Laufe des Tages: Morgens oder direkt nach Pausen wurde deutlich öfter zugunsten der Angeklagten entschieden, als kurz vor der Mittagspause. Ob das nun an Entscheidungsmüdigkeit oder einfach am leeren Magen lag – klar ist: Unsere Urteilsfähigkeit schwankt stärker, als wir denken.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unseren Job ab dem Mittag an den Nagel hängen sollten. Es heißt nur: Wenn wir verstehen, wie Entscheidungsmüdigkeit wirkt, können wir gezielt dagegen steuern und damit nicht nur klüger, sondern auch entspannter arbeiten. Hier ein paar einfache, aber wirkungsvolle Strategien:

  • Triff wichtige Entscheidungen am Vormittag. Nutze Deine „mentale Primetime“, meist zwischen 9 und 12 Uhr, für komplexe Aufgaben und strategische Entscheidungen.
  • Schaffe Routinen für wiederkehrende Entscheidungen. Standardisiere kleine Dinge wie Deine Morgenroutine, Essenswahl oder E-Mail-Zeiten. Das spart mentale Energie für Wichtigeres.
  • Mach bewusste Pausen. Kurze Unterbrechungen helfen Deinem Gehirn, sich zu regenerieren. Schon ein paar Minuten ohne Bildschirm, ein kurzer Spaziergang oder eine Atemübung können Wunder wirken.
  • Vermeide Multitasking. Es fühlt sich effizient an, kostet aber mehr Energie und erhöht die kognitive Belastung. Fokussiertes Arbeiten ist deutlich nachhaltiger.

Wenn Du also das nächste Mal feststellst, dass Du ewig brauchst, um eine scheinbar banale Entscheidung zu treffen, liegt es vielleicht nicht an Dir, sondern daran, dass Dein Gehirn einfach schon eine ganze Menge geleistet hat.

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