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Knabberfischchen und SEO-Ethik: Kritik an Pickup-Artist-Wiki & GSC Indexierungs-Report erklärt

Eine Debatte über Ethik im SEO und Googles Indexierungs-Report der Search Console im Detail.

Episode 011 · Aug 6, 2026 · 38:04 min

Cover: Knabberfischchen und SEO-Ethik: Kritik an Pickup-Artist-Wiki & GSC Indexierungs-Report erklärt
Die Episode startet mit einer kritischen Auseinandersetzung mit einem "Pickup Artist Wiki" und der daraus entstandenen Debatte über Ethik im SEO. Anschließend widmen sich Jolle und Flo den Neuerungen in der Google Search Console, wie der Einbindung von Social-Media-Profilen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Indexierungs-Reports, basierend auf Googles "Search off the Record"-Podcast, wobei Themen wie Qualitätsbewertung und die korrekte Interpretation von Indexierungs-Problemen besprochen werden.

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Jolle Lahr-Eigen und Florian Stelzner melden sich aus der Sommerpause zurück – körperlich halbwegs erholt, geistig aber sofort wieder mitten im SEO-Wahnsinn. Jolle entdeckt beim Wandern ihr inneres Pferdemädchen, Flo verwandelt sich beim Renovieren in „den Schleifer“ und sperrt sich auf Föhr beinahe aus der Ferienwohnung aus. So weit, so professionell.

Der ernste Aufschlag der Folge: Jolle kritisiert einen Podcast, in dem ein automatisiert erstelltes Pickup-Artist-Wiki vor allem als cleveres Traffic-Projekt behandelt wurde. Ihr Punkt ist erfreulich unmissverständlich: Nicht alles, was technisch funktioniert und Besucher bringt, sollte man auch bauen. Wer frauenfeindliche Manipulationsanleitungen für Reichweite verwertet, betreibt kein geniales Growth Hacking, sondern moralischen Sperrmüll mit Analytics-Anschluss. Positiv: Podcast-Host Björn suchte anschließend das Gespräch, übernahm Verantwortung und entschuldigte sich. Es geht also nicht ums Canceln, sondern um Einordnung, Lernfähigkeit und den gelegentlichen Einsatz des eigenen Rückgrats.

Danach wird es SEO-technisch:

  • Google lässt Social-Media-Profile in der Search Console zuordnen. Das hilft Google dabei, Marken, Personen und ihre Auftritte besser als zusammengehörige Entität zu erkennen. Marken erkennen aber auch, welche Relevanz Social inzwischen in der SEO hat. Was wir mit dem Dashboard anfangen, wissen wir, wenn mal ein paar Daten eingelaufen sind.
  • Änderungen an ähnlichen beziehungsweise als Duplikate erkannten Seiten können bis zu zwei Wochen brauchen, bevor Google die Seiten aus einem gemeinsamen Canonical-Cluster löst. Voraussetzung: Die Inhalte unterscheiden sich anschließend wirklich deutlich. Einen Absatz kosmetisch umzustellen und dann hektisch auf „Validieren“ zu klicken, ist keine SEO-Strategie, sondern digitales Knöpfchenstreicheln. 
  • Der Indexierungsbericht der Search Console ist keine persönliche Mängelliste. Viele angebliche „Fehler“ sind lediglich Zustände. Gewollte 404-, 410- oder 301-Antworten müssen nicht repariert werden. Wer trotzdem reflexartig die Validierung startet, bittet Google im Grunde: „Schau noch einmal nach – ich habe zwar nichts geändert, bin aber weiterhin nervös.“ 
  • „Crawled – currently not indexed“ kann sehr wohl ein Qualitätsproblem anzeigen. Auch ein ordentlich geschriebener Text ist nicht automatisch wertvoll, wenn dieselben Informationen bereits vier Millionen Mal im Netz stehen. Handgeschrieben ist kein Qualitätsmerkmal an sich, eine Einkaufsliste ist schließlich auch unique, deswegen muss Google sie noch lange nicht indexieren. 
  • Qualität umfasst die komplette Seitenerfahrung: Werbung, Pop-ups, automatisch startende Videos und kilometerlange Familiengeschichten vor dem eigentlichen Rezept. Wer seine eigene Website nur mit Adblocker kennt, bewertet ungefähr so objektiv wie ein Stadtplaner, der die Fußgängerzone nach Ladenschluss aufsucht. 
  • Eine niedrige Indexierungsquote ist nicht automatisch dramatisch. Kritisch wird es, wenn selbst die bewusst eingereichten URLs aus der XML-Sitemap kaum indexiert werden. In die Sitemap gehört deshalb das hochwertige, finale URL-Set und nicht jeder Parameter-Unfall, den das CMS nachts um drei produziert hat. 

Das Fazit: Weniger Aktionismus, weniger Contentmüll und weniger moralische Gleichgültigkeit. Nicht jede Search-Console-Warnung verlangt nach einem Feuerwehreinsatz, nicht jede URL verdient einen Platz im Index und nicht jedes automatisierbare Geschäftsmodell sollte das Tageslicht erblicken. Eine Folge über Verantwortung. Gegenüber Nutzerinnen, Nutzern, Kunden und offenbar auch gegenüber Googlebot.

 

 

Kapitel

  • (00:00) Intro & das mysteriöse Raps-Video
  • (01:25) Urlaubsberichte: Wandern in Österreich & Schleifen auf Föhr
  • (04:24) Kritik an Pickup-Artist-Content im SEO-Podcast
  • (07:11) Neu in der Search Console: Social Properties
  • (08:26) Google-Updates: Canonicals & der Seiten-Bericht
  • (11:12) Qualitätsprobleme & "Crawled - currently not indexed"
  • (12:38) Content-Hygiene: Aufräumen und stabile URLs
  • (14:13) Outro