So sehr ich beim Vortrag "Internationale Content-Marketing-Kampagne: Aufbau & Umsetzung" von Niki von Salisch und Niels Dahnke auf der Campixx/Contentixx gelacht habe, bei Deinem internationalen Content-Projekt sollten Dir diese Dinge möglichst nicht passieren.
Zum Beispiel, dass Dein Übersetzung-Tool in Deinem Anmeldeformular aus "divers" konsequenterweise "Taucher" macht 🤿...
Oder aus "eau de toilette pour homme" "Köln für Männer".
Auch die automatische Übersetzungsfunktion von Facebook weiß zu unterhalten. Wer hätte gedacht, dass Covid-19 zu einer langen Schwanzmüdigkeit führen kann? Und wäre es nicht eigentlich eine Langschwanz-Müdigkeit?
Doch Spaß beiseite. Es sind nicht nur diese klaren Übersetzungsfehler, die einem das Image bei der Zielgruppe auf den verschiedenen Märkten verhageln kann. Auch bei korrekter Übersetzung kann man seine Ziele verfehlen. Indem man beispielsweise in Brasilien herbstliche Basteltipps gibt, obwohl es in Brasilien weder den deutschen Herbst, noch die Tradition, mit Kastanien zu basteln, gibt.
Niki und Niels betonten deshalb immer wieder, wie wichtig folgende Aspekte sind:
-
Arbeite mit Native Speakern zusammen, die tatsächlich im Land in der Region leben. Menschen die vor 20 Jahren ausgewandert sind, sprechen vielleicht die Sprache, haben aber bestimmte kulturelle Wortneuschöpfungen und Trends verpasst. Zudem ist Englisch in Australien nicht Englisch in Kanada. Spanierinnen reden anders als Kolumbianerinnen.
-
Transkreation ist größer als Übersetzung. Entwickle Deinen Content mit Leuten vor Ort. Im Projekt müssen immer wieder Schleifen mit diesen Native Speakern gedreht werden. Es geht nicht nur um Sprache, sondern auch um Kultur, Religion und Feiertage. In Frankreich gibt es keine Schultüten. In muslimischen Ländern hat das Freitagsgebet einen hohen Stellenwert. Komm Deiner ägyptischen Zielgruppe nicht mit Black Friday.
-
Content ist nicht nur Text. Schau darauf, dass sich auch Deine Bildsprache entsprechend anpasst.
-
Wo findet man diese Native Speaker? Im Netz sind wir zusammengerückt. Auch Freelancer netzwerken über Linkedin & Co. Schau in Publikationen vor Ort nach Autor:innen. Über den ersten Kontakt finden sich schnell weitere.