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Consultant
Das Wichtigste in Kürze
  • Seit September 2026 sehen wir in den SERPs zunehmend „vergiftete“ Trefferlisten, die Ranking-Tools täuschen und Dir irreführende Verlustmeldungen über nicht existierende Ranking-Veränderungen liefern.
  • Diese manipulierten SERPs sind technisch plausibel, zeigen aber abweichende Websites, teilweise irrelevante Ergebnisse und veränderte Suchfunktionen, wobei häufig Plattformen wie Reddit oder Quora auftauchen.
  • Die Problematik betrifft nicht nur die USA, sondern auch Europa, und obwohl Google Map Packs weniger betroffen sind, sind auch sie nicht völlig sicher vor solchen Manipulationen.
  • Google erschwert mit diesen Maßnahmen vor allem großflächiges, automatisiertes Scraping, das beispielsweise für das Abrufen von Suchergebnissen für KI-Anwendungen genutzt wird.
  • Du musst künftig die Qualität, Aktualität und Verlässlichkeit Deiner Ranking- und Monitoring-Daten sowohl für klassische Suchergebnisse als auch für KI-Anwendungen noch stärker kritisch hinterfragen.


Giftige Suchergebnisse

Ich liebe den Herbst. Man kann eingekuschelt in einer Decke da sitzen, den ganzen Tag Tee oder Kakao trinken und hat nicht das Gefühl, wenn man heute Abend zu Hause bleibt, würde man direkt was verpassen. Das Einzige, was ich am Herbst nicht so schön finde, ist die Geschichte mit dem Gruseln. Ich grusle mich nicht gerne, mag keine Horrorfilme und Halloween fand ich als Kind nicht witzig.

Ah, und Stechäpfel... die finde ich am Herbst auch nicht so toll, denn die sind im Spätherbst reif, springen auf und verteilen ihre Samen. Wenn sie nicht wahnsinnig giftig wären und ich einen Hund habe, dessen Nase sich alles immer gaaaanz genau angucken muss.

Naja, es soll ja hier nicht um meine persönlichen Herbstpräferenzen gehen. Ich frag einfach mal ganz konkret: Was haben Stechäpfel, Halloween und SERPs gemeinsam? Richtig. Alles ist potenziell giftig – in Bezug auf Halloween vielleicht nur die 10 Jahre alten Süßigkeiten – und ab und an hat man das Gefühl, man würde halluzinieren. Genau so wie beim Blick auf die SERPs.

Seit September 2026 gibt es ein branchenweites Problem, wenn wir uns die SERPs anschauen. Und insbesondere dann, wenn wir nur kurz in die Tools gucken, die unsere und die Positionen unserer Konkurrenten auf der SERP tracken.

Am 13. September 2026 registrierte Nozzle zunächst zahlreiche fehlgeschlagene Google-Abfragen. Ab dem 20. September beobachten sie und andere Tools Suchergebnisse, die technisch vollständig und glaubwürdig aussahen, aber erheblich von den üblichen Trefferlisten abweichen. Quasi wie vergiftet. Dadurch können SEO-Tools Rankingverluste melden, die in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden haben.

Nozzle zeigt sehr plakativ, wie das Ganze in den USA ausgesehen hat:

Vergleich der Google-Suchergebnisse (US) für „white label local seo“: Nach drei Tagen wurden alle neun ursprünglichen Treffer ersetzt.

Das Gemeine: Nicht jeder Rankingverlust ist ein tatsächlicher Sichtbarkeitsverlust. Und nicht jedes aktuelle Ranking ist wirklich aktuell.

Ein paar Zahlen zur Veranschaulichung:

  • Anteil manipulierter SERPs unter bewertbaren Ergebnissen 8,0 %
  • Getrackte Websites, die bei manipulierten SERPs aus den Top 10 verschwinden 58,6 %
  • Manipulierte SERPs mit Rückkehr der üblichen Ergebnisse binnen drei Tagen 77,9 %
  • Ende September erreichte der Anteil auffälliger Suchergebnisse an einzelnen Tagen sogar rund 27 %. Seit Anfang Oktober lag er in Nozzles untersuchter Stichprobe meist zwischen etwa 5 und 11 %.

Das Besondere: Google liefert keinen Fehler oder ein CAPTCHA. Stattdessen erscheinen vollständige Suchergebnisseiten mit anderen Websites, teilweise unpassenden Ergebnissen und veränderten Suchfunktionen. Websites verschwinden also scheinbar aus den Top 10 und werden durch andere Ergebnisse ersetzt. Auffällig häufig tauchen dabei Plattformen wie Reddit, Facebook, LinkedIn oder Quora auf.

Auch SISTRIX bestätigt das Problem. Sie überprüfen erfasste Suchergebnisse zusätzlich und wiederholen verdächtige Abfragen. Bestehen Rankings die Prüfung nicht, bleibt der letzte verifizierte Datenstand sichtbar.

Haben wir also ein Problem?

Ja. Unsere Daten möchten wir ja möglichst genau haben. Neben Ranking-Veränderungen müssen wir jetzt zusätzlich an Poisoned SERPs denken, die unser Tool (teilweise) einsammelt. Auf Rankingverluste können wir somit erst später eingehen, als wir es vielleicht gern würden.

Das Ganze betrifft nicht nur die USA. Auch Europa ist betroffen:

Europakarte mit farblich markierten Ländern. Für Deutschland wird ein Wert von 4,3 % bei 407.675 geprüften Suchergebnissen gezeigt.

Googles Local Packs sind vergleichsweise wenig betroffen. Bei manipulierten SERPs blieben durchschnittlich 60,5 % der zuvor angezeigten Local-Pack-Einträge erhalten, während es bei den organischen Ergebnissen nur 20,7 % waren. Und Suchanfragen mit lokalem Bezug sind keineswegs grundsätzlich sicher: Bei „Near me“-Suchen lag der Anteil manipulierter SERPs sogar bei 11,4 %.

Was soll also das Ganze?

Nein, es geht natürlich nicht darum, uns die Arbeit zu erschweren. Google erschwert mit diesen Maßnahmen vor allem großflächiges automatisiertes Scraping, beispielsweise für das Abrufen von Suchergebnissen für KI-Anwendungen, insbesondere zur Informationsbeschaffung und Generierung von Antworten.

Für uns bedeutet das wieder einmal: Wir müssen Qualität, Aktualität und Verlässlichkeit von Daten stärker hinterfragen. Sowohl die von klassischen Rankings als auch im Monitoring von KI-Suchergebnissen.

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