Zum Hauptinhalt springen

OpenAI hat ein turbulentes Wochenende hinter sich. Jetzt sieht es so aus, als hätte der Staub sich gelegt und der neue Status quo stünde. Aber ich garantiere Dir explizit nicht, dass sich zwischen dem Redaktionsschluss und dem Zeitpunkt, an dem Du dies liest, sich nicht noch etwas Neues ergeben hat.

Was ist passiert?

Am Freitag hat Open AI unvermittelt den CEO Sam Altman rausgeworfen, da er (laut Vorstand) nicht immer ehrlich gegenüber dem Vorstand war. Natürlich wurden keine Details genannt und insgesamt kam es für Außenstehende unerwartet.

Auch intern war das wohl nicht durchdacht und noch während des Wochenendes starteten Verhandlungen zu seiner Rückkehr. Dabei war Sam Altman selbstbewusst und hatte prophezeit, dass es das erste und letzte Mal sein wird, dass er mit einem Besucherausweis ins OpenAI-Office geht. Seine Forderung für eine Rückkehr knüpfte er an die Forderung, dass der Vorstand, der ihn rausgeworfen hatte, selbst zurücktritt.

Microsoft kündigte zwar an, weiter mit OpenAI zusammenzuarbeiten, aber in der Zwischenzeit hatten einige wichtige Mitarbeiter ihren Hut genommen.

Der Druck auf den Vorstand war aber nicht stark genug. Und so kündigte OpenAI am Sonntag Emmett Shear (ehemals CEO von Twitch) als neuen CEO an.

Microsoft schien Sorge zu haben, dass Altman ihnen mit einem neuen Startup Konkurrenz macht (oder schlimmer noch bei Google). Daher haben sie ihn und andere Mitglieder des Teams schnell selbst unter Vertrag genommen. Es liegt nahe, dass er in der Zusammenarbeit zwischen Microsoft und OpenAI weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird. Das könnte sicherlich eine interessante Zusammenarbeit werden... Sofern bei OpenAI überhaupt jemand übrig bleibt, mit dem Altmann zusammenarbeiten könnte.

So droht inzwischen der Großteil der Mitarbeiter, inklusive eines Vorstandsmitglieds, das für die Entlassung zumindest mitverantwortlich war, mit ihrer Kündigung. Während Microsoft scheinbar allen OpenAI-Mitarbeitern angeboten hat, Altman zu folgen.

Warum ist es passiert?

Sicheres Wissen gibt es hierzu noch nicht. Selbst wenn wir uns nur auf das Verhalten und die Motivation Altmans konzentrieren, schießen die Optionen ins Kraut:

  • Sam Altman hat sich persönliches Fehlverhalten zuschulden kommen lassen (Unwahrscheinlich, dann wären nicht der Großteil der Firma mit ihm gegangen)

  • Sam Altman hat mit weiteren Startups und Nebenprojekten zu sehr von Geschäftsgeheimnissen von OpenAI profitiert und den Vorstand hierzu hinters Licht geführt (Plausibel)

  • Sam Altman lag entweder zu sehr auf der Seite der Profitabilität zu Ungunsten der Sicherheit (Der Durchbruch von ChatGPT war auch OpenAI-intern eine große Überraschung, vielleicht hatte er jetzt zu große Dollar-Zeichen in den Augen, um diese einmalige Gelegenheit zu nutzen)

  • Oder Sam Altman stand zu sehr auf der Seite der Sicherheit, um die Zivilisation nicht mit Generative AI zu vernichten (Dem Vorstand könnten angelegte Handbremsen kommerziell missfallen haben)

Die Auswirkungen dürften sich erst in den nächsten Wochen und Monaten final abzeichnen.

Wir greifen dennoch zum vorweihnachtlichen Spekulations-Spekulatius:

  1. Die Ankündigung von Microsoft, weiter OpenAI zu unterstützen, dürfte nicht viel wert sein. Die Möglichkeit, jetzt die spannendsten Personen aus dem Umfeld ins eigene Team zu holen, ist eine gute Möglichkeit, die anderen Investoren auszubooten. Wichtige Player und wichtiges Knowhow gehören jetzt Microsoft. Damit wird es möglich, die eigenen Applikationen unabhängiger von OpenAI zu entwickeln (für die Office-Suite und Bing-Suche).

  2. Das Interesse, OpenAI zu unterstützen, sinkt. Damit dürften die Kosten für OpenAI steigen. Microsofts Interesse ist jetzt eher die Verluste zu minimieren. Als strategische Kooperation ist der Wert von OpenAI massiv gesunken.

  3. Für die Wettbewerber (Antrophic, Bard, etc.) ist es ein günstiges Zeitfenster aufzuholen und den Markt spannender zu machen. OpenAIs Innovationsgeschwindigkeit dürfte in den nächsten Wochen nachlassen, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstmal damit beschäftigt sind zu schauen, wer gegangen und wer geblieben ist und wie sich die Teams und Prios unter dem neuen CEO neu finden. Oder sie sind dabei, sich in den neuen Strukturen bei Microsoft einzufinden.

  4. So oder so muss Emmett Shear die Scherben aufkehren, die das Wochenende hinterlassen hat.

Schön aber zu sehen, wie das Unternehmen, das das Online Marketing dieses Jahr stärker geprägt hat als jedes andere, auch die Grundlage legt, dass 2024 nicht langweilig wird.

Das ist ein Artikel aus unserem Newsletter. Wenn Du jeden Dienstag Morgen schlauer werden möchtest, melde jetzt kostenfrei für den SEO-Newsletter an

Kurze, praxisnahe SEO-Tipps – maximal 1× pro Woche. Keine Werbung, kein Spam.

Deine Daten sind bei uns in guten Händen und werden ausschließlich für diesen Newsletter genutzt.