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Bei GA4 tut sich nach wie vor einiges. Mit der Einführung des Google Tag Templates für den GTM geht die Umstellung von GA4 Tag auf Google Tag voran.

GA4 Settings Variable

Damit es auch Gründe für eine Umstellung gibt, bekommen wir mit der GA4 Settings Variable ein (trotz Configuration-Tag Schnipp-Schnapps) schmerzlich vermisstes Universal-Analytics-Feature zurück. Ein Grund dafür, ein laufendes Setup anzufassen, ist das freilich nicht. Aber beim nächsten GA4-Setup freue ich mich auf den Einsatz einer zentralen Settings-Variablen.

Data Redaction Feature

Außerdem haben sich die Entwickler von Simo Ahavas guten alten PII Remover für UA inspirieren lassen: GA4 hat nun ein Data Redaction Feature. Wenn Dir die Google-Doku zu trocken ist, hat das Search Engine Journal das Feature für Dich nochmal zusammengefasst.

Damit können Emailadressen und definierte Query Parameter aus Analytics Hits entfernt werden. So kannst Du verhindern, dass versehentlich personenbezogene Daten aus URLs in Deinem GA4 landen. Zudem lassen sich auch unliebsame Parameter, Unique IDs oder Ähnliches sperren, damit sich die "Page & Query" Dimensionen weniger aufblähen.

Aber Achtung: Wenn Du in Deinen URLs irgendwo Elemente hast, die ein @ enthalten und daher einer Emailadresse ähneln, könnte das auch geblockt werden. Leider hat Google nicht veröffentlicht, nach welchem Muster sie genau blocken, sodass man es nur empirisch testen kann.

Ein nettes Feature. Und es ist sogar clientseitig umgesetzt, sodass Google die zensierten Informationen tatsächlich nicht zu Gesicht bekommt. DSGVO-, E-Privacy-konform oder gar ohne Consent einsetzbar wird GA4 damit noch lange nicht, aber es geht in die richtige Richtung.

Kein großer Sprung, grundlegende Features fehlen weiter

Das sind leider alles nur kleine Schritte. Der große Sprung vom Webanalyse-Tool in andauernder Beta-Phase zum benutzbaren Produkt lässt noch auf sich warten.

Charles Farina hat eines der größten Probleme von GA4 auf den Punkt gebracht. Es gibt aktuell keine Möglichkeit, Sessions, die von einer bestimmten Quelle kommen, zu identifizieren. Es gibt diverse Dimensionen zu Attribution, aber wie viele Einstiege von einer bestimmten Kampagne kamen, ist, dank der neuen Session-Logik, mit Bordmitteln nicht ermittelbar.

Du denkst, das sei quasi der grundlegende Zweck einer Webanalyse? Ich stimme Dir zu. Irgendwer bei GA4 scheinbar nicht...

Workarounds gegen den Geist der Dokumentation

Glücklicherweise kann man die Conversion-Attribution in der explorativen Datenanalyse zweckentfremden, um Zahlen dazu zu erhalten. Allerdings ist das von der Dokumentation explizit nicht empfohlen, sodass man sich darauf nicht wirklich verlassen kann.

Kleinigkeiten wie uneinheitliche Dimensionsverfügbarkeiten zwischen verschiedenen Bereichen des Frontends, der explorativen Datenanalyse, der API und Looker Studio sorgen dabei für zusätzliche Frustration.

Google hat sich im Vergleich zu Universal Analytics von der Zielgruppe der Gelegenheits-Web-Analysten klar abgewendet. GA4 gaukelt zwar einfache Analysen vor, braucht aber im Detail viel früher konkrete Fachexpertise. Und viele Standard-Fragestellungen, die in Universal Analytics drei Klicks entfernt waren, brauchen jetzt Rohdatenzugriff via BigQuery-Export.

In Zeiten, in denen Datenschutz weltweit immer stärker durchgesetzt wird, rechnet sich der Business Case wohl nicht mehr, eine Webanalyse für lau anzubieten.

Ein Umstieg auf Alternativen wie etracker, Matomo oder vielleicht sogar Microsoft Clarity ist vielleicht eine gute Überlegung.

Warum Dein Datenschutzbeauftragter aber vermutlich einen Herzinfarkt bekommt, wenn er die Session Aufzeichnungen von Clarity sieht, erzähl ich Dir beim nächsten Mal.

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