Zum Hauptinhalt springen
Consultant

Auf Linkedin stellte Jens Altmann die Frage “Wo bleibt die Effizienz?” mit Bezug auf die prophezeiten rasanten Fortschritte durch die Entwicklung von und mit künstlicher Intelligenz. Ich musste dabei spontan an den Graphen für Gartner Hype Cycle denken. Falls der Dir noch nie begegnet ist, so sieht das Ganze aus.

Graph für Gartner Hype Cycle. Die X-Achse stellt die Zeit dar, die Y-Achse die Sichtbarkeit. Eine rote Kurve beginnt bei null, steigt steil an und erreicht einen Höhepunkt ('Gipfel der überzogenen Erwartungen'). Danach fällt sie stark ab in ein Tief ('Tal der Enttäuschungen'), bevor sie sich langsam wieder erholt und sich stabilisiert ('Pfad der Erleuchtung' bis zum 'Plateau der Produktivität'). Die Begriffe entlang der Kurve beschreiben verschiedene Phasen der Technologieentwicklung. Ein nach unten zeigender Pfeil markiert einen Punkt im tiefsten Abschnitt der Kurve mit der Beschriftung 'You are here'.

Quelle: Wikipedia (+ Bearbeitung durch mich)

Der Bogen beschreibt dabei die Aufmerksamkeit, die eine Technologie im Laufe der Zeit bekommt. Ich habe mir die Freiheit herausgenommen, gleich einmal reinzumalen, an welche Stelle des Graphen ich dabei denken musste. Der ganz große öffentliche Hype ist vorbei. Die Diskussionen um ChatGPT an Unis und Schulen gibt es zwar noch und es gibt Fortschritte z.B. in der Medizin bei der Erkennung von Tumoren.

Aber von der Spitze des Hypes sind wir wieder weit entfernt. Geht es noch weiter runter und befinden wir uns eigentlich noch auf dem absteigenden Ast? Auch wenn ich das nicht glaube, wäre das für ein so breites Feld wie KI kaum auf einen Punkt festzulegen. Dafür müsste man einen breiteren Korridor links und rechts des Felds einziehen. Denn zwischen generativer KI für Texte, Co-Piloten für Developer und Pattern Recognition in der Medizin liegen nicht triviale Unterschiede.

Trotzdem tut es uns gut, sich zu vergegenwärtigen, dass sich der Staub nach der großen Hype-Explosion gerade erst gelegt hat. Wie stark die einzelne Arbeitskraft oder ein bestimmtes Unternehmen von der Investition in eigene Prozesse mit einer KI profitiert, hängt maßgeblich von ihrer Tätigkeit ab. Oder das umgekehrte Szenario, ob gewisse Aufgaben nicht mehr von Menschen bearbeitet werden müssen. Da würde ich mit Jens’ zweitem Satz mitgehen. Es gab gerade in der digitalen Branche schon den Abgesang auf diverse berufliche Tätigkeitsfelder.

In einer breiten Öffentlichkeit manifestiert hat sich das, so zumindest meine Wahrnehmung, aber noch nicht. Nun sind wegfallende Arbeitsplätze nicht der einzige Weg, in dem sich technologische Veränderungen bemerkbar machen. Auch bei uns haben sich einige Arbeitsabläufe geändert. Dennoch bleibt die Frage legitim, was vom Hype übrig bleibt. Nicht, dass wir dann beim nächsten Mal realistischer bleiben, aber einen Versuch wäre es wert.

Auch passend dazu finde ich die ersten beiden (leicht provokanten) Fragen von Robert Seeger in der Keynote zur OMX 2023:

  1. Wer nutzt eigentlich schon regelmäßig KI-Tools?
  2. Wer von Euch [KI-Tool Nutzer, die sich vorher gemeldet haben] hat eigentlich, seit er KI-Tools nutzt, mehr Sex?

Aus den Ergebnissen der Abstimmung zog er den Schluss: “Wir haben hier nämlich eindrucksvoll gesehen und gespürt: KI ist angekommen, aber es hat uns noch nicht wirklich geholfen, mehr Lebensfreude zu finden.”

Und ob sich das seit 2023 geändert hat, das fände ich wirklich spannend.

Consultant

Das ist ein Artikel aus unserem Newsletter. Wenn Du jeden Dienstag Morgen schlauer werden möchtest, melde jetzt kostenfrei für den SEO-Newsletter an

Kurze, praxisnahe SEO-Tipps – maximal 1× pro Woche. Keine Werbung, kein Spam.

Deine Daten sind bei uns in guten Händen und werden ausschließlich für diesen Newsletter genutzt.