Technical SEO is not dead
Das macht die KI schon für uns.
Anonymer Marketing-Abteilungsleiter im deutschen Mittelstand
Ja, mit KI-Agenten und dem cleveren Einsatz eben dieser kann man heutzutage viel Arbeit sparen. Dadurch gibt es viele Punkte, auf die wir als SEOs vor wenigen Jahren noch vehement hinweisen mussten, die immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Weil es genug Material für die Trainingsdaten gibt, die beispielsweise Noindex, Canonicals oder das Befüllen von Title und Description hinlänglich erklären.
Wir waren noch nie Fans von Checklisten-SEO, doch schon immer von guten Fundamenten und gemachten Hausaufgaben. Technisches SEO fiel und fällt oft in genau diese Schubladen. Aber nicht alles, was in diese Schubladen fällt, lässt sich mal eben mit der KI richten.
Hier ist der Sichtbarkeitsverlauf eines unserer Kundenprojekte:

Von rund 6-7 SI-Punkten war man auf unter 1 gefallen. Auch die GSC-Daten bestätigten die Verluste der Rankings innerhalb weniger Tage. Wir vermuteten eine technische Ursache, da eine breite Menge an URLs sehr plötzlich betroffen war, wenn auch im gleichen Verzeichnis. Auch auffällig war, dass die Verluste meist sehr stark bis vollständig waren, sodass ebenfalls die Vermutung nahe lag, dass Inhalte der Seite nicht mehr erkennbar waren. Die große Frage war das Warum.
Das Ergebnis nehme ich schon mal vorweg: Fehlerhaftes Caching war die Ursache. Im Rahmen der Analyse (hier bei den Logfiles) waren wir auf Issues gestoßen, die auf Probleme mit der Time To First Bite hinwiesen. Außerdem gab es diverse Dateien, deren Caching nicht einwandfrei lief. Das waren alles Anhaltspunkte, schlussendlich aber kein Beweis.
Der musste systemseitig beim Kunden festgestellt werden. Danach wurde dann unter anderem
- das Caching der Website korrigiert.
- TTFB beschleunigt, bspw. durch HTML-Komprimierung
- Logging für Cache-Löschungen implementiert, wodurch zu sehen war, dass der Cache zu häufig geleert wurde.
Spannend daran ist, dass wir alle unsere Daten heutzutage ja mit kompetenten KI-Assistenten teilen können. Daher habe ich mir den Spaß gemacht, unsere Daten für die Analyse einem dieser Agenten vorzustellen. Das Ergebnis war insofern interessant, dass ich eine Fülle an Thesen vorgestellt bekam, von denen die meisten plausibel klangen.
Wenn ich mich jetzt in die Perspektive von Endverbrauchern versetze, die daraus nun auswählen dürfen, um damit dann zur IT oder dem Entwickler ihres Vertrauens zu laufen, dann fühle ich mich zwar etwas weiter als zuvor, aber nicht geholfen. Oder anders: "A fool with a tool is still a fool."
Das schließt dann auch den Kreis zum Titel, den ich für diesen Artikel gewählt habe. Unsere neuen KI-Overlords helfen uns an vielen Stellen weiter. Gerade die Technik und viele der Best-Practices lassen sich damit gut kontrollieren. Aber sich einen Tech-SEO warmzuhalten, der bei den kniffligen Fragen weiter weiß oder zumindest welche Fragen er stellen muss – das empfehle ich Dir.