- Suchmaschinen bleiben vorn: Rund 38 % starten hier ihre Produktsuche.
- Jüngere nutzen häufiger KI: 25- bis 34-Jährige führen mit 11,1 %.
- Familien setzen auf KI: 12 % starten mit KI, bei Kinderlosen nur 5,6 %.
- Paid-Nutzer:innen bevorzugen KI: 21,7 % starten ihre Produktsuche im Chat-Tool.
- SEO trifft GEO: Sichtbarkeit muss sich am Suchverhalten der Zielgruppe orientieren.
Produkte, Produkte, Produkte überall: Part 2 der KI-Nutzung in Deutschland
Hast Du Dir schon über Weihnachtsgeschenke Gedanken gemacht?
Ja, ich hab's ausgesprochen, das böse Wort im Oktober... WEIHNACHTEN. Aber das Fest es kommt. Unaufhörlich jedes Jahr wieder. Auch wenn man darüber noch nichts lesen will. Und damit komme ich schon zu Platz 2 der aus meiner Sicht schlimmsten Fragen, die einem so gestellt werden können: "Was schenken wir eigentlich [insert person here] zu Weihnachten?"
Glücklicherweise gibt es seit einiger Zeit unsere kleinen LLM-basierten Praktikanten, die wir fragen können. Aber tun wir das auch? Wie hat sich, abseits vom Weihnachtsgeschenk, die Produktsuche verändert? Vergleichen Nutzer:innen Produkte noch selber oder tun sie das mittels KI? Gibt es unterschiedliche Herangehensweisen bei der Produktsuche je Alter/Geschlecht/Paid- oder Non-Paid-Modell?
Das hier ist Teil 2 von 6 unserer Newsletterreihe zur KI-Umfrage.
Wer es verpasst hat: Wir haben mit Appinio eine Umfrage unter 1.000 Deutschen in einer repräsentativen Stichprobenzusammensetzung durchgeführt, um relevanten Fragen zur KI-Nutzung in Deutschland auf den Grund zu gehen. Die Kernergebnisse und Auswertungen findest Du auf unserer Website. Und solltest Du Teil 1 von Johan aus der letzten Woche noch nicht gelesen haben – There you go!
Dass Frauen und Männer unterschiedlich suchen und einkaufen, ist kein Geheimnis – interessant ist, wie sich das auf die Nutzung von KI auswirkt. Bei jeweils 500 befragten Frauen und Männern zeigt sich: Frauen starten eher auf Shop-Websites (22,0 % vs. 17,0 %), Männer hingegen auf Preisvergleichern (22,0 % vs. 19,4 %) und knapp 10 % auch in KI-Chat-Tools.

Ein Fakt, der uns SEOs natürlich freut: Suchmaschinen als Startpunkt für die Produktsuche liegen bei beiden Geschlechtern nahezu gleichauf und haben den höchsten Wert (Männer: 38,8 %, Frauen: 37,0 %).
Spannend auch: Je höher das Einkommen, desto eher startet die Produktsuche bei einem Preisvergleicher. Allerdings ist auch dort die Stichprobe deutlich kleiner. Generell zeigt sich: Einkommen bis 2.000 € pro Monat starten auf der Shop-Website. Und bei einem Einkommen zwischen 2.000 & 3.000 €/Monat ist das Verhältnis ausgeglichen. Ab 3.000 € beginnt die Produktsuche eher beim Preisvergleich.

Erwartbar aus meiner Sicht sind die Werte zur Altersverteilung:
Mit 11,1 % nutzen die 25- bis 34-Jährigen KI-Chat-Tools am häufigsten als Einstieg in die Produktsuche, dicht gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen (10,3 %). Die Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen und der 45- bis 54-Jährigen liegen nah beieinander mit ca. 9-10 %. Entsprechend den generellen Studienergebnissen nutzt die Altersgruppe 55 bis 65 kaum KI zur Produktsuche.

Und Facts, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
- Haushalte mit Kindern beginnen ihre Produktsuche mehr als doppelt so häufig mit KI-Chat-Tools wie kinderlose Haushalte (12,0 % vs. 5,6 %) und nutzen häufiger Preisvergleiche (24,6 % vs. 17,3 %).
- Kinderlose Haushalte setzen stärker auf klassische Suchmaschinen (42,3 % vs. 33,0 %) und Shop-Websites (22,4 % vs. 16,1 %).
- Unter Personen, die KI bereits für Shopping und Produktrecherche nutzen, starten 21,1 % ihre Suche im Chat-Tool.
- Spannend auch: Produktsuche startet bei Nutzern, die ihr KI-Tool zahlen, zu 21,7 %, bei kostenlosen Nutzenden ohne Zahlungsbereitschaft lediglich 4,0 %.
Und jetzt ran an die Optimierung, aber mit Zahlen-Background, denn wir fragen zuerst:
Wer ist meine Zielgruppe? Nicht jede Zielgruppe sucht gleich. Obviously. Und nutzt nicht dieselben Kanäle. Während Suchmaschinen weiterhin der wichtigste Einstiegspunkt sind, gewinnen KI-Chat-Tools besonders bei den 25- bis 44-Jährigen, Haushalten mit Kindern und zahlenden KI-Nutzern an Bedeutung.
Wir sollten verstehen, wo unsere potenziellen Kunden ihre Produktsuche beginnen, welche Fragen sie stellen und welche Informationen sie für ihre Kaufentscheidung benötigen.
Parallel dazu ist es wichtig, die Produkte für KI-Systeme verständlich, vergleichbar und empfehlenswert aufzubereiten. Mit klaren Produktinformationen, aktuellen Preisen, konkreten Kaufargumenten und hilfreichen Vergleichen.
Denn *broken_record_alert* Optimierung bedeutet nicht, überall ein bisschen sichtbar zu sein, sondern genau dort, wo die eigene Zielgruppe sucht und Kaufentscheidungen trifft.
Ich hoffe, Dir hat der Exkurs in die Zahlen geholfen. Nächste Woche schreibt Sandra darüber, ob und für welche KI wir optimieren sollten, gem. der Umfrage natürlich. Und wie immer freuen wir uns auf Dein Feedback, Erkenntnisse, Anmerkungen oder die schlimmste Frage, die man Dir so stellen kann.
Ah, und wenn Du bis hierhin gelesen hast und trotz der interessanten Infos noch brennend darauf wartest, welche aus meiner Sicht die schlimmste aller Fragen ist, dann hab ich Dich nicht vergessen. Ich hasse es mehr als alles andere, wenn man mich fragt: "Und was essen wir heute?" Es gibt aus meiner Sicht keine nervigere, anstrengendere und bescheuertere Frage, insbesondere dann nicht, wenn ich eigentlich gerade mit wichtigeren Themen beschäftigt bin, wie beispielsweise dem Schreiben eines Newsletterartikels ;)