Bevor ich jetzt HÄNDERINGend noch nach schlechten Reimen zu dieser unterirdischen Überschrift suche, was ist passiert?
Google hat seine Dokumentation zum Dynamischen Rendering aktualisiert. Wurde zuvor Dynamic Rendering noch als valide Rendering-Methode behandelt, steigt Google nun mit folgendem Warnhinweis auf der Seite ein:
"Dynamic rendering is a workaround and not a long-term solution for problems with JavaScript-generated content in search engines. Instead, we recommend that you use server-side rendering, static rendering, or hydration as a solution."
Dynamic Rendering ist also nur noch ein Workaround, keine langfristige Lösung.
JavaScript und SEO: Es ist kompliziert
Worum geht es hier überhaupt? Immer seltener sehen wir Websites, deren Code ausschließlich auf statischem HTML und CSS beruht. Der Anteil an JavaScript-Websites steigt dagegen.
Während bei Server-seitigem Rendern das JavaScript noch auf dem Webserver ausgeführt wird und User im Browser den fertigen HTML-Code erhalten, muss bei Client-seitigem Rendern der Client (zum Beispiel ein Browser) das JavaScript erst noch auf dem jeweiligen Gerät ausführen, bis der Content geladen wird. Das drückt auf die Performance und Google kann ggf. die fertigen Inhalte nicht sehen.
Was ist Dynamic Rendering?
Mit Dynamic Rendering kannst Du auswählen, für welche Clients und Bots welche Rendering-Methode vollzogen werden soll. So kannst Du beispielsweise dem Googlebot mit SSR das fertige statische HTML ausliefern und sichergehen, dass Google alle Deine Inhalte "sehen", indexieren und ranken kann. Google kann zwar auch JavaScript ausführen, braucht dafür aber ggf. eine Extra-Schleife im Processing.
Echten Usern kannst Du dagegen ein individualisiertes, interaktives Nutzungserlebnis bieten und zum Beispiel bestimmte Inhalte ein- oder ausblenden (Tab-Navigation, Akkordeon, Filter im Onlineshop etc.).
Doch Probleme mit Cloaking?
Zwar nimmt Google den Standpunkt ein, dass Dynamic Rendering nicht automatisch Cloaking ist, doch eine gewisse technische Überlappung ist nicht von der Hand zu weisen.
Cloaking liegt dann vor, wenn Google andere Inhalte gezeigt werden als anderen Usern. Die Taktik gehörte in den alten Blackhat-SEO-Werkzeugkasten, wo zum Beispiel Spammer (leider erfolgreich) versucht haben, Rankings mit unsichtbarem Text voller Keyword-Stuffing zu erreichen.
Google gibt Webmastern in seiner Dokumentation Empfehlungen an die Hand, wie auf Dynamic Rendering hinzuweisen ist, damit es eben nicht als Cloaking gilt. Unsere Vermutung ist, dass das in der Regel nicht genügend Website-Betreiber:innen gelungen ist, so dass Google nun von der generellen Empfehlung dieser Rendering-Methode abgerückt ist.
Setzt Du auf dynamisches Rendering und kannst Erfahrungen mit uns teilen?
Vielen Dank an Jasmita D'Souza von Onely, die auf die Änderung aufmerksam gemacht und in diesem Thread den Kontext erläutert hat.