Ich bin neulich in einem Buch über einen Impuls gestolpert, den ich unbedingt mit Dir teilen möchte. Was wäre, wenn wir uns im Alltag viel mehr Mühe gäben, alltäglichen Momenten einen Rahmen zu schenken, der sie unvergesslich macht? Wie würde eine Welt aussehen, in der wir die reine Pflichtaufgabe links liegen lassen und stattdessen gezielt Erinnerungen kreieren?
Ich ertappe mich selbst viel zu oft dabei, wie ich auf den Autopiloten schalte und zu sehr in Prozessen, Standards oder Strukturen denke. Wenn ich ehrlich reflektiere, bin ich im Erschaffen von solchen Erinnerungsmomenten eigentlich gar nicht besonders gut. Umso tiefer hat sich diese Frage bei mir eingebrannt.
Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt in seinem Buch Schnelles Denken, langsames Denken mit der „Peak-End-Rule“ genau dieses Phänomen: Unser Gehirn speichert Erfahrungen nicht als mathematischen Durchschnitt ab. Wir erinnern uns fast ausschließlich an den intensivsten Moment (den Peak) und an das Ende. Chip und Dan Heath haben das in ihrem Werk The Power of Moments perfekt zusammengefasst:
„Manche Momente haben mehr Gewicht als andere. Und das Beste daran: Wir können diese Momente selbst erschaffen.“
Gerade im Marketing, im Business und im Agenturalltag fokussieren wir uns extrem auf Zahlen, Fakten und Deadlines. Das ist wichtig und sichert unsere Qualität. Aber es sorgt eben auch dafür, dass die Zusammenarbeit oft rein funktional abläuft.
Erfolgreiches Business besteht am Ende aus Menschen, nicht aus Prozessen. Wie schaffen wir also einen Rahmen, in dem die Zusammenarbeit unvergessliche Momente hat, die weit über die reine Wissensweitergabe oder die nächste operative Handlungsempfehlung hinausgehen?
Ich möchte Dir hier heute bewusst keine konkreten Vorschläge oder Checklisten mitgeben, wie man es besser macht. Keine Standard-Tipps, die Du morgen wieder vergessen hast. Mir geht es vielmehr darum, Dich mit dieser einen Frage anzustecken und dazu anzuregen, Dich selbst mit Deinem Alltag auseinanderzusetzen. Wie kannst Du in Deinen persönlichen Beziehungen – aber eben auch ganz konkret im Berufsleben – für unvergessliche Momente sorgen?
Es lohnt sich, den Autopiloten für einen Moment auszuschalten und genauer hinzusehen:
- Wo versteckt sich in Deinem heutigen Tag das Potenzial, aus einer Routine ein echtes Highlight zu machen?
- Welchen Moment in Deinem letzten Projekt oder Meeting wird Dein Gegenüber auch in zwei Jahren noch im Kopf haben?
- Und woran hältst Du Dich selbst fest, um Deinem Alltag diese unvergesslichen Spitzen zu geben?
Maya Angelou brachte die Antwort darauf einmal perfekt auf den Punkt:
„Die Menschen vergessen, was Du gesagt hast. Sie vergessen, was Du getan hast. Aber sie werden nie vergessen, wie Du sie hast fühlen lassen.“