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Letztes Jahr gab es ja ein Anti-Trust Urteil gegen Google. Welche Sanktionen dieses Urteil genau nach sich zieht, steht aber noch nicht fest. Erste, konkrete Vorschläge gab es im November.

Die Mühlen des amerikanischen Rechtssystems mahlen langsam (und möglicherweise mit zunehmend orangenem Sand im Getriebe) weiter. Jetzt hat das amerikanische Department of Justice (DOJ) einen finalen Vorschlag, wie das marktfeindliche Verhalten in Zukunft unterbunden werden könnte.

Die Forderungen sind nicht ohne. Unter anderem soll Google Chrome abspalten, Search Choice Screens anbieten, Regelungen für die Zulassung von Konkurrenzprodukten im Play Store treffen, keine Abmachungen mehr mit Dritten über Default Suchmaschine oder Browser machen und so weiter.

Einige Punkte sind aus SEO-Sicht besonders spannend:

  • Google muss “Qualified Competitors” “at marginal cost” Zugang zu bestimmten Daten des Google Indexes geben. Das beinhaltet insbesondere (und hier wird es spannend) alle Daten, die auf Nutzersignale zurückgehen. Explizit erwähnt werden:
    • Navboost/Glue
    • Rohdaten für RankEmbed und AdBrain
    • Authoritativeness
    • Timestamp der Entdeckung einer URL und Last Crawl
    • Spam Score
    • Sowie Datenbanken um Googles Knowledge Graph nachzubauen
  • Google muss eine Opt-Out Möglichkeit für spezifische Google Produkte, insbesondere GenAI anbieten (quasi ein granulares noindex), und auch für Content, der via anderer Google Produkte angeboten wird (also Youtube-Videos o.Ä.)
  • Google muss “at marginal cost” eine 10 Jahres Lizenz für eine syndizierte Suche anbieten. Je nachdem wie man das genau interpretiert, könnte das bedeuten ein White Label Google…
  • Google muss für Adwords wieder genaue Keyword-Daten ausgeben.

Besonders die Daten aus dem Index sind natürlich spannend. Viele dieser Punkte sind allerdings potenziell auf die USA beschränkt und für europäische Nutzer/Konkurrenten nicht relevant.

Aus Googles Sicht führt das natürlich zu weit. Googles Gegenvorschlag sieht vor, dass sie keine Absprachen mit Dritten mehr treffen, um Google-Produkte zu bevorzugen und einen Compliance-Officer ernennen, der das bestimmt sehr effektiv überwacht, dass das wirklich nicht passiert.

Ob die endgültige Entscheidung den Forderungen des DOJ nachkommt, oder ob Sundar Pichais Investition in die Trump-Administration sich auszahlen wird, ist noch nicht abzuschätzen. Und je nach Ergebnis gibt es ja auch potenziell noch die Möglichkeiten für Google, das durch weitere Instanzen zu klagen. Es bleibt also spannend.

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