Nach Hannahs Reminder zur internen Verlinkung folgt hier gleich der nächste:
Deine Hauptnavigation ist Nutzern egal.
In einem Test mit einem Informationsportal im Bereich Immobilien aus unserem Kundenkreis waren es ganze 1,5% aller Nutzer, die einen Link im klassischen "Hauptmenü" geklickt haben. Das waren Desktop-Nutzer, bei Smartphone-Nutzern waren es sogar deutlich unter 1%.
Dafür sehen wir deutlich zu oft, dass teilweise ganztägige Workshops dafür investiert werden, die Beschriftung der Hauptmenü-Links zu entscheiden.
Für SEOs mit bequem großen Monitoren und viel Zeit ist es leicht zu vergessen, dass Aufmerksamkeit eine knappe Ressource ist. Zu hoffen, dass Nutzer sie für eine komplizierte Navigation opfern, ist der falsche Weg.
Zu groß ist die Gefahr, darüber die wirklich wichtigen Navigationselemente, also Teaser und einfache Textlinks, zu vergessen.
Mythos: "Unsere Nutzer klicken sich durch bis sie zur gewünschten Seite kommen"
Niemand interessiert sich für Deinen Content, zumindest nicht von alleine. Aufmerksamkeit ist wertvoll, man muss sie sich verdienen, indem man gute Inhalte über die interne Verlinkung aktiv bewirbt.
Dabei besonders wichtig:
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Themenrelevanz
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Informative, passende, schöne Überschriften und Teaserbilder
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Konsistente und vorhersehbare Inhaltsformate, mit denen Nutzer wissen, was sie erwartet
Mythos: "Wir müssen es möglichst einfach machen, von der Startseite überall hin zu kommen."
Diese Nutzer betreten eine Website über die Startseite:
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Echte Fans, die regelmäßig vorbeischauen, um immer die neusten Inhalte zu sehen
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Nutzer, die von Deiner Marke gehört haben und danach suchen
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Du
Alle anderen steigen auf Unterseiten ein. Interne Verlinkung zu anderen relevanten Inhalten, muss auch genau dort platziert werden, sonst ist sie effektiv unsichtbar.
Mythos 3: "Das Hauptmenü ist die beste Anlaufstelle zur Navigation, darüber kommt man am schnellsten überall hin."
Die meisten Nutzer -- die mit Mobilgeräten -- sehen das Hauptmenü nicht einmal, weil es sich als Burgermenü hinter einem Icon versteckt, das auf großen Smartphonebildschirmen nur mit Handverrenkungen zu erreichen ist.

Hat kein Hauptmenü: Die mobile Ansicht von YouTube
Grundregel: Ausnahmslos jede Unterseite braucht einen klaren Call to Action, damit Nutzer wissen, was sie als nächsten tun sollen. Manchmal ist das eine Aufforderung zum Download, mal ein Sonderangebot zum Kauf, häufig ist aber ein ganz einfacher Link zum nächsten passenden Inhalt die beste Option.
Die Absprungrate ist ein guter Messwert dafür, wie gut diese Empfehlung angenommen wird, wenn auch ein ziemlich grober. Besser: Testen! Biete unterschiedliche Optionen an und schau, auf welche internen Links deine Nutzer ansprechen.
Im E-Commerce wird das für Produktlisten z. B. von epoq schon lange gemacht - es gibt aber keinen Grund, das Prinzip nicht auch auf redaktionellen Content anzuwenden.