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Junior Consultant

“I would like to become a Brötchen please”. Wir alle kennen sie noch aus dem Englischunterricht: false friends. Wörter, die gleich klingen, aber ganz was anderes bedeuten. Doch Missverständnisse entstehen nicht nur zwischen unterschiedlichen Sprachen, sondern auch innerhalb des Deutschen.

Ich bestelle zum Beispiel im norddeutschen Raum ein “Brötchen” und bekomme ein kleines, rundes Minibrot. Ein sonntägliches Frühstück. Wenn Du in Berlin nach einer “Schrippe” fragst, bekommst Du Dein Gebäckstück auch ohne Probleme. In München erntest Du damit jedoch nur Stirnrunzeln, dort heißt es “Semmel” oder “Weck”. Und spätestens, wenn man in Zürich ein “Brötchen” bestellt, landet man beim “Weggli”. Was im Alltag vielleicht amüsant oder wie ein kleines Abenteuer wirkt, kann darüber entscheiden, ob Du gesucht und gefunden wirst oder eben nicht (Mein Papa wollte in Frankreich mal ein Baiser bestellen und die Verkäuferin hat Bisou verstanden → das endete fast in einer Backpfeife).

Sprachliche Vielfalt in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Der deutschsprachige DACH-Raum ist groß, doch sprachlich nicht einheitlich. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind eng verflochten, teilen aber nicht automatisch denselben Wortschatz. Selbst innerhalb Deutschlands wechselt die Terminologie oft schon nach wenigen Kilometern. Während im Nordwesten der “Berliner” ein Gebäckstück ist, heißt er in der Hauptstadt und im Nordosten “Pfannkuchen“. Im Süden gibt es wiederum den “Krapfen”. Wer nur seine örtlich bekannte Sprachvariante verwendet, blendet also große Teile der Nutzer vom Verständnis um das Produkt aus.

Warum regionale Unterschiede für SEO entscheidend sind

Für uns ist das spannend, denn Menschen suchen nach den Begriffen, die sie in ihrer Lebensrealität benutzen. Ein Hannoveraner tippt “Brötchen Rezept” ein, ein Wiener eher “Semmel Rezept” und ein Zürcher “Weggli Rezept”. Google erkennt Synonyme zwar gut, doch das Suchvolumen unterscheidet sich eben trotzdem. Hier hilft Hreflang, Google zu verstehen, welche Sprach- und Länder-Version einer Seite in welchem Markt ausgespielt werden soll. So lässt sich sicherstellen, dass ein Nutzer in Österreich die “Semmel”-Variante sieht, während Schweizer Nutzer auf einer “Weggli”-Seite landen.

Ein Schweizer, der “Perron” eingibt, erwartet Inhalte mit genau diesem Begriff und wird bei “Bahnsteig” nicht unbedingt klicken.

Vergleich der Keyword-Suchvolumina in der Schweiz: „Bahnsteig“ mit 20 Suchanfragen pro Monat.

Vergleich der Keyword-Suchvolumina in der Schweiz: „Perron“ mit 3.200 Suchanfragen pro Monat.

Es gibt mehrere Beispiele für diese sprachlichen Unterschiede (SV jeweils für das angegebene Land):

  • Brötchen (DE, Nord/West) ø SV 25.200 – Schrippe (Berlin) ø SV 2.150– Semmel (Süd/AT) ø SV 4.250– Weggli (CH) ø SV 1.550
  • Kartoffel (DE) ø SV 14.300 – Erdapfel (AT) ø SV 100– Härdöpfel (CH) ø SV 90
  • Quark (DE) ø SV 34.000– Topfen (AT) ø SV 4.300 – Hüttenkäse (CH, teils abweichend) ø SV 3.400
  • Handy (DE/AT) ø SV 50.800/ ø SV 5.150 – Natel (CH) ø SV 900
  • Bahnsteig (DE/AT) ø SV 2.200/ ø SV 50  – Perron (CH) ø SV 3.200
  • Tüte (Nord) ø SV 1.600 – Beutel (Süd) ø SV 4.700– Sack (CH) ø SV 100

Fazit: Differenzierung nach Regionen zahlt sich aus

Für den DACH-Raum macht es also Sinn, den “deutschsprachigen Raum” nicht unbedingt als eine Einheit bei der Keywordrecherche zu sehen, sondern differenziert nach Deutschland, Österreich und der Schweiz oder je nach Ziel sogar innerhalb Deutschlands. Die Uni Salzburg hat dazu einen interessanten Atlas veröffentlicht.

Wenn Du nicht darauf achtest, verlierst Du möglicherweise an Relevanz. Wenn Du Dir bei den sprachlichen Varianten unsicher bist, können wir Dich unterstützen: Wir helfen Dir, die richtigen Begriffe im DACH-Raum zu identifizieren und Deine Inhalte so auszuspielen, dass sie überall verstanden und gefunden werden.

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