Ein Teil der Brexit-"Versprechen" war das Eindampfen der überbordenden EU-Bürokratie. Unter diesem Versprechen werden die Datenschutzrechte der Nutzer in Groß Britannien aufgeweicht.
Gleichzeitig wird die "Online Safety Bill" diskutiert, mit der neue, übergriffige Altersverifikations-Banner und bürokratische Monstrositäten für britische Websites möglicherweise zur Pflicht werden.
Eigentlich soll es nur um den Schutz Minderjähriger vor Pornographie gehen, aber die aktuelle Formulierung könnte wohl theoretisch schon eine Kommentarfunktion in einem Blog die Altersverifikation nach britischem Recht verpflichtend machen. Das wäre potenziell ein größeres Chaos als bei der Einführung der DSGVO. Das Erheben des Alters jedes (!) potenziell britischen Nutzers bei gleichzeitiger Wahrung des Datenschutzes ist vermutlich nicht trivial, wenn nicht inhaltlich unmöglich.
Viele internationale Seiten könnten sich in der Folge gezwungen sehen, britische Nutzer auszusperren, ähnlich wie es einige US-Seitenbetreiber bei der DSGVO gehandhabt haben.
Und damit sind mögliche moralisch-ethische Probleme, die die Altersverifikation von Nutzern bedeuten können, noch gar nicht angeschnitten...
Ob das Gesetz final so katastrophal wird, wie die Dystopie, die Heather Burns in ihrem Artikel vorhersagt, bleibt natürlich abzuwarten. Wenn Großbritannien für Dich ein relevanter Markt ist, solltest Du die Online Safety Bill zumindest im Augenwinkel behalten.