Ist es heute überhaupt noch zeitgemäß, über Suchvolumen und Keywords zu sprechen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Ich tue es trotzdem.
Denn auch wenn LLMs, AI Overviews und die Schere von Klicks und Impressionen inzwischen zur SEO-Realität dazugehören (und die volle Aufmerksamkeit fordern)… Es verirren sich dennoch immer noch genügend Menschen auf Websites. Menschen, die gerne Geld bei Dir lassen oder anderweitig konvertieren möchten.
Grund genug also, sich ein paar gängige Fehleinschätzungen zum Thema Suchvolumen näher anzusehen.
Hä? Das hat doch bloß 10 Suchen im Monat
Der erste Trugschluss: Keywords mit 10 Suchen (oder weniger) im Monat lohnen sich nicht. Klingt zunächst plausibel… ist es aber nicht.
Denn in der Praxis rankst Du selten nur für dieses eine Keyword. Viel wahrscheinlicher ist, dass Deine Seite gleichzeitig für dutzende oder gar hunderte Varianten desselben Themas gefunden wird. Darunter viele, die von Keyword-Tools überhaupt nicht erfasst werden. Und demnach auch von Deinem Konkurrenten nicht beachtet.
Ebenso wird gerne übersehen, dass kleine Keywords eine überdurchschnittlich hohe Conversion-Relevanz haben können. Darauf kommen wir aber gleich noch im nächsten Abschnitt zurück.
Nehmen wir als Beispiel einmal das Keyword “ohrstecker perlen weißgold” und die PLP von Klenota dazu. Ein Keyword, viele Rankings:

Und da sind garantiert noch mindestens 60 weitere Keywords dabei, die durch Sistrix gar nicht erst abgebildet werden (oder ein angebliches Suchvolumen von 0 haben).
Eine URL rankt (fast) nie bloß für ein Keyword, sondern für eine ganze Reihe. Nur auf das Suchvolumen einer einzelnen Variante zu schauen, greift also deutlich zu kurz.
Wir wollen unbedingt für das Keyword bagger ranken
Der zweite Trugschluss: Mehr Suchvolumen ist immer besser.
Viele Unternehmen liebäugeln mit den großen Shorthead-Keywords. “Wir wollen für das Keyword bagger ranken” (oder für nachhaltigkeit – auch sehr beliebt), heißt es dann vielleicht. Suchvolumen: Ø 33.700 Suchen im Monat. Klingt beeindruckend – bis man sich die SERP einmal genauer ansieht:
- Was ist ein Bagger?
- Bagger kaufen
- Bagger mieten
- Minibagger
- Spielzeugbagger kaufen
- Bagger-Videos für Kinder
- Baggerparks in der Nähe
- Nachricht über einen Mann, der im Bagger ein Haus kurz und klein gehauen hat
Und. So. Weiter. Ich meine ja, selbstverständlich ist es schön für die großen Traffic-Bombas zu ranken und sowohl Klicks als auch Rankings steigen zu sehen. Das Geld liegt aber (meist) woanders. Tiefer im Funnel. Bei den Longtail-Keywords, von denen viele bereits nach einer Conversion dürsten. Die Nachfrage ist da. Fehlt nur noch jemand, der sie bedienen kann. Wie wär’s da beispielsweise mit dem Keyword spielzeug bagger für 2 jährige. Nur Ø 10 Suchen im Monat, aber mit eindeutigem Intent.
Warum also immer nur auf die großen Zahlen beim Suchvolumen schielen?
Die richtig fetten Conversions werden im Longtail-Bereich gemacht. Für Keywords, von denen Du überhaupt nicht wusstest, dass sie existieren.
Abschließende Worte
Gut. Nun haben wir wieder viel über das Thema “Suchvolumen” gesprochen. Bevor es gedanklich zurück zu KI und Co geht, fassen wir noch einmal zusammen.
Die Höhe des Suchvolumens ist nur ein Teil der Wahrheit. Gerade Keywords mit geringem Volumen bergen oft enormes Potenzial. Gerade weil sie so spezifisch sind. Und trotzdem wird immer noch viel zu häufig (fast) ausschließlich auf die Höhe des Suchvolumens geachtet und nicht darauf, wie wertvoll das konkrete Keyword mit Blick auf die Conversion ist.
Daneben ist natürlich auch der Blick auf die Suchintention unerlässlich. Denn Dein informationaler Ratgeber-Artikel kann noch so schön sein – mit Bildern, Statistiken und perfektem Text… Wenn das Keyword transaktional ist, wirst Du damit nicht ranken. Komme, was wolle.
Wenn Du also das nächste Mal nach neuen Themen suchst: Grab ruhig ein Stück tiefer. Denn dort warten oft die wirklich lohnenden Schätze.
Erfreulicherweise ist es ja häufig ohnehin möglich, gleich mehrere Keywords ins Visier zu nehmen. Die Suche fängt aber unten an, nicht oben.