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Cory Doctorow hat mal wieder Google aufs Korn genommen. Diesmal wettert er über Google Maps und ist in seiner Kritik gewohnt rabiat. Wenn Local-SEO dein Steckenpferd ist, nimm es nicht persönlich.

Aber auch, wenn Du als SEO anderer Meinung bist, ist seine Perspektive interessant. Sein Vorwurf an Google ist im Prinzip derselbe wie neulich: Google sitzt auf dem Monopol, nutzt aber die Gewinne, die sie darüber abschöpfen können, nicht um die Suchergebnisse für Nutzer zu verbessern.

Das ist insbesondere auf Google Maps ein Problem, da dort kleine Betriebe besonders relevant sind. Und die haben häufig keine Ressourcen oder Kompetenzen für SEO übrig. Der beste Schlüsseldienst in Deiner Nähe ist wahrscheinlich der Schlüsseldienst, der das beste SEO in der Gegend hat. Oder um Cory Doctorow zu zitieren:

If you're running a business, you can either invest [in] being good at your business, or good at Google SEO. Choose the former and your customers will love you – but they won't be able to find you, thanks to the people who choose the latter. And if you're going to invest in top-notch SEO, why bother investing in quality at all?

Im schlimmsten Fall ist der Schlüsseldienst, der am besten in SEO ist, gar kein Schlüsseldienst, sondern ein Lead Generator. Zumindest in Amerika schon 2016 ein größeres Problem und wenn man Cory Doctorow so liest, hat Google es wohl auch heute noch nicht im Griff.

Aber was kann Google tun?

Wie schon erwähnt, ist ein Fachmann für ein lokales Handwerk nunmal in der Regel kein SEO-Experte. Zumindest für mein erstbeste Beispiel-Idee, die Suche nach einem "Schuster Altona", scheint Cory Doctorows Kritik nicht berechtigt. Die Website des ersten Ergebnisses, "de Schooster" sieht genauso aus, als hätte ein Schuster sie gebaut und kein Webdesigner.

In der klassischen Web-Suche ist der Beispiel-Schuster zwar nicht mehr ganz vorne und wird von professionelleren Webseiten überholt. Er hält sich allerdings auf Position 4.

Anhand welcher Signale kann Google so ein lokales Suchergebnis bewerten, wenn die Website quasi nichts hergibt und viele der Konkurrenten in der Umgebung nicht einmal eine Website haben? Daran, dass Google einen Schooster mit Doppel-o im Namen besonders sympathisch findet, wirds wohl kaum liegen.

Wichtig ist natürlich, wenn es um eine lokalisierte Suchanfrage geht, die Nähe zum Ort der Suche. Aber das ist nicht das einzige Kriterium und mitunter auch schwer zu gewichten. So ein Ort wie Altona ist groß genug für mehrere Schuster und welcher der Schuster in Altona ist am nächsten und welcher ist schon allzu nah an Altona?

Google verlässt sich auch stark auf Bewertungen und natürlich Angaben aus einem Google Unternehmensprofil (früher mal Google My Business). Aber auch die sind nicht immer gut gepflegt, teilweise sind sie noch nicht einmal angelegt, sondern die Informationen sind crowdsourced.

Und Crowdsourcing ist von Natur aus manipulierbar, insofern ist auch das nicht unbedingt die beste Quelle für Informationen.

Bewertungen sind genauso crowdsourced, lassen sich aber wenigstens statistisch gut auswerten.

Wie kann Google also kleine Unternehmen, die sich nicht oder nur sehr begrenzt um ihre Webpräsenz kümmern, fair ranken?

Niemand hat vor, Nutzersignale zu benutzen

Meine Vermutung (und damit bin ich sicher nicht allein): Nutzersignale. Das geht in Google Maps noch viel schöner als in der normalen Suche. Der Pin welchen Schusters wird bei Suchen nach Schustern am häufigsten ausgewählt, um dahin zu navigieren? Welcher Schuster wird am häufigsten direkt gesucht? Welcher wird am häufigsten aus Maps heraus angerufen? Eventuell sogar, bei welchem Schuster sind Nutzer in den Stunden nach einer Suche am häufigsten vor Ort?

Diese Daten kann Google einfach erfassen, aber sie sind weit schwieriger zu manipulieren.

Und natürlich muss Google Spam erkennen und aussortieren

Was kannst Du tun, wenn Du bei Maps ranken willst?

Die Nähe zum Ort und Nutzersignale nicht einfach zu manipulieren. Am einfachsten schaffst Du das durch guten Service. Dadurch bekommst Du auch ganz organisch gute Bewertungen. Aber mit gutem Service lässt sich erst punkten, wenn die ersten Kunden einen überhaupt finden. Das eingangs von Cory Doctorow aufgeworfene Problem...

Aber folgende ein sauber gepflegtes Unternehmensprofil liegen ganz in Deiner Hand:

  • korrekte Öffnungszeiten,

  • ansprechende Fotos,

  • verfügbare Leistungen

  • und was sonst noch so für Kunden interessant sein könnte.

Eine ansprechende Website dazu schadet bestimmt auch nicht. Aber wie mein Lieblingsschuster zeigt, ist sie für lokale Suchen gar nicht mal so wichtig. ¯\\(ツ)\/¯ 🥾

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