Das Wichtigste zu Beginn:
Case Study: Themencluster funktionieren (also jedenfalls hier)
Content-Cluster mit gut recherchiert und geschriebenen Hub- und Spoke-Artikeln zahlen auf die Autorität einer Publikation ein, weil sie Themenexpertise demonstrieren. Sie bringen organischen Traffic und bieten so eine lukrative Investment-Alternative zu gekauften Klicks per Anzeige. Trotz Recherche ist der Erfolg jedes einzelnen Content-Stücks nicht planbar. Um experimentieren und lernen zu können, was funktioniert, muss man einiges an Inhalten produzieren. So lässt sich die Case Study "How 360Learning Grew from 0 to 76k Pageviews Through SEO Experimentation" von Animalz zusammenfassen.
Investitionen ins Content-Team lohnen sich (also jedenfalls hier)
Dass 360Learning Content als Investition verstehen, lässt sich auch daran ablesen, dass sie als Firma mit nur einer Content-Person eine Agentur wie Animalz ins Boot geholt und innerhalb von anderthalb Jahren parallel zum eingehenden Content-Ertrag ein Content-Team mit zehn Personen aufgebaut haben, wenn wir dem Artikel Glauben schenken.
Aber Jolle, wieso feierst Du diese Agentur so ab?
Beichte: Ich mag das Animalz-Blog fast unabhängig vom Thema des jeweiligen Posts. Die Content-Marketing-Agentur nimmt den Standpunkt ein,
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dass Schreiben ein Handwerk ist, das man lernen und lehren kann,
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dass Content-Strategie dem Geschäftsmodell folgen muss,
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Schließlich sollen sie in erster Linie ihre Zielgruppe überzeugen.
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Damit man als branchenfremde Person nicht nur oberflächliche Sauce fabriziert, lohnt ein Blick in den Journalismus, wo man sich eine hilfreiche Interview-Technik abschauen kann.
SEO-Diss als Koketterie
Die Agentur bürstet zwar immer wieder gerne gegen den Strich mit "Thoughtleadership"-Artikeln wie "The 'Google Knows Best' Fallacy", um zu demonstrieren, dass sie nicht blind irgendwelchen Branchen-Best-Practices und Suchvolumen-basierten Briefings folgt...
...aber den Wert von SEO versteht sie genau.
Das ist für mich der große Unterschied zu Redaktionen und Content-Marketern im DACH-Raum, um illegitimer Weise mal alle ganz grob über einen Kamm zu scheren. Im deutschsprachigen Raum hält die schreibende Zunft SEO häufig für die Ausgeburt des Ausverkaufs und den Pakt mit dem Teufel, ohne sich näher damit zu beschäftigen, in welchem Kontext SEO hilfreich und auch für die Leser und Leserinnen nützlich sein kann.
Animalz kokettiert dagegen damit, mehr zu liefern als stumpfe Keyword-Recherche und das Abarbeiten von SEO-Content-Briefings, während sie aber genau wissen, wie sie Chancen für organische Rankings identifizieren und entsprechend optimierte Inhalte produzieren.
Oder kürzer: Man kann sich aus guten Gründen gegen SEO entscheiden und Inhalte auf andere Ziele hin schreiben. Die diffuse Angst, für eine Maschine zu schreiben, ist für mich allerdings kein guter Grund.