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Geschäftsführender Gesellschafter
Das Wichtigste in Kürze
  • Wir stellen fest, dass viele Daten zur KI-Nutzung voreingenommen sind oder die Realität nur unzureichend abbilden, weshalb wir eine unabhängige Studie zur KI-Nutzung in Deutschland durchgeführt haben.
  • Unsere Umfrage belegt, dass ChatGPT mit über 50% die private KI-Nutzung klar anführt, während Gemini und Googles AI Mode ebenfalls relevant sind, alle anderen jedoch kaum eine Rolle spielen.
  • Für die berufliche KI-Nutzung verschieben sich die Präferenzen drastisch: ChatGPT verliert an Bedeutung zugunsten von Microsoft CoPilot und Claude, insbesondere bei B2B-Entscheidern und höheren Einkommen.
  • Du solltest Deine KI-Strategie differenzieren und für B2B-Zielgruppen Copilot, Gemini und Claude stärker gewichten, da die Optimierung für ChatGPT dort unzureichend ist.
  • Fast ein Drittel der privaten Nutzer ist bereit, für KI-Zugänge zu bezahlen oder tut dies bereits, was eine wichtige Erkenntnis über das Monetarisierungspotenzial jenseits kostenloser Angebote darstellt.


Entschuldigung - Wo machen Sie eigentlich beruflich etwas mit der KI?

KI ist Neuland. Wir wissen viel zu wenig. Die Zahlen, die wir haben, stammen häufig von KI-Anbietern und — sagen wir mal — sind nicht ganz frei von politischer Beeinflussung, weil diese auch immer eine Botschaft verfolgen. Oder sie schnorcheln Daten aus dem Browser ab und ignorieren dabei die App-User. Aus diesem Grund haben wir mit Appinio eine Umfrage unter 1000 Deutschen in einer repräsentativen Stichprobenzusammensetzung durchgeführt, um relevanten Fragen zur KI-Nutzung in Deutschland auf den Grund zu gehen. Das hier ist Teil 1 von 6. Die Kernergebnisse und Auswertungen findest Du bereits auf unserer Website.

Wenn wir für KI-Systeme optimieren wollen, dann müssen wir wissen, für welches System. Die allgemeine Annahme ist, dass wir für den (kostenlosen) ChatGPT-User optimieren müssen. Aber stimmt das?

Von den 1000 Usern, die wir befragt haben, nutzen 90% irgendwie KI.

Aufgrund der Erhebungsmethode wird dieser Wert etwas zu hoch sein. Menschen, die gar nicht das Internet nutzen, sind auch nicht von uns befragt worden. Wir haben entsprechend gefragt: Welche KI benutzt Du eigentlich privat?

Auf die Frage, welche KI man denn privat nutzt, antworten über 50% mit ChatGPT.

¼ nennt Gemini.

Und 9% geben Googles AI Mode an.

Der überraschende Punkt für mich: Der Abstand zwischen ChatGPT und Gemini ist größer, als ich erwartet hätte. Und Google AI Mode stärker. Vielleicht ist das aber auch durch unsere Befragung mitverursacht und Gemini würde mehr genutzt werden, wenn wir nach „OpenAI ChatGPT“ und „Google Gemini“ gefragt hätten?

Klar ist: Wer Privatkunden erreichen will über KI-Chatsysteme, der fokussiert sich am besten auf OpenAI und Google. Alle anderen Systeme spielen keine Rolle (der Fairness halber sei erwähnt, dass wir die Antwortoption Meta AI unterschlagen haben).

Umfrage zur privaten KI-Nutzung unter 903 Befragten: ChatGPT führt mit 54,3 %, gefolgt von Gemini mit 25,5 %.

Aber: Nutzen Menschen, die AI-Systeme beruflich nutzen, eigentlich die gleichen Systeme? Datenschutzbedenken, Rahmenverträge und veränderte Anforderungen sollten die Auswahl verändern.

Und tatsächlich. Im B2B-Segment ist ChatGPT nur noch bei ⅓. Dabei verliert ChatGPT vor allem an Menschen, die beruflich keine KI nutzen.

Und an Microsoft CoPilot und Claude. Wer also B2B-Kunden über KI gewinnen will, der kann nicht einfach „ChatGPT und alles wird gut“ spielen.

Im B2B-Kontext hören wir oft, dass wir für Perplexity optimieren sollen. Perplexity hat aber B2B noch weniger Relevanz als im B2C-Segment.

Balkendiagramm zur beruflichen KI-Nutzung: 33,8 % nutzen keinen Chatbot, 31,7 % ChatGPT und 12,1 % Gemini.

Spannend ist auch, dass sich die berufliche Nutzung nach Männern und Frauen unterscheidet:

Tabelle zur beruflichen KI-Nutzung nach Geschlecht: 31,2 % der Männer und 32,1 % der Frauen nutzen ChatGPT. 40 % der Frauen nutzen aber beruflich keinen KI-Chatbot. Bei Männern sind es nur 27,7 %.

Und auch spannend: Wenn wir uns das nach Haushaltseinkommen anschauen, dann verliert ChatGPT bei den höheren Einkommen weiter an Copilot, Gemini und Claude.

Tabelle zur beruflichen KI-Nutzung nach Einkommen: Mit steigendem Haushaltseinkommen nimmt die ChatGPT-Nutzung tendenziell zu.

Wer also B2B-Entscheider ansprechen möchte, der sollte Copilot, Gemini und Claude eine noch höhere Gewichtung geben.

Interessant finde ich auch, dass Gemini bei besonders einkommensschwachen Gruppen ebenfalls eine besonders starke Nutzung hat (Schüler, Studenten).

Wer beruflich Copilot nutzt, der wechselt übrigens privat mehrheitlich auf den Google AI Mode.

Wir fanden übrigens auch überraschend, wie viele User angeben, einen bezahlten Account für ihre private Nutzung zur Verfügung zu haben. Fast 15% geben an, privat einen Account zu finanzieren. 18% benutzen privat einen vom Arbeitgeber finanzierten Account und fast 30% geben an, grundsätzlich bereit zu sein, für einen KI-Zugang Geld zu bezahlen.

Balkendiagramm zur privaten KI-Nutzung: 14,3 % zahlen selbst, 18,1 % über den Arbeitgeber und 39 % möchten nicht zahlen.

Wir lernen also:

  • Private Nutzung in Deutschland wird von ChatGPT dominiert.
  • Beruflich, insbesondere auf Entscheiderebene, spielen Claude und Copilot eine Rolle, obwohl sie in der privaten Nutzungsstatistik kaum auftauchen.
  • ⅓ der privaten User geben an, einen bezahlten Account zu nutzen. Das Monitoring der kostenlosen Accounts zeigt Dir da eine andere Realität, als Deine User sie sehen.
  • All das beantwortet logischerweise noch nicht, wofür User die KI nutzen. Einen Einblick darin bekommst Du in unserem Ergebnis-Explorer. Und natürlich auch im Newsletter.

Geschäftsführender Gesellschafter

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