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GEO-Goldrausch, Google-Gegenwehr und Plastikschnecken mit Expertise

Alles für die Sichtbarkeit - und warum das mit dem GEO gar nicht so einfach ist

Episode 013 · Sep 3, 2026 · 33:42 min

Cover: GEO-Goldrausch, Google-Gegenwehr und Plastikschnecken mit Expertise
Was bedeutet „Sichtbarkeit in ChatGPT“, wenn jedes Modell eine andere Wahrheit ausspuckt? Jolle und Flo sezieren den GEO-Goldrausch, zweifelhafte KI-Tests und Googles Versuch, den eigenen Datenhaufen vor fremden Bots zu verteidigen. Dazu gibt’s Plastikschnecken und Rap-Geheimnisse – denn seriöses SEO ist offenbar nur mit kontrolliertem Kontrollverlust möglich.

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Jolle Lahr-Eigen und Florian Stelzner kommen frisch vom Berliner Offsite zurück – geistig aufgeladen, körperlich angeschlagen und emotional offenbar eng an die Plastikschnecke aus der Hotellobby gebunden. Zwischen Dorffestvideos, leuchtenden Eiern und falsch eingeschätztem Knoblauchbrot schaffen sie es trotzdem,viel Fachliches unterzubringen.

Der große Aufschlag ist Werbung in ChatGPT. Viel spannender finden Jolle und Flo jedoch die Frage, was Unternehmen eigentlich meinen, wenn sie sagen: „Wir wollen in ChatGPT sichtbar sein.“ Denn “Chatti” ist kein einheitliches Schaufenster. Free-, Pro- und Enterprise-Versionen, verschiedene Modelle, APIs und Dialogverläufe können völlig unterschiedliche Antworten produzieren. Wer also stolz verkündet, seine Marke sei „in der KI sichtbar“, hat möglicherweise nur einmal selbst nachgesehen und daraus eine globale Wahrheit geschnitzt. Wissenschaftlich ungefähr auf dem Niveau: „Bei mir regnet es, also ist weltweit schlechtes Wetter.“

Für GEO – also die Optimierung für generative Such- und Antwortsysteme – bedeutet das: Entscheidend ist nicht, welches Modell die Marketingabteilung benutzt, sondern welches beim tatsächlichen Kunden zum Einsatz kommt. Und das dürfte häufig irgendeine kostenlose Version sein. Unternehmen testen dagegen gern in ihrer teuer bezahlten Spezialumgebung und wundern sich anschließend, warum die Realität nicht am Workshop teilgenommen hat.

Dazu kommt das Zeitproblem: Selbst wenn neue Inhalte veröffentlicht und von Bots erfasst wurden, landen sie nicht automatisch sofort im nächsten KI-Modell. Trainingszyklen sind langsam, und Unternehmen meistens auch. Wer heute hektisch GEO-Content produziert und nächste Woche Ergebnisse erwartet, verwechselt nachhaltige Sichtbarkeit mit Mikrowellenpopcorn. Schnelle Hacks können bei Live-Suchen funktionieren – für eine dauerhafte Verankerung im Modell braucht es weiterhin gute Inhalte, Geduld und dieses seltene Marketinginstrument namens Strategie.

Google wiederum versucht offenbar, seinen Suchindex gegen LLM-Anbieter abzuschirmen. Ergebnislinks werden teilweise über verschleierte „Go-to“-URLs geleitet, damit Konkurrenten nicht ganz so bequem den bereits sortierten Index absaugen können. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Google schützt das Wissen, das Google zuvor auf den Websites anderer Leute eingesammelt hat. Kapitalismus, aber mit Canonical Tag.

Für SEO-Tools und Browser-Erweiterungen bedeutet das zunächst zusätzliche Arbeit. Sistrix, Audisto und andere Anbieter scheinen allerdings schon an Lösungen zu arbeiten. Die Botschaft: Noch muss niemand seine Tracking-Daten rituell verbrennen. Man sollte lediglich prüfen, ob das verwendete Tool die neuen Google-Umleitungen korrekt auflösen kann.

Der zweite Schwerpunkt ist der „AI LLM Experiment Community Standard 0.1“ – ein Name so geschmeidig wie ein Einkaufswagen mit eckigen Rädern. Die Initiative möchte KI- und GEO-Tests nachvollziehbarer und vergleichbarer machen. Empfohlen werden unter anderem mindestens 40 Durchläufe pro Bedingung, echte Inhalte statt Lorem-Ipsum-Laborratten und möglichst die Veröffentlichung der Rohdaten.

Jolle und Flo begrüßen den Ansatz, sehen aber auch das Problem: Wissenschaftliche Standards treffen auf Marketingrealität, Kundendaten und begrenzte Budgets. Nicht jedes Unternehmen kann seine kompletten Daten öffentlich an die digitale Wäscheleine hängen. Fazit: Nur weil ein Prompt einmal funktioniert hat, wurde noch kein Naturgesetz entdeckt.

Laut Flo besteht der Wingcast aus 80 Prozent Blödelei und 20 Prozent Inhalt. Erstaunlicherweise sind diese 20 Prozent gehaltvoller als manches zweitägige KI-Strategiemeeting.

 

 

Mehr über Jolle, Flo und die Wingmen:

Zur Website: https://wngmn.com/de/

Jolle auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jolle-lahr-eigen/

Flo auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/fstelzner/

 

 

 

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