Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie viele Unternehmen ihre GSC-Daten nicht nach BigQuery exportieren.
Ja, auch nicht alle unsere Kunden. Wir arbeiten aber daran. Manchmal ist es ja auch nervig. Da gibt es keinen BigQuery-Account. Das Data-Team setzt auf eine andere Infrastruktur. Vielleicht wurde auch schon Energie investiert, die Daten über die API zu ziehen. Oder es fehlt einfach an der Berechtigung für die Kreditkarte. Alles nervige Details. Nur um am Ende die Daten in einem Speicher zu haben, bei dem man nicht genau weiß, wie man damit umgehen soll. Verstehe ich alles.
Aber: Trotzdem möchte ich noch mal Werbung für den Export machen. Und als Beispiel möchte ich Dir ein paar Zahlen zeigen, die aus einem aktuellen Kundenprojekt herausgefallen sind.
Unser Kunde (ein mittelgroßer News-Publisher) hat (nur für die organische Suche, 1 Tag):
Laut Search Console API (gefiltert auf WEB, query+url):
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99k Clicks / 2.209k Impressions
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9,385 URLs (!)
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33,417 Keywords (!)
Im Vergleich mit BigQuery:
Über die Search Console API bekommen wir den Großteil der (nicht anonymisierten) Klicks.
Aber:
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wir bekommen nur 2/3 der bekannten Impressions
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Nur 10% der URLs
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Nur 7% der Keywords
Das sind nur die Unterschiede für einen Tag. Für längere Zeiträume wird der Fehler größer.
Das bedeutet, dass wir über den BigQuery-Export 93% mehr Keywords finden. 90% mehr URLs. Und je longtailiger Dein Business / Deine Strategie funktioniert, desto größer ist der Impact.
Das Problem ist, dass Du mit der API (noch schlimmer mit dem Interface) falsche Entscheidungen triffst:
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Du wirst das Impression-Potenzial bestimmter Themen unterschätzen
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Du wirst den Brand Traffic überschätzen
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Du wirst Inhalte im Content-Pruning löschen, die nicht gelöscht werden sollten
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Du wirst die Traffic-Verteilung Deiner Seiten falsch bewerten
Gegen all das kann man sich ein wenig versichern, indem man für jeden Export aus API und Interface immer mit auswertet, wie viel % der Daten damit erklärbar sind. Aber damit weißt Du auch nur, wie viel Du nicht weißt. Wirklich schließen kannst Du die Lücke nur mit einem BigQuery-Export.
Dazu kommt, dass Du teilweise Dinge auswerten kannst, die im Interface nicht so (einfach) zugänglich sind oder über die API nicht filterbar. Beispielsweise die Anzahl der Clicks / Impressions in Event- oder Job-Integrationen. Natürlich nicht die wirklich spannenden Fragen, wie:
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Handelt es sich um einen Klick in einer Universal Search Box (bspw.: Bilder, Video, News), oder um einen Klick in den normalen organischen Treffern?
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Welche Features hatte der Ergebnis-Treffer?
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Handelt es sich um ein Featured Snippet?
Aber die Möglichkeiten sind schon mal massiv viel besser als über die API. Und Du hast nicht mehr mit Bloom-Filtern zu kämpfen.
Die Anleitung zum GSC-Export ist wirklich gut. Der kann man auch gut folgen, wenn man noch nie etwas mit BigQuery gemacht hat.
Und wenn Du die Daten erstmal hast, dann frag doch Deine Wingmenschen oder nimm Dir diesen Beitrag von Myriam Jessier, um mit der Arbeit mit den Daten zu beginnen.