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Geschäftsführender Gesellschafter

Es reicht. Diesmal wirklich. Johan hatte AMP damals offenbar noch nicht ganz um die Ecke gebracht. Dafür haben wir jetzt die perfekte Chance alle gemeinsam das leidige Thema AMP zu beenden.

Die Kollegen von Searchengineland, Twitter und auch Chefkoch machen es vor:

Viele weitere Fragen und Antworten zu dem Thema findest Du in diesem Thread bei LinkedIn oder auch bei Twitter.

AMP hat ausgedient - werde es jetzt los. Wir haben den lieben Hanns von Chefkoch um ein paar Tipps für Dich gebeten, wie Du intern die schlimme Angst um den drohenden Trafficverlust verargumentieren kannst:

Flo: Hanns, für alle, die Dich noch nicht kennen, magst Du uns bitte in 2 Sätzen ein bisschen etwas über Dich und Dein aktuelles Lieblingsrezept verraten?

Hanns:

Ich kümmere mich zusammen mit meiner kongenialen Kollegin Stefanie Senn als Senior SEO Manager um die SEO-Geschicke von Chefkoch. Mit über 22 Mio. Unique Usern ist Chefkoch Europas reichweitenstärkste Food-Plattform und die #3 weltweit. Die organische Suche ist dabei der wichtigste Traffic-Kanal.

Mit SEO und Suchmaschinen beschäftige ich mich seit über 20 Jahren. Einige kennen mich wahrscheinlich aus meiner Zeit bei SISTRIX, wo ich 6 Jahre als Head of Marketing gearbeitet habe. Dort durfte ich viele Blog-Beiträge und Analysen veröffentlichen und konnte viele SEOs persönlich in meinen wöchentlichen Seminaren vor Ort kennenlernen, um zusammen einen guten Tag zu verbringen.

Bei über 350.000 Rezepten auf Chefkoch ist die Frage nach dem Lieblingsrezept immer etwas schwierig. Vorne dabei sind auf jeden Fall die Movie-Burger Rezepte von „Spiel mir das Lied vom Brot" bis hin zu „Cheesy Rider". Privat und als SEO machen mir aktuell aber auch „Uromas Vanillekipferl" extrem viel Freude, weil sie in der Weihnachtszeit das erfolgreichste Rezept und in der Tat einfach nur lecker sind.

Flo: AMP war schon lange ein Dorn im Auge der meisten SEOs. Was sind für Dich die wesentlichen Gründe dafür?

Hanns:

Ich denke, es kann strategisch niemandem auf Dauer gefallen, wenn die Nutzer wie bei AMP gar nicht mehr den Content vom eigenen Server abrufen, sondern der Content auf einem Server bei Google liegt. Da gibt man schon eine Menge aus der Hand.

Davon abgesehen gibt es aber auch ein paar ganz praktische Gründe, warum das Verhältnis zu AMP kein einfaches ist. Das doppelte Vorhalten einer Seite als AMP- und Non-AMP-Variante bindet technische Ressourcen und führt zu höheren Komplexitätskosten. Auf der Einnahmen-Seite führt AMP in der Regel zu geringeren Werbeumsätzen, da man nicht alle Vermarkter einbinden kann. Und als ob das noch nicht genug ist, lassen sich manche wünschenswerten Features einfach nicht gut über AMP realisieren. Ich denke, unsere Entwickler-Teams werden AMP nicht vermissen. Schnelle und nutzerfreundliche Seiten lassen sich auch mit anderen Frameworks realisieren. Da habe ich vollstes Vertrauen in unsere Entwickler-Teams, die auch den AMP-Ausstieg hervorragend exekutiert haben.

Flo: Auf Facebook hast Du gestern freundlicherweise die Ergebnisse Eures "Wir schalten mal AMP ab"-Tests berichtet. Wie seid ihr an das Thema herangegangen und was waren intern die größten Befürchtungen?

Hanns: 

Wir haben Google Löcher in den Bauch gefragt, die SERPS analysiert und getestet. Die größte Befürchtung war, dass wir sogenannte Host-Karussells verlieren. Das sind in unserem Fall Rezept-Karussells bzw. Rezept-Galerien zu einem Suchbegriff, bei denen alle Rezepte von einem einzigen Anbieter (Host) stammen.

Flo: Was kannst Du uns als Tipps mitgeben, wie wir gegen diese Befürchtungen am Besten argumentieren können?

Hanns:

Man kann den AMP Ausstieg relativ risikofrei mit einer überschaubaren Menge URLs testen und darüber hinaus die Erfahrungen anderer Plattformen verfolgen. Für den wichtigen News-Bereich ist das aktuelle Fallbeispiel Washington Post sicherlich noch sehr interessant.

Auch wenn wir jetzt praktisch zeitgleich mit Twitter und der Washington Post relativ früh beim AMP-Ausstieg dabei sind, habe wir uns die AMP-Abschaltung nicht leicht gemacht. Als die Core Web Vitals angekündigt wurden, deutete es sich stark an, dass AMP in Zukunft bei Google nicht mehr die große Rollen spielen wird. Chefkoch ist in Deutschland bei der Einführung von neuen Technologien häufig Partner von Google und wir standen in der Vorbereitung auf die Core Web Vitals im engen Austausch mit einem Team bei Google. Dort haben wir das Signal bekommen, dass man mit einem AMP-Ausstieg noch bis zum Page Experience Update warten sollte, das Anfang September dann abgeschlossen war.

Einige Zeit später verschwanden dann auch die AMP-Badges in den Suchergebnissen. Auch wenn wir uns ziemlich sicher waren, haben wir trotzdem erst einmal einen Test mit ein paar Hundert URLs gefahren und einen Monat lang die Rankings genau beobachtet, um mit bestem Wissen und Gewissen Risiken auszuschließen. Dafür hat das Entwickler-Team sogar ein eigenes Tool gebaut, das alle relevanten Informationen für das Segment "Rezepte" liefert, die von den klassischen SEO-Tools nicht abgedeckt werden.

Wir konnten in dem Zeitraum keine signifikanten Nachteile der betroffenen URLs feststellen, so dass wir jetzt ein größeren Schritt mit rund 600.000 URLs gewagt haben. Wir sind aber noch nicht All-in. Die für uns sehr wichtigen Rezept-Detailseiten laufen immer noch auf AMP. Dort ist der Ausstieg für nächstes Jahr geplant, wenn unsere Erfahrungen weiterhin positiv sind. Aber auch in dem Bereich laufen schon seit Wochen Tests mit über Tausend URLs. Wir versuchen den Prozess natürlich so sicher und verantwortungsvoll wie möglich durchzuführen.

Flo: Vielen Dank für die tollen Antworten. Eine allerletzte Frage noch... dürfen wir uns auf weitere tolle Test-Veröffentlichungen freuen?

Hanns:

Sehr gerne, als ganz großer Fan und regelmäßiger Leser von eurem Newsletter ist es mir ein Fest. Die SEO-Branche lebt ja vom Informationsaustausch untereinander. Insofern liefere ich gerne auch in Zukunft Updates. Wir werden das Thema bestimmt auch im SEO Date Podcast immer mal wieder besprechen, den ich zusammen mit meiner Frau veröffentliche. Darüber hinaus freue ich mich auch über einen persönlichen Austausch. Sprecht mich einfach über LinkedIn an, oder schickt mir eine Mail.

Sei schlau. Sei wie Hanns. Schalte AMP ab! Jetzt.

Geschäftsführender Gesellschafter

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