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Geschäftsführender Gesellschafter

Es war irgendwann 2009, als mir der Kragen geplatzt ist. Excel hat zum 13. Mal innerhalb weniger Stunden den Geist aufgegeben – nur weil ich wissen wollte, wie oft jede einzelne URL in meiner Liste von 500.000 URLs vorkommt.

Das war der Moment, in dem ich wusste: Excel ist nicht das richtige Tool, und ich muss etwas Eigenes basteln.

Also hab ich mich mit Stack Overflow bewaffnet und losgelegt: Trial-and-Error galore! Am Ende hatte ich ein kleines Tool gebaut, das nicht nur die URLs zählt, sondern gleich auch den Status prüft, die H1 abruft und so weiter. Zack, hatte ich aus Versehen einen kleinen Crawler erschaffen. Dabei hab ich gelernt, dass Programmieren gar nicht so schwer ist – zumindest, wenn man es darauf beschränkt, dass der Code tut, was man will (Programmieren ist ja noch ein bisschen mehr als das).

2013 bin ich dann von PHP zu Python gewechselt – wegen word2vec und weil ich mit der PHP-Syntax einfach nicht klarkam. Jetzt bin ich so ein halbwegs brauchbares Python-Script-Kiddie. Aber die Welt dreht sich weiter. Inzwischen hat mich das halbe Team in KNIME abgehängt, und ich steh da mit meinem Python-Schweizer-Taschenmesser und gucke dumm aus der Wäsche.

Und dann ist da noch diese ganze KI-Sache. Meine ersten Gehversuche beim Programmieren mit KI waren, naja, durchwachsen. Aber mittlerweile sehe ich das ganz anders. Ich möchte dich einladen, das auch mal mit neuen Augen zu betrachten.

Es hat sich in den letzten Monaten einiges getan – es gibt inzwischen weit mehr als nur GitHub Copilot.

Hier ein Gedanke von Mike King, der mich zum Probieren motiviert hat:

„Ich stelle niemanden mehr ein, der nicht programmieren kann." – Mike King, SMX Advanced.

Das hat gesessen, als er das gesagt hat. Aber er hat recht: Jeder kann programmieren, und das sogar ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Was zählt, ist Neugierde, Kreativität beim Definieren des Problems und die Fähigkeit, das Ergebnis kritisch zu hinterfragen.

Für den Sohn meines Nachbarn habe ich in 3 Minuten eine Mathe-Lern-App gebaut – oder besser gesagt, Claude von Anthropic hat sie gebaut, und ich hab sie hochgeladen. Der Prompt war einfach: „Bau mir eine Mathe-Lern-App in einer HTML-Datei mit allem Drum und Dran: CSS, JavaScript, und Kindern, die auswählen können, wie viele Aufgaben sie machen wollen. Bei richtiger Lösung gibt's Emoji-Animationen, und falsche Aufgaben werden gemerkt."

Aktuell teste ich aider und Cursor AI, um herauszufinden, welches Tool mich wirklich voranbringt. Aider ist beeindruckend, aber etwas nerdy. Mit meinen Kids baue ich gerade ein Kartenspiel zur griechischen Mythologie. Da ich keine Ahnung von JavaScript habe, läuft das oft so:

„Hey KI, lass uns eine Funktion bauen, die die Scores unter diesen Bedingungen ändert."

„Hey, hab ich gemacht. Teste mal!"

„Hmm, funktioniert nicht ganz. Mach's mal heile!"

„Okay, jetzt sollte es klappen."

Und das Verrückte ist: Es funktioniert! Ich baue eine komplexe Anwendung in einer Sprache, die ich nicht wirklich beherrsche. Selbst mit PHP, das ich seit 10 Jahren nicht mehr angerührt habe, kann ich jetzt ein Skript schreiben, das einen RSS-Feed optimiert und an Slack schickt.

Das Beste: Man muss nicht programmieren können, um ein kleines Skript zu bauen, das eine Aufgabe löst. Entscheidend ist, dass man lernt, seine Aufgabe richtig zu beschreiben.

Die Entwicklung unseres Kartenspiels startete übrigens mit dem Prompt an ChatGPT: „Ich möchte mit meinen Kindern ein Kartenspiel zu griechischen Göttern bauen. Wie könnten Spielprinzip und Regeln aussehen?" Und so begann die Reise...

Geschäftsführender Gesellschafter

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