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Geschäftsführender Gesellschafter
Das Wichtigste in Kürze
  • Wir erkennen, dass traditionelle Budgetroutinen den schnellen Veränderungen im SEO-Markt, insbesondere durch Entwicklungen wie GEO, nicht gerecht werden.
  • Daher schlagen wir vor, Dein Budget strategisch in drei Töpfe zu gliedern: „Das Standbein“ für Bestandssicherung, „Das Spielbein“ für gezieltes Wachstum und „Das Dreibein“ für notwendige Experimente und neue Ideen.
  • Diese Struktur fördert einen agilen Budgetprozess, bei dem Experimente zu Wachstumsmaßnahmen werden können und etablierte Ansätze in die Bestandssicherung übergehen.
  • Betrachte Dein Budget nicht als reinen Output-Kauf, sondern als Investition in die Fähigkeit, Hypothesen schnell zu prüfen, Fehlentscheidungen früh zu stoppen und erfolgreiche Strategien effektiv zu skalieren.


Deine Budgetplanung 2027

Jedes Jahr rennt schneller. Ich finde das total faszinierend (nicht alle Punkte sind durch den Link gestützt. Manche sind auch bloß meine Theorie):

  • Proportionales Zeitverhältnis: Für einen 5-Jährigen ist das letzte Jahr ein größerer Zeitanteil als für einen 50-Jährigen
  • Alltagsroutinen: Als Erwachsener hast Du mehr Routinen. Diese Routinen sorgen dafür, dass Grenzen verschwimmen
  • Recency: Frische Erinnerungen sind präsenter als ältere. Zusammen mit medialer Reizüberflutung trägt das auch bei
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit: Je älter Du wirst, desto langsamer verarbeitet das Gehirn Eindrücke

Wenn wir also wollen, dass die Zeit weniger schnell verläuft, dann können wir was tun:

  • Routinen ändern
  • Achtsamkeit (was für ein überstrapaziertes Wort)
  • Neue Dinge lernen

Daran musste ich jedenfalls denken, als ich den Artikel von Toby Brisset im SearchEngineLand zum Budget 2027 gesehen habe. Ist es wirklich schon so spät? Und tatsächlich: Wir haben September. Quasi Oktober. Im Dezember haben wir eh keine Zeit. Also nur noch 3 Monate bis das Jahr vorbei ist. Und da kommen noch Konferenzen und Endspurt und überhaupt. Mir wird jetzt schon wieder schwindelig.

Gerade darum ist mir aber der Impuls hängen geblieben und den Budget-Ansatz von Toby finde ich gar nicht verkehrt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Suchmaschinenoptimierung durch GEO. Denn oft entstehen Budgets genauso aus Jahresroutinen: Vorjahreszahlen kopieren, zehn Prozent verschieben, fertig. Diese Routine passt aber nicht richtig zu einem Markt, dessen Spielregeln sich verändern.

Toby empfiehlt das Budget in unterschiedliche Zweck-Töpfe zu teilen:

  • Das Standbein: Wir könnten auch Verteidigung sagen. Hier kommt das Budget rein, das wir brauchen, um den Status quo zu erhalten. Technische Pflege, laufende Aktualisierung bestehender Evergreen-Inhalte, solche Dinge. Das ist das „keine Optimierung, sondern Verschlechterungsverhinderungsbudget“.
  • Das Spielbein: Wachstum: Initiativen, die wir unternehmen, um zu wachsen. Die Erweiterung des Contents; die Überarbeitung der Seitenstruktur und die interne Verlinkungsinitiative, die wir seit 2024 vor uns herschieben; endlich die Produktdaten geradeziehen und verbessern. Das ist wirkliche Suchmaschinenoptimierung.
  • Das Dreibein: (beinharter Metapher-Fehler. Ich weiß.) Hier budgetieren wir Experimente. SEO ist keine absolute Wissenschaft. Manche Dinge funktionieren. Andere funktionieren nur bei anderen. Wieder andere funktionieren seit Jahren nicht mehr. Oder werden als hilfreich promoted, aber wir dürfen Zweifel haben. Für all diese Fälle brauchen wir Experimente. Nur weil irgendein leutseliger LinkedIn-Luftikus etwas gepostet hat, können wir den Prozess nicht auf unserer Seite skalieren. Wir müssen das testen, damit wir das Budget nicht auf der Seite verbrennen oder eventuell Schaden an anderer Stelle verursachen. Dafür ist das Experimentier-Budget. Hier gehören die meisten der reinen GEO-Ideen rein (also der Teil von GEO, der nicht klassische SEO-Methoden einsetzt, um das Grounding zu verbessern).

Über die Zeit (teilweise auch innerhalb eines Budget-Jahres) kann daraus ein Prozess werden:

  • Eine Hypothese startet als Experiment.
  • Ein erfolgreicher Test wird zur Wachstumsmaßnahme.
  • Ein etablierter Prozess wandert später in die Bestandssicherung.
  • Wirkungsloses fliegt heraus.

Vielleicht ist diese Budget-Methode nichts für Dein Unternehmen. Aber ich finde das total hilfreich, das einmal selbst so zu denken. Achtsam die erlernte Budget-Routine zu durchbrechen und neue Dinge zu lernen.

Letztes Jahr haben Gianluca Fiorelli und Kevin Indig und Amanda Johnson Impulse gepostet, Budget anders zu betrachten. Organischer Traffic eignet sich immer schlechter als alleiniger Erfolgsindikator. Sichtbarkeit, Nachfrage und Kaufentscheidungen entstehen zunehmend auf Oberflächen, deren Wirkungen nicht in der Webanalyse stehen (Das stimmt. Und zwar völlig ohne „SEO-Ist-Tot, GEO-ist-King“-Bullshit). Das muss bei Budgets berücksichtigt werden.

Daher ist ein Umdenken sinnvoll. Weniger „ich kaufe/plane einen Output“, sondern mehr „Wir kaufen nicht Output. Wir finanzieren die Fähigkeit, Hypothesen schnell zu prüfen, Fehlentscheidungen früh zu stoppen und erfolgreiche Ansätze zu skalieren“. Das führt dazu, dass man mehr in Szenarien planen muss und auch schon bei der Budget-Argumentation deutlich machen muss, dass hier viele Wetten abgeschlossen werden. Und ich finde diese 3 Budget-Töpfe von Toby eine sehr schöne, praktikable Lösung für diesen Ansatz, der sich Stakeholdern leicht erklären lässt. Wir haben in den letzten 2 Jahren super viel Dynamik in den SEO-Markt bekommen. Diese Dynamik können wir schlecht mit den starren Budgets von vor 3 Jahren navigieren.

Denk mal in Ruhe drüber nach. Die nächste Budgetrunde kommt bestimmt demnächst.

Wenn Du gemeinsam mit mir darüber nachdenken möchtest, melde Dich gern jederzeit.

Geschäftsführender Gesellschafter

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