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Frittenzahn, hreflang-Hölle und GEO nach Rezept

Wie das mit den Canonicals wirklich funktioniert und warum gute Texte immer noch Queen sind

Episode 016 · Oct 13, 2026 · 34:47 min

Cover: Frittenzahn, hreflang-Hölle und GEO nach Rezept
Multimodale Suche, Canonical-Cluster, Hreflang-Chaos und neue GEO-Korrelationen sorgen in Wingcast #16 für reichlich Stoff – und bei Google weiterhin für erstaunlich wenig Transparenz. Jolle und Flo klären, warum Information Gain mehr bringt als Doorway-Page-Bingo und weshalb „2026“ im Title noch lange keine belastbare KI-Strategie ist.

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Florian Stelzner verletzt sich an einer besonders aggressiven Backofenfritte und muss zum Zahnarzt, während Jolle Lahr-Eigen gedanklich bereits in den Urlaub entschwindet. Dazwischen bleibt genug Zeit für multimodale Suche, Canonical-Cluster, Hreflang-Frust und die Frage, ob ein Inhaltsverzeichnis jetzt plötzlich die Eintrittskarte ins LLM-Paradies ist. 
Die Google Search Console zeigt nun Impressions und Klicks aus der multimodalen Suche. Nutzer können dabei ein Bild, einen Screenshot oder die Smartphone-Kamera einsetzen, wenn sie ein Produkt oder Ersatzteil suchen, dessen Namen sie nicht kennen.
Für Shops entstehen interessante Daten. Ein Produkt kann in der visuellen Suche stark auffallen, obwohl es über Ads oder textbasierte Queries kaum performt. Für die Attribution ist das ein neuer Kopfschmerz, für die Produktanalyse aber durchaus wertvoll. Wie man gezielt dafür optimiert, bleibt allerdings offen. Endlich ein neues Dashboard, bei dem zunächst niemand genau weiß, welchen Knopf er drücken soll.
Der Digital Markets Act verändert weiterhin die europäischen SERPs. Product Grids und Shopping-Elemente werden teilweise entfernt, während Preisvergleiche und klassische Shopseiten wieder mehr Raum bekommen. Damit kehren leider auch Coupon-Portale und zusätzliche Klickhürden zurück, die niemand außer ihren Vermarktungsabteilungen vermisst hat.
Für Händler heißt das: Produktfeeds pflegen. Standardplugins schöpfen Taxonomien und Attribute häufig nur halbherzig aus. Wer vollständige Produktdaten liefert, verbessert seine Chancen in Preisvergleichen, Shopping-Systemen und anderen Suchoberflächen. Der Feed ist kein technischer Abfalleimer, sondern ein Vertriebskanal. Man muss ihn leider auch so behandeln.
Flo kritisiert die mangelnde Transparenz der Search Console bei Canonical-Clustern. Google bündelt Signale ähnlicher URLs auf einer kanonischen Variante und weist dort auch Performance-Daten aus. Bei Hreflang-Seiten kann dadurch beispielsweise der Traffic einer österreichischen URL bei der deutschen Canonical erscheinen.
Analysiert man die nichtkanonische Variante, meldet die Search Console womöglich, sie sei nicht bei Google. Technisch erklärbar, kommunikativ ungefähr so hilfreich wie „Das Problem befindet sich woanders“. Flo wünscht sich deshalb eine sichtbare Auflistung der bekannten Cluster-URLs. Dazu kommen API-Limits und fehlende Crawl-Daten. Google baut multimodale Filter ein, während grundlegende Berichte weiterhin aussehen, als dürfe man die Wahrheit nur scheibchenweise erfahren.
Bei Weiterleitungen sollten Inhalte nicht gleichzeitig komplett verändert werden. Erkennt Google die alte und neue Seite nicht mehr als ähnlich, werden Rankingsignale möglicherweise nicht sauber übertragen.
Auch Hreflang funktioniert nur, wenn die Ländervarianten inhaltlich eng beieinanderliegen. Notwendige Unterschiede bei Preisen, Lieferdiensten oder Kontaktdaten sind erlaubt. Zwei lose verwandte Artikel mit Sprachwechsler machen jedoch noch keine internationalen Pendants.
Bei lokalen Landingpages gilt ebenfalls: Ein Stadtnamen-Austausch im identischen Template ist kein Information Gain. Wer tatsächlich vor Ort arbeitet, kann eigene Teams, Projekte, Fotos und Besonderheiten zeigen. Wer dagegen 200 Städten dasselbe Klempner-Märchen erzählt, betreibt Doorway-Page-Bingo.
Ein zusammengefasster LinkedIn-Post nennt Merkmale, die häufiger bei LLM-Zitationen auftreten: aktuelle Jahreszahlen im Title, Inhaltsverzeichnisse, längere Texte, semantische Tabellen, Aufzählungen, Autorenboxen, strukturierte Daten und sichtbare Aktualisierungsdaten.
Die genannten Uplifts sind auffällig, aber zunächst Korrelationen. Deshalb sollte niemand hektisch „2026“ in jeden Evergreen-Title kleben oder einem 300-Wörter-Text ein Inhaltsverzeichnis mit drei Sprungmarken verpassen. Das wäre keine GEO-Optimierung, sondern betreutes Dekorieren.
Sinnvoll bleiben die bekannten Grundlagen: Inhalte aktuell halten, verständlich strukturieren, Autorenschaft zeigen und bei langen Texten ein TLDR anbieten. Kurz gesagt: Seiten für Menschen verbessern und hoffen, dass die Maschinen mitlesen. Erstaunlich, wie oft sich revolutionäres GEO am Ende als ordentliche redaktionelle Arbeit verkleidet.
Jolle - schönen Urlaub dir! 
 

 

Mehr über Jolle, Flo und die Wingmen:

Zur Website: https://wngmn.com/de/

Jolle Lahr-Eigen auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jolle-lahr-eigen/

Florian Stelzner auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/fstelzner/

 

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